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Bauboom spült Geld in Geberit-Kasse

Geberit hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn auf allen Stufen deutlich gesteigert. Dank der starken finanziellen Situation sieht sich Europas führender Sanitärtechniker in der Lage, erneut ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen.

Alles richtig gemacht: Konzernchef Christian Buhl hat Geberit auch 2016 auf Wachstumskurs gehalten.
Alles richtig gemacht: Konzernchef Christian Buhl hat Geberit auch 2016 auf Wachstumskurs gehalten.
Keystone

Im vergangenen Jahr haben die Kassen beim Joner Sanitärtechniker Geberit kräftig geklingelt: Der Reingewinn stieg um 18,4 Prozent auf 584 Mio. Franken, wie das Unternehmen mit Sitz in Jona gestern mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) legte um 16,2 Prozent auf 686,5 Millionen zu (siehe Kasten). Damit schnitt Geberit besser ab, als vom Analystenkonsensus erwartet. Dieser hatte für den Gewinn im Schnitt 557 Mio. Franken prognostiziert.

Sanitec-Integration auf Kurs

Begünstigt wurde das Wachstum von einem positiven Umfeld in der Bauindustrie in Europa, wo Geberit über 90 Prozent seiner Verkäufe tätigt. Zudem brachte die mit der milliardenschweren Übernahme des finnischen Badezimmerausstatters Sanitec von 2015 verbundene Integration schneller als erwartet Synergien. Tiefere Rohmaterialpreise im ersten Halbjahr taten das Ihrige, wie Konzernchef Christian Buhl gestern in Zürich sagte.

«Mehrheit der Synergien aus Sanitec-Übernahme wurde per Ende 2016 realisiert».

Geberit-CEO Christian Buhl

Dank der positiven Geschäftsentwicklung konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Position als führender Anbieter für Sanitärprodukte in Europa weiter festigen. Geberit ist – nach der Übernahme von Sanitec – zum Branchenprimus aufgerückt, vor der spanischen Roca und der deutschen Grohe. Während Geberit die Technik «hinter der Wand» wie Rohre und Spülkästen liefert, stellt Sanitec die Produkte «vor der Wand» wie Lavabos und Badewannen her.

Die Integration von Sanitec sei auf Kurs, sagte Buhl. Die Mehrheit der Synergien sei per Ende 2016 realisiert worden. Im laufenden Jahr gehe es vor allem darum, weitere Prozesse in allen Verantwortungsbereichen zu harmonisieren. Mitte 2016 wurde die im Rahmen der Sanitec-Übernahme erworbene Koralle (Duschabtrennungen) verkauft, Varicor (Badgestaltung) per 1. Januar 2017. Beide passten nicht zum Kerngeschäft von Geberit.

Ausbau in Pfullendorf

Das wichtigste Investitionsprojekt im vergangenen Jahr betraf das Logistikzentrum in Pfullendorf (Baden-Württemberg), den grössten Produktionsstandort von Geberit. Den Kapazitätsausbau liess sich Geberit 40 Mio. Euro kosten. Den Rückgang beim Personalbestand um 634 Beschäftigte (–5,2%) auf 11 600 Mitarbeitende konzernweit per Ende Jahr begründete Buhl vor allem mit dem Koralle-Verkauf sowie Synergien aus der Sanitec-Integration. Der Geberit-Chef selbst hat 2016 mit 2,3 Mio. Franken 28 Prozent mehr verdient als im Vorjahr.

Im Februar 2016 hat Geberit sein 2014 gestartetes Aktienrückkaufprogramm beendet. Dank der komfortablen finanziellen Situation startet die börsenkotierte Industriegruppe zum Ende des zweiten Quartals 2017 ein zweites Rückkaufprogramm, um den Aktionären überschüssiges Kapital zurückzugeben. Über maximal drei Jahre will Geberit Aktien im Wert von bis zu 450 Mio. Franken zurückkaufen.

Für 2017 zeigt sich Buhl verhalten optimistisch. Die Bauindustrie sollte sich in diesem Jahr positiv entwickeln, erklärte er. Das gelte insbesondere für die meisten europäischen Länder inklusive der Schweiz, des drittgrössten Ländermarkts von Geberit.

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