Horgen

Schweiter peilt Umsatzmilliarde an

Die Horgner Industriegruppe Schweiter ist im vergangenen Jahr vor allem dank Übernahmen um einen Fünftel gewachsen und will dieses Jahr die Milliarden-Umsatzgrenze knacken.

Schweiter Technologies (hier der Hauptsitz in Horgen) hat ein gutes Geschäftsjahr hinter sich.

Schweiter Technologies (hier der Hauptsitz in Horgen) hat ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. Bild: Keystone

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Für die zweite Jahreshälfte hatte sich der Konzernchef von Schweiter, Heinz Baumgartner, bereits im August bei der Präsentation der Halbjahreszahlen «mindestens so zuversichtlich wie für das erste Semester» gezeigt. Seinen Optimismus gründete er auf den wachsenden Beitrag aus den drei Zukäufen mit PNG Balsa (Papa-Neuguinea), Plastwag (Polen) und Polycasa (Belgien), die Wirkung der Massnahmen gegen die Frankenstärke und den robusten Bestellungseingang.

Kerngesunde Bilanz

Gestern nun bei der Jahresbilanzkonferenz zeigte sich Baumgartner in Zürich «sehr zufrieden» mit dem Resultat für 2015. Sowohl beim Umsatz, als auch beim Gewinn resultierte für den Werkstoff- und Textilmaschinenhersteller ein zweistelliges Wachstum. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf gut 915 Mio. Franken, während sich der Reingewinn um 10 Prozent auf gut 50 Millionen erhöhte.

Baumgartner machte keinen Hehl daraus, «dass wir den Ehrgeiz haben, im laufenden Jahr mit etwas Glück die Umsatzmilliarde zu knacken». Zwar sei das Jahr noch jung. Doch Baumgartner zeigte sich zuversichtlich, «weil wir gut ins neue Jahr gestartet sind, wir über einige vielversprechende neue Projekte verfügen und wir drei Akquisitionen getätigt haben, von denen wir auch noch einen leicht positiven Konsolidierungseffekt erwarten».

Dazu kommt eine äusserst gesunde Bilanz: Das heisst, das Unternehmen ist praktisch schuldenfrei und verfügt über eine Eigenkapitalquote von knapp 70%. Schweiter ist heute eine global aufgestellte Firma, mit einer Präsenz in 50 Ländern, in der Hälfte davon mit einer eigenen Betriebsstätte und mittlerweile knapp 4700 Mitarbeitenden. Das Unternehmen will denn auch weiter wachsen, in erster Linie im Hauptgeschäft 3A Composites (Verbundwerkstoffe) und in erster Linie organisch, wie Baumgartner ausführte: «Parallel dazu wollen wir aber auch mit Zukäufen wachsen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet». Das Unternehmen habe aber immer den Anspruch, eine Akquisition nicht um der Akquisition willen zu tätigen, «sondern sie muss einen synergetischen Mehrwert liefern». Eins und eins müsse in diesem Fall mehr als zwei ergeben.

Noch keine Trendaussage

Für das laufende Jahr geht Baumgartner bei der Division 3A Composites davon aus, dass der Bereich Kernmaterialien von einer anhaltend hohen Nachfrage der Windenergiekunden profitieren wird. Im Bereich Architektur und Display (von 3A Composites) entwickelten sich die Umsätze seit Jahresbeginn erfreulich und lägen über dem Vorjahr. Im Vergleich dazu hat der weitaus kleinere Geschäftsbereich SSM Textilmaschinen nach Angaben von Baumgartner das Jahr in etwa auf Höhe des Vorjahres begonnen. Die Türkei und einzelne asiatische Märkte zeigten positive Anzeichen einer weiteren Erholung. Die fokussierte Nischenstrategie mit Kostenführerschaft und schlanken Strukturen soll fortgesetzt werden. Gegen die Frankenstärke könne mit dem Werk in Italien ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Dabei liegt der Fokus von SSM nach Angaben von Baumgartner am Standort Horgen klar auf dem anspruchsvollen Maschinenbau.

Auch wenn der Start ins neue Geschäftsjahr geglückt ist, will Baumgartner daraus noch keinen Trend ableiten: «Aber ich bin überzeugt, dass wir uns in einem Jahr über ein erneut gelungenes Geschäftsjahr unterhalten werden», stellte der 52-jährige Schweiter-Chef, seit bald 18 Jahren im Amt, in Aussicht.

Die Schweizer Börse nahm am Freitag mit Wohlwollen von dem Zahlenkranz aus Horgen Kenntnis. Die Schweiter-Aktie gewann leicht hinzu, während der Gesamtmarkt SPI nachgab.

Erstellt: 18.03.2016, 08:33 Uhr

Dividende unverändert

Geschäftsjahr 2015 in Zahlen

Schweiter Technologies ist im Geschäftsjahr 2015 dank Zukäufen stark gewachsen. Der Nettoumsatz erreichte 915,4 Mio. Franken (Vorjahr: 765,6 Mio.), eine Steigerung von 20% (+23% in lokalen Währungen, davon 2% organisch). Der mit Abstand grösste Geschäftsbereich 3A Composites (Verbundwerkstoffe) – mit einem Anteil am Gruppenumsatz von 90% – erzielte ein Wachstum von 24% auf knapp 841 Mio. Franken.

Hier lieferte insbesondere das Kernmaterialgeschäft – wo Schweiter im Bereich Balsaholz die klare Nummer eins weltweit ist – einen grossen Wachstumsbeitrag. Der zweite Geschäftsbereich SSM Textilmaschinen erlitt in einem schwierigen Marktumfeld einen Umsatzrückgang von 16% gegenüber dem rekordhohen Vorjahreswert, auf 74,3 Millionen. Der Reingewinn von Schweiter stieg – trotz Währungsgewinnen im Vorjahr – im vergangenen Jahr um 10% auf 50,1 Mio. Franken (45,5 Mio.).

Den operativen Gewinn auf Stufe Ebit (vor Zinsen und Steuern) steigerte die Horgner Industriegruppe um 15% auf 65,9 Mio. Franken. Die entsprechende Marge lag bei 7,2% (Vorjahr: 7,5%), trotz der Herausforderungen in Folge der starken Aufwertung des Schweizer Frankens und den im Geschäftsjahr 2015 angefallenen Einmalkosten (115 Mio. Fr.) für die Übernahme und Integration der drei akquirierten Gesellschaften (PNG Balsa, Plastwag und Polycasa). Die Eigenkapitalquote von Schweiter betrug 68% (per Ende 2015). Der Generalversammlung vom 3. Mai wird eine unveränderte Ausschüttung von 40 Franken je Inhaberaktie vorgeschlagen. (ths)

Neuer Chef für SSM

Der Chef von SSM Textilmaschinen, Ernesto Maurer, zieht sich nach sechs Jahren auf den 1. April aus dem operativen Geschäft zurück und übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von SSM mit Hauptsitz und Produktion in Horgen und 250 Beschäftigten. Sein Nachfolger als CEO wird der bisherige Leiter Entwicklung von SSM Giudici, Davide Maccabruni, wie die Schweiter-Tochtergesellschaft gestern mitteilte.

Maccabruni ist seit rund 10 Jahren bei SSM tätig und hat laut Mitteilung «die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren massgeblich mitgeprägt». Mit dem Wechsel an der SSM-Spitze sieht Schweiter die Kontinuität in der Unternehmensführung gewärleistet. (ths)

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