Buchs

Zutritt mit einer Maus verboten

Wenn alles klappt, wird Familie Kölbl aus Buchs nächsten Sommer die weltweit erste Katzenklappe auf den Markt bringen, die Katzen mit Beute im Fang den Zugang ins Haus verweigert.

Die Jagdfreude ihrer beiden Katzen hat die Familie Kölbl erfinderisch gemacht. Vater Jean Paul hat mit seiner Frau Brigitte und den beiden  Töchtern Céline (links) und Jasmine ein Projekt mit einer Katzentüre entwickelt, das ihnen das Heimbringen von Beute erschwert.

Die Jagdfreude ihrer beiden Katzen hat die Familie Kölbl erfinderisch gemacht. Vater Jean Paul hat mit seiner Frau Brigitte und den beiden Töchtern Céline (links) und Jasmine ein Projekt mit einer Katzentüre entwickelt, das ihnen das Heimbringen von Beute erschwert. Bild: Johanna Bossart

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Die meisten Besitzer von Freigangkatzen kennen das: Ihre Samtpfote mit ausgeprägtem Jagdinstinkt bringt allerlei Beute nach Hause und die findet man dann entweder zerstückelt unter Möbeln oder noch schlimmer, halb lebendig in der Wohnung in panischer Flucht. Familie Kölbl aus Buchs hat sich dieses Problems angenommen.

Sie plant, im Juni 2020 die weltweit erste Katzenklappe mit Beuteerkennung dank künstlicher Intelligenz und Bildanalyse auf den Markt zu bringen. Versucht die Katze mit einer Maus oder einem Vogel durch die Katzenklappe in die Wohnung oder ins Haus zu gelangen, wird ihr der Zutritt verweigert. KittyFlap heisst das neue Familienunternehmen. Zurzeit läuft noch bis zum 16. November ein Crowdfunding über Kickstarter: 50'000 Franken sollen für die industrielle Herstellung zusammenkommen.

Genaue Erkennungssoftware

Jean Paul Kölbl ist im Bereich der künstlichen Intelligenz tätig, verfügte also über das nötige Know-how bei der Technologieentwicklung. Die von den Kölbls inzwischen patentierte Idee lieferte aber seine Ehefrau Brigitte. «Unsere drei Katzen bringen im Akkord lebendige Mäuse ins Haus, unsere früheren Katzen taten das auch. Es ist uns verleidet, in der Nacht Mäusen nachzujagen», sagt sie. Einmal musste die Küche auseinandergenommen werden, weil sich eine Maus verkrochen und irgendwo gestorben war.

Seit letztem Sommer arbeitete Jean Paul Kölbl am Programm. Über die Cloud entwickelte er eine Erkennungssoftware, die den Fang erkennt. Dazu verwendete er unzählige Katzenbilder. «Die Bilder mussten möglichst verschieden sein, mit Katzen in verschiedenen Situationen, mit und ohne Beute, damit das Programm den Unterschied lernt.» Ein Algorithmus ergibt die Erkennungswahrscheinlichkeit inzwischen bei 91 Prozent. «In neun von zehn Fällen kann die Software also richtig erkennen, dass eine Katze eine Maus im Fang hat.»

«In neun von zehn Fällen kann die Software also richtig erkennen, dass eine Katze eine Maus im Fang hat.» Jean Paul Kölbl

Das zusammengefasste Programm kam auf einer Speicherkarte in einen Einplatinencomputer, der in eine Katzenklappe montiert werden soll. Die dazugehörige Kamera mit Nachtsicht ist auch schon bereit. Als zweite und dritte Version sind auch Klappen mit Chip- sowie Gesichtserkennung der Katze geplant. Der nächste grosse Schritt an dem Kölbl jetzt feilt ist die Zusammensetzung der Teile zu einem Ganzen. «Die Idee ist, die Katzenklappe von einem 3D Drucker drucken zu lassen.» Die Spritzgussform und die benötigten Werkzeuge sind teuer.

Ein Familienprojekt mit Erfolgspotenzial

An der Homepage www.kittyflap.ch arbeitete die ganze Familie. «Unsere ältere Tochter Céline hat das Logo gezeichnet, unsere jüngere Tochter Jasmine Fotos von unseren Katzen ausgesucht.» Hinzu kommt die Werbung für den deutschsprachigen Raum und vieles mehr: «Bedienungsanleitung, Support, Rücksendungen, Lager – wir haben für all das einen Businessplan erstellt, alles soll möglichst im digitalen Bereich und eine Familiensache bleiben.»

Noch laufe es nicht rund auf Kickstarter. «Ich glaube viele Menschen wissen nicht, sollte der gewünschte Betrag nicht erreicht werden, alle ihr Geld zurückerhalten. Sie gehen also kein Risiko ein.» Dabei erhalte die Familie jetzt schon viele E-Mails von Interessenten und Fragen nach einem Prototyp, sagt Brigitte Kölbl. Potenzielle Kunden gibt es genug: «Wir haben in der Schweiz etwa 490000 Freigängerkatzen und jährlich werden 50000 neu gechipt», sagt Jean Paul Kölbl. «Unsere Zielgruppe sind hauptsächlich ein- bis fünfjährige Katzen, denn sie sind bei der Jagd die Aktivsten.»

Erstellt: 08.11.2019, 15:41 Uhr

Die Jagdfreude ihrer beiden Katzen hat die Familie Kölbl erfinderisch gemacht. Vater Jean Paul hat mit seiner Frau Brigitte und den beiden Töchtern Céline (links) und Jasmine ein Projekt mit einer Katzentüre entwickelt, das ihnen das Heimbringen von Beute erschwert.

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