Der Poker um die besten Gruppenplätze

Wer wird aus Gruppe E und F in die Achtelfinals einziehen – und wer taktieren könnte.

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1:1 gegen Brasilien, 2:1 gegen Serbien – die Schweizer Nationalmannschaft hat es am Mittwoch in den eigenen Händen, sich für den Achtelfinal zu qualifizieren. Möglicherweise sogar als Gruppenerster. Geht es nach Trainer Vladimir Petkovic, wird Rang 1 angestrebt. Dies hat er immer wieder bestätigt. Zurzeit belegen die Schweizer punktgleich mit Brasilien – spielt zeitgleich (20 Uhr) gegen Serbien, aber mit dem schlechteren Torverhältnis (+1 gegenüber +2) – Rang zwei in der Gruppe E. Die Schweizer treffen im letzten Spiel auf das bereits ausgeschiedene Costa Rica. Rechnerisch hat auch Serbien noch die Möglichkeit, sich in den Achtelfinal zu schiessen.

Dass Deutschland, unser Gruppennachbar, amtierender Weltmeister und möglicher Achtelfinalgegner, ebenfalls noch mit der K.-o.-Phase liebäugeln darf, verdankt «Die Mannschaft» einer Herzschlagpartie gegen Schweden, welche Jogis Team in letzter Sekunde 2:1 für sich entscheiden konnte. Damit belegt die DFB-Equipe mit drei Punkten zurzeit den zweiten Platz in der Gruppe F, einem ausgeglichenen Torverhältnis, genau gleich wie Schweden, hat aber die Direktbegegnung gewonnen. Mexiko steht an der Spitze, hat sechs Zähler auf dem Konto und eine +2-Bilanz.

Auch der Gruppensieg liegt drin

Wieso all diese Informationen? Weil sich die Frage stellt, ob, und wenn ja, wie von den Teams taktiert wird. Dabei liegt ein minimaler Vorteil auf der Seite der Schweizer Gruppe, da diese am Abend bereits weiss, wie die Partien bei den Achtelfinalgegnern ausgegangen sind.

Deutschland kann versuchen, mit einem hohen Sieg gegen Südkorea Mexiko – bei einer Niederlage der Mittelamerikaner – noch zu überholen und der Seleção, die mit ihrem zweiten Sieg an der WM wohl Gruppenerster bleiben würde, aus dem Weg zu gehen. Aber auch im Lager der Brasilianer ist ein Ausscheiden noch möglich. Mit einem Remis hingegen ist die Schweiz sicher weiter, mit einem Triumph gegen Costa Rica liegt auch der Gruppensieg noch drin. Dabei würde man mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den Weltmeister treffen. Es stellte sich an der Pressekonferenz am Montag also die Frage, ob Platz zwei in Gruppe E nicht besser wäre als die Leaderposition.

Nein, zumindest nicht für Michael Lang. «Wir wollen nicht taktieren. Wir wollen in die Achtelfinals, und wir wollen gegen Costa Rica gewinnen. Und dann schauen wir, ob der Gegner Deutschland, Mexiko oder Schweden (auch die Skandinavier haben noch Chancen auf ein Weiterkommen, Red.) heisst», meinte der 27-jährige Aussenverteidiger.

Wer sich welche Taktik zurechtgelegt hat und welche Konstellation am Ende dabei herausschaut, wissen wir am Mittwochabend. Und wie Lothar Matthäus sagen würde: «Wäre, wäre Fahrradkette.» (Red.)

Erstellt: 27.06.2018, 08:13 Uhr

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