Niederweningen

Zum Schulabschluss einen Weidling restauriert

Sie haben geschwitzt, Konflikte ausgehandelt – und sind dabei nicht selten an ihre Grenzen gestossen. Nun haben 78 Jugendliche der Wehntaler Sekundarschule ihre 40 Abschlussprojekte vorgestellt.

Basile Gardelle und Nick Meier aus Oberweningen (v.l.) haben einen Weidling restauriert.

Basile Gardelle und Nick Meier aus Oberweningen (v.l.) haben einen Weidling restauriert. Bild: Sibylle Meier

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Der Stolz war ihnen anzusehen, den 78 Schülerinnen und Schülern, die dieses Wochenende die Ergebnisse Tausender Arbeitsstunden präsentiert haben. Im Februar hatte die Sekundarschule Wehntal ihnen eine Aufgabe gestellt: Sie sollten zeigen, wie sie ein eigenes Abschlussprojekt umsetzen, indem sie etwas erfinden, gestalten oder produzieren oder aber zu einem Thema recherchieren. Am Freitag und Samstag waren die Werke in der Schule Schmittenwis ausgestellt.

Naomi Müller aus Oberweningen und Jenny Hofmänner aus Schleinikon (v.l.) haben ein Kochbuch verfasst.

Gleich beim Eingang: ein selbstgebautes Hochbeet mit Küchenkräutern. In der Halle: eine Lounge aus Europaletten, eine Hängeliege und ein Bett, ein Katzenbaum, alles selbst zusammengeschustert; ein Reiseführer, ein Roman über die Zukunft, ein Kochbuch, beides selber verfasst; ein Infodossier über Schizophrenie, in der die Schülerinnen mit Betroffenen gesprochen haben; ein selber konstruiertes japanisches Langschwert. Die rund 300 Besucherinnen und Besucher kamen aus dem Staunen kaum heraus.

Über 200 Arbeitsstunden

Neben einem frisch restaurierten, etwa fünf Meter langen Weidling standen Basile Gardelle und Nick Meier, 15 und 16 Jahre alt, beide aus Oberweningen. Sie wollten ein Schiff zum Fischen umbauen, denn sie hatten gerade den SaNa-Ausweis zum Fischen gemacht. Den Weidling haben sie im Internet ersteigert – die Unkosten von 1500 Franken übernahm ein Vater. «Das Abschleifen haben wir unterschätzt», erzählte Meier. Es galt Löcher zu flicken, Glasfaserbahnen einzuarbeiten, alles abzuschleifen und zu ölen; zum Schluss haben die beiden sogar den Fischkasten wasserdicht abgedeckt. Über 200 Arbeitsstunden gingen für den Weidling drauf. «Nur ausprobiert haben wir das Boot noch nicht», sagte Gardelle. Darauf freue er sich.

Der 15-jährige Mattia Keller hat aus einer Holzplatte einen Tisch mit einer Schweizerkarte erstellt.

Mar Bleuler und Sibyll Hofstetter wiederum haben aus acht Pop-Songs der letzten 30 Jahre ein Medley zusammengeschnitten und selber eingesungen. «Ursprünglich wollten wir sogar einen ganz eigenen Song schreiben», sagte Bleuler. Der Aufwand dafür war aber viel zu gross – gerade angesichts dessen, dass die beiden kein Instrument spielen. «Wir waren froh über unsere Begleitperson, so Hofstetter. «Sie hat uns gezeigt, was möglich war und wo unsere Grenzen lagen.»

Weniger prominent war das Experiment des 15-jährigen Dominik Spichiger. Er hat eine Woche in einem Rollstuhl verbracht. «Das war echt mühsam», schilderte der Niederweninger. «Mir ist aufgefallen, wie oft ich in der Öffentlichkeit angestarrt wurde – als hätten die Leute noch nie einen Rollstuhlfahrer gesehen.» Bald hatte er Schwielen an den Händen und Muskelkater. Aber: «Ich habe auch sehr viele hilfsbereite Menschen getroffen. Das war eine wichtige Erfahrung.»

Erstellt: 07.07.2019, 15:13 Uhr

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