Zum Hauptinhalt springen

Glattfeldens neue PolizeiverordnungGlattfelden verbietet faktisch die Drohnen im Dorf

Die Gemeindeversammlung von Glattfelden hat am Dienstag die neue Polizeiverordnung angenommen. Das Papier verschärft die Regeln für Drohnen markant.

Über den Dächern von Glattfelden darf ab nächstem Jahr faktisch keine Drohne mehr fliegen. Die neue kommunale Polizeiverordnung widmet dem Motorsport und den Motorspielzeugen einen eigenen Artikel. Die Kurzfassung: Was Lärm erzeugt und/oder stört, ist in bewohntem Gebiet generell verboten. Am Dienstagabend hat die Gemeindeversammlung die neue Polizeiverordnung mit offensichtlichem Mehr angenommen. Sie tritt per 1. Januar 2021 in Kraft.

Wo kein Kläger…

Die Glattfelder verbannen namentlich «Sport- und Spassfahrzeuge», Modellfahrzeuge und eben auch die Drohnen aus dem Wohngebiet. Mit der Formulierung «lärmerzeugend oder störend» ist der Drohnenflug allerdings rein juristisch noch nicht generell untersagt, – So erläutert Gemeindeschreiber Valentino Vinzens, dass der Begriff «störend» zunächst so zu verstehen sei, dass sich jemand tatsächlich auch gestört fühlen und das dann auch bei der Gemeinde anmelden muss. Es ist also eine Art «Antragsdelikt» – nach dem Prinzip: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Nicht zuletzt wegen Herstellern wie DJI sind Drohnen beziehungsweise Quadrokopter heute erschwinglicher denn je. Darauf reagiert Glattfelden nun mit einem eigenen Artikel in der Polizeiverordnung.
Nicht zuletzt wegen Herstellern wie DJI sind Drohnen beziehungsweise Quadrokopter heute erschwinglicher denn je. Darauf reagiert Glattfelden nun mit einem eigenen Artikel in der Polizeiverordnung.
Foto: Pixabay

Indessen ist der Begriff «lärmerzeugend» schon weniger dehnbar. «Wir schicken nicht von uns aus den Gemeinderat los, um in der Nachbarschaft Sheriff zu spielen», sagt Vinzens. «Es geht aber darum, dass wir vorsorgen möchten. In einer Zeit, in der die Zahl der verkauften Drohnen weiter zunimmt, haben wir eine brauchbare Handhabung, wenn wir es in der Polizeiverordnung klar formuliert haben – das ist wie beim Littering auch.» Auch die E-Mobilität wolle man keineswegs einschränken. «Aber wer während zweier Stunden sinnlos im Kreis herumfährt und Anwohner stört, der soll belangt werden können.»

Im weiteren Verlauf des Abends hat die Gemeindeversammlung die Jahresrechnung 2019 der Gemeinde abgesegnet, deren Erfolgsrechnung bei einem Aufwand von 36,7 Millionen Franken ein Plus von gut 130’000 Franken ausweist. Das Budget hatte ein Minus von gut 400’000 Franken vorgesehen. Ferner stimmten die Glattfelder einer kostenneutralen Anpassung der Behördenentschädigung an die Organisation als Einheitsgemeinde zu.