Neerach

Zum Cüpli noch ein wenig Heimatkunde

Am Bächtelisapéro im Mehrzweckgebäude wurde das Neujahrsblatt 2019 vorgestellt. Das Büchlein mit dem Titel «850 Jahre Wege zu Neerach» bekam, wer anwesend war, gratis mit auf den Heimweg.

Die Weingläser zum 850 Jahre-Jubiläum: Sie wurden am Bärchtoldstag erstmals gefüllt.

Die Weingläser zum 850 Jahre-Jubiläum: Sie wurden am Bärchtoldstag erstmals gefüllt. Bild: Stephan Mark Stirnimann

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Karl-Heinz Meyer, Vizegemeindepräsident von Neerach, liess die Katze kurz vor Beginn des Bächteliapéros im Mehrzweckgebäude aus dem Sack. Wer heute anwesend sei, erhalte gratis ein Exemplar des Neujahrsblatts 2019. «Natürlich pro Haushalt», sagte er schmunzelnd vor den rund 100 Gästen.Im Jubiläums-Blatt zu 850 Jahren Neerach haben fünf Autorinnen und Autoren unter der Wirkung von Neerach Kultur verschiedene Beiträge verfasst. Der Hauptteil ist den Anfängen der Besiedelungen des Gemeindegebietes Neerach-Riedt gewidmet.

Woher komme ich?

Im ersten Beitrag schreibt etwa Autor Bernhard Meili, dass «Dörfer, die auf -ach enden, einen römischen Siedlungsursprung haben». Es habe sich in der Mundart eingebürgert, diese Dörfer auf «i» enden zu lassen. Also zum Beispiel «Neeri». In seinem zweiten Aufsatz öffnet Meili ein Zeitfenster in eine damalige Küche. So sei es denkbar, dass die Ur-Neer­acher in der Bronze- und Eisenzeit «Menüs» wie eine dicke Emmerschrotsuppe oder gesäuerten Brei mit Hasenrückenwürfeln und Blätter von weissem Gänsefuss aufgetischt hätten. Vielleicht sei in einer einfachen Behausung auch ein Dörrfruchtkompott aus Holunderbeeren und Judenkirschen (heute Blasenkirschen genannt) mit Mohnsamen, verfeinert mit frischem Ziegenbutter, zubereitet worden.

Kirchenlieder für die Jugend

Autor Fritz Maag, der am Bäch­telistag das Neujahrsblatt 2019 präsentierte, widmete sich den Schulwegen ab dem 17. Jahrhundert. Denn erst 1637 trat das sogenannte Landschulgesetz in Kraft, das eine tägliche Unterrichtszeit von sechs Stunden festsetzte. 1771 erwähnte der Pfarrer Weiss aus Steinmaur, dass «auf dem Heimweg von der Nachtschule die Mägde und Knechte Unfug getrieben hätten». Man erfährt zudem, dass diese zweimal wöchentlich stattfindende Nachtschule dazu diente, die Jugend mit Singen von Kirchenliedern zu beschäftigen.

Schliesslich widmet sich die Autorin Ruth Hüppin im Text mit dem Titel «Ein fiktives Gespräch mit einem Wanderer» der Frage, weshalb es eigentlich in Neerach keine Kirche gebe.

Bereit für das grosse Fest

Der mit 88 Jahren rüstige Rentner Albert Meier zog letztes Jahr aus seinem alten Bauernhaus in eine Wohnung und machte am Bächtelisapéro eine «gute Falle»: Mit seiner Neeracher Krawatte fiel er auf. Auch Gemeinderat Karl-Heinz Meyer fand Gefallen an dieser und prostete ihm herzlich zu. «Chunsch dänn aus as Neeri-Fäscht», rief Meyer Meier hinterher.

Am letzten Juniwochenende wird das 850-Jahr-Jubiläumsfest steigen. So viel sei bereits verraten: Der Musikverein Neerach wird den Neeri-Marsch aufführen und die Partnergemeinde Cazis samt feinem Bündner Bergkäse beehrt die Festlichkeiten, nahm Karl-Heinz Meyer vorweg.

Aber zurück zum Neujahrsblatt: Dem Hauptteil folgt die eigentliche Chronik. Diese umfasst jeweils einen Zeitrahmen von zwölf Monaten und beginnt im nun neu erschienenen Neujahrsblatt mit einem «gemütlichen Nachmittag der Einwohnergeneration 60 plus im Mehrzweckgebäude». Wer den Bächtelisapéro verpasst hat, kann das Neujahrsblatt bei der Gemeindeverwaltung für 20 Franken erwerben.

Erstellt: 02.01.2019, 17:07 Uhr

Der ehemalige Gemeindeschreiber Albert Meier hält zwei Exemplare des Neeracher Jubiläums-Neujahrsblatts in Händen. (Bild: Stephan Mark Stirnimann)

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