Kilchberg

Lindt&Sprüngli steigert Gewinn und Umsatz

Der Schokoladehersteller Lindt&Sprüngli hat im ersten Halbjahr Gewinn und Umsatz gesteigert. Das Wachstum hat sich aber verlangsamt.

Der Schokoladenhersteller aus Kilchberg hat in der ersten Jahreshälfte «unter schwierigen Rahmenbedingungen» ein erfreuliches Wachstum erzielt.

Der Schokoladenhersteller aus Kilchberg hat in der ersten Jahreshälfte «unter schwierigen Rahmenbedingungen» ein erfreuliches Wachstum erzielt. Bild: Keystone

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Stagnierende Märkte und eine verhaltene Konsumentenstimmung haben bei Lindt&Sprüngli im ersten Halbjahr zu einem verlangsamten Wachstum geführt. Der Zürcher Schokoladekonzern gewann aber in allen strategisch wichtigen Märkten Anteile dazu.

Der Umsatz kletterte von Januar bis Juni um 6,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken, wie Lindt&Sprüngli am Freitag mitteilte. Weil sich das Währungsumfeld etwas verbessert hat und sich vor allem Euro und US-Dollar zum Franken etwas erhöht haben, blieb das Wachstum in Lokalwährungen mit 4,4 Prozent erstmals seit langem unter der Entwicklung in Franken.

Damit wuchs der Schokoladehersteller aus Kilchberg ZH weniger stark als im ersten Halbjahr 2015, als er aus eigener Kraft noch um 9,4 Prozent zulegte. Im Communiqué weist Lindt& Sprüngli auf ein beschleunigtes Wachstum im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2015 hin.

Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 8,6 Prozent auf 98,4 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte eine Steigerung des Reingewinns um 11 Prozent auf 72,2 Millionen Franken.

Die vorgelegten Zahlen liegen beim organischen Wachstum unter den Schätzungen, beim Gewinn im Bereich der Erwartungen. Analysten hatten gemessen am AWP-Konsens ein organisches Wachstum von 5,1 Prozent, einen EBIT von 99,8 Millionen Franken sowie einen Reingewinn von 71,7 Millionen Franken prognostiziert.

Teure Rohstoffe und stagnierende Märkte

Lindt&Sprüngli spricht in der Mitteilung von einem «erfreulichen Wachstum», das unter «schwierigen Rahmenbedingungen» erzielt worden sei. Zu den Herausforderungen zählten demnach vor allem anhaltend hohe Rohstoffpreise für Kakaobohnen und Kakaobutter, stagnierende Schokolademärkte und eine weitreichend verhaltene Konsumentenstimmung.

Weiter passte der Konzern das Produktportfolio des 2014 zugekauften Premiumherstellers Russell Stover an, was sich entsprechend auf das Gruppenwachstum im ersten Halbjahr auswirkte.

Zudem stehe das diesjährige Halbjahresergebnis einem überdurchschnittlichen Resultat im ersten Halbjahr 2015 gegenüber. In diesem herausfordernden Umfeld sei es Lindt in der ersten Hälfte 2016 gelungen, schneller als der Markt zu wachsen und wichtige Anteile zu gewinnen.

Im Segment Europa legte Lindt organisch um 5,7 Prozent auf 738,5 Millionen Franken zu. In der Schweiz sei man trotz anhaltendem Einkaufstourismus leicht gewachsen, sehr gute Ergebnisse hätten die Tochtergesellschaften in Deutschland und Frankreich erzielt.

Schwächere Dynamik in Nordamerika

Der Bereich Nordamerika, wo Lindt&Sprüngli über 40 Prozent seiner Schokolade verkauft, wuchs organisch lediglich um 0,8 Prozent auf 569,1 Millionen Franken. Neben der schwachen Entwicklung des Gesamtmarktes sind hier die Produktanpassungen bei Russell Stover ein Grund für die langsame Entwicklung. Strategisch nicht geeignete Produkte würden zurzeit eliminiert, Preise erhöht und Konditionen angepasst.

Dies wiederum habe einen kurzfristigen Einfluss auf das Wachstum. Gleichzeitig bilde diese Anpassung aber eine gesunde Basis für zukünftiges profitables Wachstum, heisst es.

Im Segment «Rest der Welt» wuchs Lindt um rund 10 Prozent auf 193,9 Millionen Franken. Besonders gute Ergebnisse erzielten die Tochtergesellschaften in Australien, Südafrika, Brasilien und Japan.

Eigene Shops sind der Renner

Als eine Erfolgsgeschichte erweist sich der Verkauf von Schokolade in den eigenen Shops. Für das Geschäftsjahr 2016 plant Lindt&Sprüngli 65 Eröffnungen. Damit wird der Bereich Global Retail per Jahresende an die 400 Shops zählen.

Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet für das zweite Halbjahr eine Beschleunigung des Umsatzwachstums gegenüber den ersten sechs Monaten. Damit sollen die strategischen Ziele für das Gesamtjahr mit einem organischen Wachstum von 6 bis 8 Prozent erreicht werden können. (mst/sda)

Erstellt: 22.07.2016, 09:57 Uhr

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