Bachenbülach/Rümlang

Zwei Unterländer wollen den Influencer Award

Im Juni werden erstmals die vielversprechendsten Influencer-Talente der Schweiz ausgezeichnet. Auch zwei Unterländer sind unter den Nominierten.

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Fussballprofi, Polizist, Pilot: Solche Berufe standen früher auf der Wunschliste der Schülerinnen und Schüler. Heute träumen viele von ihnen von einer Influencer-Karriere. Noch nie gehört? Bei Wikipedia wird der Begriff wie folgt umschrieben: «Als Influencer werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung infrage kommen.»

Eines ist klar: Influencer polarisieren. Manche verstehen den Hype um sie nicht, doch bei vielen Vertretern der «Generation Y & Z» gehören die sozialen Medien bereits mehr zum Alltag als die klassischen Medien. Fabian Plüss, Jury-Mitglied des Swiss Influencer Award, sagt: «Influencer Marketing hat sich als bedeutender Bestandteil von Marketingkampagnen etabliert und zahlreiche Millennials hören auf die Influencer wie auf einen besten Freund. Deshalb sehen wir die Zeit für den ersten Swiss Influencer Award gekommen.»

Telefonscherze und Snowboardtricks

Dieser wird im Juni in Zürich verliehen. Dabei werden sowohl die Stars der Szene als auch das vielversprechendste Talent ausgezeichnet. Über 700 Personen haben sich in verschiedenen Kategorien beworben. Eine Fachjury wählte nun die acht herausragendsten Talente aus. Darunter befinden sich auch zwei Unterländer: Enea Bristot (22) aus Bachenbülach (Kategorie Entertainment) und Marco Heiniger (21) aus Rümlang (Sport).

Enea Bristot hat bereits über 10000 Follower auf Instagram (Profilname: better_call_rene_). Sein Ziel: die Leute zum Lachen bringen. Das macht er vor allem mit Telefonscherzen. Zusätzlich spielt er Leuten in Einkaufszentren fiese Streiche. Marco Heiniger lebt für den Wintersport. Der versierte Snowboarder zeigt seinen knapp 3400 Followern auf Instagram (Profilname: marcomrheiniger) verschiedenste Aufnahmen seiner Tricks.

Enea Bristot, 22, Kategorie Entertainment: «Ich gebe alles»

"Indiana Jones"

2,522 Likes, 58 Comments - Enea Bristot (@better_call_rene_) on Instagram: ""Indiana Jones""

Wie erklären Sie Ihrer Grossmutter, was Sie als Influencer-Talent machen?

Enea Bistrot: Ich sage ihr, dass es im Internet eine Plattform gibt, auf der sich Menschen zeigen und andere unterhalten. Und dass ich dabei Comedy mache, weil den Leuten nach einem anstrengenden Tages etwas Entspannung und Unterhaltung bieten möchte, ohne dabei zu sehr im Mittelpunkt zu stehen.

Wie sind Sie auf Telefonstreiche gekommen? Die habe ich schon als Zehnjähriger gemacht. Eines Tages hat mir mein Bruder gesagt, ich solle diese aufnehmen. Bis im Januar habe ich vor Telefonstreiche online gestellt. Dann bin ich raus auf die Strasse, in die Einkaufszentren. Nun entstehen meine Beiträge auch dort.

Sie müssen ständig neue Beiträge liefern, spüren Sie Druck? Doch, ein kleiner Druck ist schon da. Meine Followers wollen immer aktuelle Beiträge und das täglich. Wenn nichts Neues kommt, verlassen sie meine Seite. Aber das ist auch ein Ansporn, fast jeden Abend nach der Arbeit rauszugehen. Das gibt dann positive Feedbacks, die mich immer wieder motivieren. Es gibt so viele Leute, die mir nach dem Hochladen eines neuen Beitrags schreiben, dass ich ihnen soeben den Tag gerettet habe.

Und die negativen Feedbacks?

Es gab schon den einen oder anderen Hasskommentar, aber das nehme ich nicht persönlich. Es zeigt mir, dass ich ganz verschiedene Menschen erreiche.

Sie haben derzeit 10000 Follower. Wie stufen Sie das ein?

Damit habe ich ein erstes Ziel erreicht. Nun steuere ich die nächsten Zehntausend an. 100 000 wären natürlich super, aber dafür brauche ich eine professionellere Ausrüstung.

Gibt es bei der Suche nach Anerkennung auch Grenzen?

Ganz klar. Was verletzend oder gefährlich ist, mache ich nicht.

Was bedeutet Ihnen der Sieg in der Kategorie Entertainement?

Er hat mich sehr gefreut, weil ich mich gegen Konkurrenten mit fünfmal so vielen Followern durchgesetzt habe. Klar, möchte ich den Gesamtsieg holen. Ich bin ehrgeizig und gebe alles.

Influencer können reich werden. Lockt Sie das grosse Geld?

Wenn ich das hauptberuflich machen könnte, wäre das schon was. Ich könnte mir gut vorstellen, mein Arbeitspensum zu reduzieren. Eine Absicherung möchte ich aber haben, denn man weiss ja nie, wie sich das mit den sozialen Medien entwickelt.

Marco Heiniger, 21, Kategorie Sport: «Ich habe viel Spass»

If you dont know how to do, go for it and you will see?? ????:@marthasverdrup #siasport #teleclub #siachallenge #snowboarding #laax #snow

153 Likes, 15 Comments - ????lingoo???? (@marcomrheiniger) on Instagram: "If you dont know how to do, go for it and you will see?? ????:@marthasverdrup #siasport #teleclub..."

Wie erklären Sie Ihrer Grossmutter, was Sie als Influencer-Talent machen?

Ich inspiriere andere, eine Sportart zu betreiben, die ich über alles liebe. Meine Bilder und Videos richten sich an Leute, welche mir auf sozialen Medien wie Facebook oder Instagram folgen. Inwiefern würde sich Ihr Leben verändern, wenn Sie den Award gewinnen?

Es würde sich viel verändern. Ich müsste mir noch mehr Gedanken darüber machen, was meine Follower gerne sehen würden. Ich habe auch schon einige Ideen, welche ich aber zurzeit noch nicht bekannt geben möchte. Was sicher bleibt, ist meine Liebe zum Sport.

Sie zeigen Ihren Follower Tricks auf dem Snowboard. Reicht das, um damit mehrere 100000 Leute zu erreichen?

Nein, das reicht nicht. Da gibt es auch zu viel Konkurrenz. Ich veröffentliche auf meinen Kanälen zum Beispiel auch Bilder, auf denen ich als Model zu sehen bin. Zudem zeige ich einige Details aus meinem Privatleben. Meine Follower sollen gleich viel über mich wissen wie meine Kollegen. Weiter würde ich aber nicht gehen.

Ihnen folgen bereits knapp 3400 Nutzer bei Instagram. Was sind die negativen Seiten eines derart hohen Interesses an der eigenen Person?

Meine Follower wissen viele Dinge über mich. Klar wird dann auch hinter meinem Rücken gesprochen. Aber genau solche Leute verhelfen mir zum Erfolg.

Die Konkurrenz ist riesig. Wieso werden Sie einer der bekanntesten Influencer der Schweiz?

Weil ich Spass daran habe. Ich bin so, wie ich bin, und verändere mich nicht für andere Menschen. Zudem habe ich das Potenzial, die Leute zu unterhalten, egal ob es um Sport oder Entertainment geht.

Influencer geben zu kontrovers diskutierten Themen oft Statements ab. Werden Sie das auch machen?

Ich will auf meinen Profilen keine negative Stimmung verbreiten. Es gibt genug Menschen, die sich auf Instagram mit kritischen Themen auseinandersetzen. Das muss ich nicht auch noch machen. Ich versuche stets positiv zu bleiben. Dadurch ziehe ich auch positiv denkende Leute an.

Erstellt: 01.05.2019, 11:15 Uhr

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