Zum Hauptinhalt springen

Leitartikel: MindestlohnHöhere Löhne würden Stadtkasse auch in Kloten entlasten

Kloten wird sich bald mit dem Thema Mindestlohn befassen müssen. Auch aus marktwirtschaftlicher Sicht gibt es durchaus Argumente, die für eine solche Regulierung sprechen.

Für die Reinigungsbranche gibt es zwar einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Der darin festgehaltene Mindeststundenlohn ist aber mit 19.20 Franken knapp bemessen.
Für die Reinigungsbranche gibt es zwar einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Der darin festgehaltene Mindeststundenlohn ist aber mit 19.20 Franken knapp bemessen.
Roland Schmid

Kann man mit 3300 Franken Monatslohn hierzulande leben? Wahrscheinlich schon – vorausgesetzt, man hat keine Kinder zu versorgen, wohnt günstig, besitzt kein Auto und leistet sich auch sonst keine Extravaganzen. Dennoch: Wer 42 Stunden in der Woche putzt, serviert, Haare schneidet oder Flugpassagiere betreut und sich dennoch überall einschränken muss, kann das Gefühl entwickeln, irgendwie zu kurz zu kommen in einer Gesellschaft mit vielen Wohlhabenden.

In der Schweiz gelten rund 135’000 Personen als Working Poor. Fast die Hälfte davon ist bereits zwischen 35 und 50 Jahre alt, zwei Drittel sind Frauen, viele mit Migrationshintergrund. Obwohl diese Personen meist anstrengende Jobs ausüben, kommen sie kaum über die Runden. Eine Lösung für dieses Problem könnte ein gesetzlicher Mindestlohn sein. Doch anders als die meisten europäischen Länder tut sich die Schweiz schwer mit Vorgaben, die in den freien Arbeitsmarkt eingreifen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.