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Einer auf der IntensivstationIm Spital Bülach werden zurzeit neun Covid-19-Patienten behandelt

Der Corona-Ansturm lässt weiter auf sich warten. Die Anzahl stationär behandelter Patienten hat sich in Bülach jedoch seit letzter Woche fast verdoppelt.

Die «Corona-Zentrale» beim Spital Bülach. Links das Zelt, das als Wartezimmer dient. Rechts die Container, in denen die Patienten untersucht werden.
Die «Corona-Zentrale» beim Spital Bülach. Links das Zelt, das als Wartezimmer dient. Rechts die Container, in denen die Patienten untersucht werden.
PD

Das Zelt, das wegen des Coronavirus vor der Notfallstation beim Spital Bülach aufgebaut wurde, steht noch immer die meiste Zeit über leer. Eigentlich sollte es als Wartezimmer für bis zu 50 Personen dienen. Doch zurzeit werden in Bülach durchschnittlich lediglich 20 Personen auf die Atemwegserkrankung Covid-19 getestet. Vor zwei Wochen waren es noch deren 40 pro Tag. Bleibt der von Experten und Spitälern erwartete Grossansturm etwa aus? Urs Kilchenmann, Fachverantwortlicher Kommunikation beim Spital Bülach, sagt: «Wir befinden uns quasi in einem Blindflug und müssen nun Geduld haben und die vom Bundesamt für Gesundheit ausgesprochenen Empfehlung einhalten.» Der weitere Verlauf müsse abgewartet werden. «Wir wären alle sehr froh, wenn es zu keinem Ansturm kommt. Wir sind jedoch nach wie vor für alles gewappnet.»

Fakt ist: Die Anzahl stationär behandelter Corona-Patienten ist in Bülach im Lauf der letzten Woche von fünf auf neun angestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. Ein Patient liegt zurzeit auf der Intensivstation. Kilchenmann führt aus: «Wir verzeichnen eine stetige Zunahme von hospitalisierten Covid-19-Patienten, und es ist unklar, wie lange die Fallzahlen weiter ansteigen werden.» Insgesamt wurden in Bülach bereits über 600 Personen auf die neuartige Atemwegserkrankung getestet, bei fast zehn Prozent von ihnen fiel das Ergebnis positiv aus.

Neu sollen alle stationären Risikopatienten getestet werden

Am Donnerstagmorgen gab die Zürcher Gesundheitsdirektion eine neue Empfehlung an die Spitäler heraus. So sollen künftig neu eintretende stationäre Patienten auf das Coronavirus getestet werden, auch wenn sie keine entsprechenden Symptome zeigen. Dies, um andere Patienten sowie das Personal vor einer Ansteckung zu schützen. Wie diese Massnahme konkret umgesetzt wird, entscheidet sich jedoch erst in den nächsten Tagen. Denn vom Spital Bülach war noch am gleichen Abend zu erfahren, dass die Gesundheitsdirektion vor der definitiven Einführung noch die ersten Erfahrungen des Universitätsspitals auswerten will.

Weiterhin gilt: Personen, welche Atemwegsbeschwerden und bestimmte Vorerkrankungen haben, sollten sich beim Hausarzt oder in einem Spital testen lassen. Wichtig ist aber, sich im Vorfeld telefonisch anzumelden und nicht unangemeldet vorbeizugehen.

In der Schweiz wurden bisher über 18’000 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, 432 Personen sind an der Krankheit gestorben (Stand Donnerstag). Die anderen erholen sich früher oder später wieder. In der Schweiz ist das laut Echtzeitkarte bei über 4000 Personen bereits der Fall. Das nationale Zentrum für Infektionsprävention Swissnoso geht davon aus, dass milde Erkrankungsverläufe nach 48 Stunden Beschwerdefreiheit und frühestens zehn Tage nach Beschwerdebeginn nicht mehr infektiös sind. «Zurzeit laufen aber noch diverse Studien zu diesem Thema, und die Ergebnisse liegen teils noch nicht vor», sagt Urs Kilchenmann vom Spital Bülach.