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«Es wird hochinteressant»

Wie der Ex-Nationalspieler Stéphane Chapuisat die Chancen der Schweiz gegen Schweden einschätzt.

Das meinen die Fans zum Achtelfinalgegner Schweden. Quelle: SDA

Der 103-fache Nationalspieler Stéphane Chapuisat war von den Schweizern angetan, als er sie an der WM beim 1:1 gegen Brasilien und beim 2:1 gegen Serbien sah. Und nun, beim Unentschieden gegen Costa Rica? Der Chefscout der Young Boys, der heute 49 wird, sagt: «Wir sind eine Runde weiter, alles ist okay.»

Was geht Ihnen nach dem 2:2 gegen Costa Rica durch den Kopf?Die Mannschaft benötigte am Anfang einiges Glück – und stand am Ende doch nahe vor dem zweiten Sieg. Insgesamt war die Leistung zwar nicht so gut wie in den zwei ersten Partien. Aber wir hatten mit Yann Sommer einen überragenden Goalie. Und man darf eines anerkennen: Der Auftritt von Costa Rica verdient Respekt. Für mich ist alles okay.

Stéphane Chapuisat (Mitte) feiert mit YB den Schweizer Meistertitel. Jetzt verfolgt er die Nationalmannschaft an der WM. Bild: Keystone
Stéphane Chapuisat (Mitte) feiert mit YB den Schweizer Meistertitel. Jetzt verfolgt er die Nationalmannschaft an der WM. Bild: Keystone

Und jetzt steht die Schweiz im Achtelfinal......was nicht selbstverständlich ist.

Trainer Vladimir Petkovic sagt, er gebe sich damit nicht zufrieden.Es ist richtig, Ambitionen zu haben und zu zeigen. Vladimir Petkovic spürt, wie dieses Team funktioniert, er sieht, wie viel Qualität in ihm steckt. Und doch durfte man nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass die Schweiz weiterkommt. Brasilien ist einer der grossen Turnierfavoriten, die Serben können sich mit ihrer individuellen Klasse auf Augenhöhe mit uns bewegen. Was unsere Mannschaft bislang geleistet hat, schätze ich sehr hoch ein. Sie hat in der Vorrunde vieles richtig gemacht.

Was zeichnet sie aus?Auch wenn gegen Costa Rica nicht alles zum Vorschein kam, sind es Reife, Cleverness, Nervenstärke, Erfahrung. Einige Spieler haben in jungen Jahren grosse Titel gewonnen wie Xhaka, Rodriguez oder Seferovic mit dem U-17-WM-Titel 2009. Sommer, Xhaka, Shaqiri und Gavranovic standen 2011 mit der U-21 im EM-Final. Dadurch haben sie sich früh schon Selbstbewusstsein angeeignet. Sie erschrecken nicht, wenn sie auf einen namhaften Gegner treffen. Und viele Spieler sind in Russland nicht zum ersten Mal an einer grossen Endrunde. Das ist ein enormer Vorteil.

Wenn Sie als Chefscout von YB zugreifen dürften: Welchen Spieler würden Sie am liebsten nach Bern holen?Die Auswahl ist beträchtlich. Die Achse ist sehr gut, mit Sommer im Tor, Akanji davor, mit Xhaka, Behrami, Shaqiri... Und auf der Bank sitzen Talente, die belegen, dass der Schweizer Fussball gut unterwegs ist. Sie alle sind auch eine Bestätigung für die gute Ausbildungsarbeit in unserem Land.

So erzielt Drmic die Schweizer Führung gegen Costa Rica. Video: SRF

Welchen Einfluss hat Vladimir Petkovic auf die Entwicklung?Wenn ich der Mannschaft zuschaue, sehe ich sehr oft Petkovic-Fussball. Das heisst: Es geht um Ballbesitz, um spielerische Lösungen. Darum hat die Entwicklung auch viel mit ihm zu tun.

Als Nächstes geht es nicht gegen Deutschland, sondern Schweden. Wie schätzen Sie diesen Gegner ein?Schweden hat in einer schwierigen Gruppe Platz 1 erreicht. Allein das sagt einiges über die Leistungsfähigkeit dieser Mannschaft aus. Trotzdem glaube ich, dass der Schweiz die Spielweise der Skandinavier entgegenkommt. Unser Team ist für einen Exploit bereit, ich traue ihm den Viertelfinal zu. Auf jeden Fall wird es jetzt hochinteressant.

Wie sehr fällt es ins Gewicht, dass wegen der Sperren für Lichtsteiner und Schär die halbe Abwehr neu besetzt werden muss?Mit Sperren muss man während eines Turniers rechnen. Natürlich wäre mir lieber, wenn die beiden dabei sein könnten. Aber der Trainer hat genügend gute Alternativen, um sie zu ersetzen.

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Die Achtelfinals in der Übersicht:

Im dritten Achtelfinal setzt sich Gastgeber Russland mit 4:3 im Penaltyschiessen gegen Spanien durch – das russische Sommermärchen geht weiter. Nach 120 Minuten stand es 1:1.
Im dritten Achtelfinal setzt sich Gastgeber Russland mit 4:3 im Penaltyschiessen gegen Spanien durch – das russische Sommermärchen geht weiter. Nach 120 Minuten stand es 1:1.
Manu Fernandez, Keystone
Spanien, der Weltmeister von 2010, muss die Heimreise antreten. Die Enttäuschung steht den klar favorisierten Spaniern ins Gesicht geschrieben.
Spanien, der Weltmeister von 2010, muss die Heimreise antreten. Die Enttäuschung steht den klar favorisierten Spaniern ins Gesicht geschrieben.
Peter Powell, Keystone
...und die Engländer im Spartak-Stadion in Moskau unter sich aus. Die «Three Lions» stellen mit Harry Kane den Torschützenkönig (5 Treffer) der Gruppenphase. Im letzten Spiel wurde er für den Achtelfinal geschont.
...und die Engländer im Spartak-Stadion in Moskau unter sich aus. Die «Three Lions» stellen mit Harry Kane den Torschützenkönig (5 Treffer) der Gruppenphase. Im letzten Spiel wurde er für den Achtelfinal geschont.
Matthias Schrader, Keystone
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