Horgen

Industriefirma SSM prüft neuen Standort

Nach dem Wegzug von Schweiter aus Horgen ­stehen möglicherweise auch bei der ehemaligen Tochter SSM Umzugspläne an. Die Textilmaschinenbauerin steht in Gesprächen über eine Verlegung des Hauptsitzes.

Textilmaschinen-Hersteller SSM in Horgen stellt Weichen für die Zukunft: Verbleib am jetzigen Standort oder Wegzug stehen zur Debatte.

Textilmaschinen-Hersteller SSM in Horgen stellt Weichen für die Zukunft: Verbleib am jetzigen Standort oder Wegzug stehen zur Debatte. Bild: Manuela Matt

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Der Name SSM und Horgen sind eng miteinander verknüpft: Seit die ehemalige Textilmaschinensparte aber von Rieter übernommen wurde, ist einiges anders. Der aktuelle Mietvertrag laufe in «absehbarer Zukunft» aus, wie Rieter-Konzernsprecherin Relindis Wieser auf Anfrage der ZSZ sagte. Deshalb würden momentan mögliche Alternativen geprüft. Der Prozess laufe, «und wir werden das Ergebnis kommunizieren, sobald eine Entscheidung gefallen ist». Wann genau dies sein wird, konnte Wieser auf Anfrage der ZSZ nicht sagen.

Offen bleibt demnach, ob SSMin Horgen bleibt oder allenfalls auch ein Wechsel nach Winterthur infrage kommt. Der Firmensitz von Rieter befindet sich in Winterthur. Auf dem riesigen Firmenareal plant der Spinnereimaschinenhersteller auf rund 30 000 Quadratmetern Fläche einen Neubau und will hier ein Kundenzentrum, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die Montage und die Verwaltung ansiedeln. Der Einzug ist bis Mitte 2021 geplant.

Gemeinde Horgenist involviert

Erste Kontakte zwischen SSM und der Gemeinde Horgen zur Zukunft des Unternehmens fanden nach Angaben von Gemeindepräsident Theo Leuthold schon vor einigen Jahren statt. Damals sei es aber um das Mietverhältnis mit der Eigentümerin der Immobilien, der Credit Suisse, gegangen. Leuthold weist dar­auf hin, dass die Gemeinde mit ­allen grossen Firmen in Horgen in regelmässigem Gedanken­austausch stehe. Dabei stünden oft Anliegen wie Bushaltestellen, Bauarbeiten oder Umleitungen im Zentrum. Bei der Firma SSM sei es um den Ausbau der Dammstrasse gegangen (wegen Rampen für den Verlad). In diesem Zusammenhang sei auch ein möglicher Umzug thematisiert worden – nicht zum ersten Mal.

Aktuell hat sich die Gemeinde in die Evaluation nach einem neuen Standort bei SSM eingeschaltet, «um im Rahmen von informellen Gesprächen auf mög­liche Grundstücke und Objekte hinzuweisen». Leuthold glaubt, im Rahmen dieser Gespräche erkannt zu haben, dass SSM gerne in Horgen bleiben würde. Bis wann diese Gespräche andauern respektive zu einem Ergebnis führen, vermag Leuthold nicht zu sagen. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab, «aber meines Wissens ist die Zeit ein wichtiger ‹Treiber›».

Erstellt: 31.05.2018, 15:15 Uhr

SSM Textilmaschinen

Nach langer Zugehörigkeit zu Schweiter Technologies in Horgen wurde die Textilsparte SSM per Mitte 2017 an die Industriegruppe Rieter verkauft. Der traditionsreiche Winterthurer Spinnereimaschinenhersteller liess sich den Kauf 124 Millionen Franken kosten. Die Kompetenz von SSM im Bereich Präzisionsspulen eröffne Rieter Möglichkeiten im Geschäft mit Kurzstapel-Spinnereimaschinen, hiess es. An der Marke SSM will Rieter nach eigenen Angaben fest­halten, ebenso am bisherigen Management von SSM. Zu SSM gehören die Gesellschaft SSM Schärer Schweiter Mettler in Horgen – die sich 1989 zu SSM zusammengeschlossen hatten – sowie die Tochtergesellschaften in Italien und China. Weltweit ist SSM mit zwölf eigenen Servicestationen vertreten.

2016 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 86 Millionen Franken. Insgesamt beschäftigt SSM 250 Mitarbeitende, davon rund 120 am Standort Horgen. Am linken Zürichseeufer sind die anspruchsvollen Spezialmaschinen konzentriert. Für die Immobilien von SSM Textilmaschinen in Horgen besteht ein Mietvertrag, der eins zu eins von Rieter übernommen wurde.

Der Geschäftsbereich Components von Rieter, in den SSM integriert wurde, steigerte dank der Übernahme den Umsatz im Geschäftsjahr 2017 von 220 Millionen Franken auf 229,8 Millionen. Im zweiten Halbjahr trug SSM einen Umsatz von 49,1 Millionen Franken bei. Der Bestellungseingang lag mit 228,5 Millionen Franken (2016: 178,4 Millionen Franken) deutlich über dem Vorjahr, wobei die Akquisition von SSM Textilmaschinen ab dem zweiten Halbjahr 2017 mit 42,5 Millionen Franken zu dieser Entwicklung beitrug.
Neben SSM, Bräcker, Novibra und Suessen gehört zum Geschäftsbereich Components von Rieter auch die Graf + Cie AG in Rapperswil-Jona. Das Unternehmen stellt Karden- und Walzen­kardengarnituren her und feierte letztes Jahr sein 100-Jahr-Jubiläum.

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