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Interview mit Unispital-InfektiologeHilft Echinaforce wirklich gegen Corona?

Das Labor Spiez hat offenbar eine biologische Waffe gegen das Coronavirus entdeckt. Huldrych Günthard vom Unispital Zürich sagt, ob das Pflanzenheilmittel tatsächlich Wunder wirkt.

Um die Wirksamkeit des Roten Sonnenhuts zu beweisen, bräuchte es klinische Studien.
Um die Wirksamkeit des Roten Sonnenhuts zu beweisen, bräuchte es klinische Studien.
Foto: Getty Images

In der Petrischale wirkt das in Apotheken rezeptfrei erhältliche Echinaforce gegen Sars-CoV-2, wie ein Forscherteam des Labors Spiez im Fachblatt «Virology Journal» feststellte. Der «Blick» sieht darin bereits einen Corona-Killer. Sind die Extrakte aus dem Roten Sonnenhut tatsächlich ein Wundermittel?

Nein, sicher nicht. Zum einen wurden schon viele andere wirksame Substanzen im Labor getestet, die sich klinisch dann aber leider nicht als wirksam erwiesen haben. Zum Beispiel das Anti-HIV-Medikament Kaletra, das aus einer Kombination von Lopinavir und Ritonavir besteht. Dieses Präparat hatte aber nur im Reagenzglas eine antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 gezeigt. Deshalb bedeutet auch diese aktuelle Studie erst mal gar nichts. Denn wir wissen derzeit nicht, ob es auf der Schleimhaut der Nase und des Rachens genauso gut wirkt wie in der Zellkultur. Deshalb braucht es unbedingt zuerst klinische Studien am Menschen mit genügend Leuten, um von einem Durchbruch sprechen zu können.

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