Zum Hauptinhalt springen

Lockerung des LockdownGrüne und FDP fordern Öffnung der Zürcher Seeanlagen

Die städtischen Grünen und die FDP wollen die Grünanlagen am Zürcher Seebecken wieder zugänglich machen, um andere Gebiete zu entlasten. SP und SVP sind zurückhaltender.

Das Arboretum ist eine der gesperrten Anlagen am Zürcher Seebecken. Derzeit tummeln sich Jogger, Spaziergängerinnen und Sonnenbadende in anderen Grünanlagen.
Foto: Urs Jaudas
Das Arboretum ist eine der gesperrten Anlagen am Zürcher Seebecken. Derzeit tummeln sich Jogger, Spaziergängerinnen und Sonnenbadende in anderen Grünanlagen.
Foto: Urs Jaudas

«Die Freigabe von Freiflächen steht bei uns hoch oben auf der Prioritätenliste», sagt der Zürcher Gemeinderat und Fraktionspräsident der Grünen, Markus Kunz, gegenüber der NZZ. Die Öffnung der Seeanlagen, die seit Ende März abgesperrt sind, könnte laut Kunz andere Grünflächen entlasten. Er sei etwa am Wochenende im Irchelpark gewesen, wo es «eindeutig zu grosse Menschenansammlungen hatte».

Die Partei will am Mittwoch im Zürcher Gemeinderat eine Fraktionserklärung verlesen – als Anregung für den Stadtrat. Am 22. April hatte dieser kommuniziert, dass die Grünflächen bis mindestens am 11. Mai gesperrt bleiben. Mit der Zürcher Polizeivorsteherin und Parteikollegin Karin Rykart haben die Grünen das Thema bereits vorsondiert. Der Stadtrat ist laut Kunz aber noch zurückhaltend.

Unterstützung bekommen die Grünen hingegen von der Stadtzürcher FDP. Parteipräsident Severin Pflüger spricht sich gemäss NZZ ebenfalls dafür aus, dass die Seeanlagen so schnell wie möglich wieder aufgehen. Der Staat solle nur so viel verbieten wie nötig, sagt Pflüger. Sollte es zu grossen Menschenansammlungen kommen, könnte die Stadt die Anlagen temporär wieder schliessen.

«Man soll immer noch zu Hause bleiben»

Unterschiedlich beurteilen SVP-Gemeinderäte eine Lockerung am Seebecken. Gemeinderat Emanuel Eugster fragt sich auf Facebook, wann die Stadt gedenke, die Seeanlage wieder zu öffnen. Derzeit seien «Hunderte von Menschen» ausserhalb der Absperrung beim Mythenquai am See und auf der Wiese.

Susanne Brunner, Vizepräsidentin der städtischen SVP, findet es hingegen angebracht, «dass das Verbot noch aufrechterhalten wird». Denn diese Massnahme sei durchaus tragbar im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Einschränkungen, deren Aufhebung dringlicher sei. Auch Präsident Mauro Tuena hält eine Öffnung «derzeit für schlicht unmöglich». Die Stadt müsse schliesslich das Versammlungsverbot durchsetzen.

Ausnahmsweise gleicher Meinung wie die SVP ist die Stadtzürcher SP. Für Präsident Marco Denoth ist eine Lockerung derzeit kein Thema. «Die Losung heisst immer noch, dass man zu Hause bleiben soll.» Würden die Seeanlagen öffnen, könnte das von der Bevölkerung als falsches Signal verstanden werden, dass man sich nun nicht mehr so stark zurückhalten müsse.