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Nur 3 von 18 Bädern geöffnetIn Rorbas, Kloten und Niederweningen kann man bereits wieder schwimmen

Das Coronavirus macht dem Start in die Badisaison einen Strich durch die Rechnung. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die meisten Anlagen noch bis 8. Juni geschlossen.

Damit der Abstand jederzeit gewährleistet ist, stehen im Hallenbad Schluefweg in Kloten pro fünf Schwimmer jeweils zwei Bahnen zur Verfügung, eine um hoch- und die andere, um wieder runter zu schwimmen.
Damit der Abstand jederzeit gewährleistet ist, stehen im Hallenbad Schluefweg in Kloten pro fünf Schwimmer jeweils zwei Bahnen zur Verfügung, eine um hoch- und die andere, um wieder runter zu schwimmen.
Foto: Christian Merz

Durch das Coronavirus verzögert sich der Start der Freibadsaison. Die Hallen- und Freibäder in der Region könnten zwar bereits öffnen, jedoch nur mit massiven Einschränkungen. So dürfen sich beispielsweise aufgrund des Versammlungsverbots nur fünf Personen gleichzeitig in einem Becken aufhalten. Bei grossen Schwimmerbecken mit 50-Meter-Bahnen dürfen es je nach Anzahl Bahnen auch zwei bis drei Gruppen à fünf Personen sein. Damit der Abstand jederzeit gewährleistet ist, stehen den Schwimmern jeweils zwei Bahnen zur Verfügung, eine, um hoch-, und die andere, um wieder runterzuschwimmen. In Nichtschwimmer- und Sprungbecken müssen ebenfalls Schwimmbahnen errichtet werden, planschen ist dort nicht erlaubt.

Damit die Hallen- und Freibäder öffnen können, muss die jeweilige Gemeinde ein entsprechendes Schutzkonzept genehmigen. Als der Bundesrat im April erste Lockerungen der Corona-Massnahmen angekündigt hatte, erstellte der Verband Hallen- und Freibäder ein solches. Dieses muss von den lokalen Betreibern lediglich noch durch einen Vorspann mit den örtlichen Gegebenheiten – zum Beispiel Anzahl Becken und Bahnen – ergänzt werden. Verbandspräsident Thomas Reutener sagt: «Das Schutzkonzept ist so aufgebaut, wie es voraussichtlich ab dem 8. Juni angewandt werden kann.» Mit den jetzigen Vorgaben greife es aber noch nicht richtig. «Wir wollten dem Bundesrat eigentlich aufzeigen, dass die Bäderbranche bereit ist, den Betrieb wieder hochzufahren.» Der Entscheid, dass Sport bis Anfang Juni lediglich in Gruppen bis maximal fünf Personen betrieben werden kann, sei dann auch ein Genickbruch für den Verband gewesen.

Frühzeitige Eröffnung lohnt sich finanziell nicht

Nun müssen sich die Betreiber der Unterländer Hallen- und Freibäder also noch mindestens drei Wochen gedulden. Vielerorts wäre eine frühzeitige Eröffnung aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. So zum Beispiel im Water World in Wallisellen. Thomas Reutener, der auch Geschäftsführer der Sportanlagen AG Wallisellen ist, sagt: «Die Wasser-, Chemie-, Strom- und Heizkosten für unser Hallenbad liegen pro Tag bei etwa 2000 Franken.» Dazu kämen Kosten für das Personal. Da sich im Hallenbad lediglich 25 Leute gleichzeitig aufhalten dürften, wären das pro Tag 300 bis 350 Gäste. «Das würde sich für uns finanziell überhaupt nicht lohnen.» Anders sehe es beim zugehörigen Freibad aus, wo die Wasser- und Stromkosten viel tiefer seien und vor allem keine Heizkosten anfielen. «Allenfalls öffnen wir das Freibad in den nächsten Tagen, aber nur zu reinen Trainingszwecken», sagt Reutener.

Das einzige Hallenbad, welches bereits jetzt offen hat, ist jenes in Kloten. Der Leiter Bäder, Daniel Weiss, sagt: «Wir sind ein Betrieb der Stadt Kloten. Die finanziellen Einbussen werden von ihr getragen.» Er zieht ein positives Fazit der ersten Woche Corona-Betrieb: «Die Leute sind froh und dankbar, dass sie wiederkommen können, und halten sich an die Regeln.» Maximal dürfen sich zwanzig Personen gleichzeitig im Hallenbad aufhalten. Individualsportler können tagsüber und am Wochenende ihre Runden schwimmen, am Abend ist das Hallenbad jeweils für Vereinssportler reserviert. Auf dem offiziellen Facebook-Kanal der Stadt Kloten wurde ein Video publiziert, in welchem zu sehen ist, wie ein Besuch im Hallenbad Schluefweg zu Zeiten von Corona aussieht.

Schwimmer müssen sich im Voraus anmelden

Das Freibad in Kloten bleibt voraussichtlich noch bis 8. Juni geschlossen. Eine frühere Öffnung wäre laut Daniel Weiss dann doch zu kompliziert gewesen: «Draussen würde es knapp werden mit den sanitären Anlagen. Zudem müssten wir alle Liegewiesen absperren.» Er ist froh, dass das Wetter zumindest nicht so mitspielt. «Wäre es jetzt so schön wie im April, hätten die Leute sicher weniger Verständnis.»

Die beiden einzigen Unterländer Freibäder, die bereits geöffnet haben, sind jene in Niederweningen und Rorbas. Auch dort gelten sehr strenge Regeln. Da in Niederweningen im grossen 50-Meter-Becken nur zehn Personen und im kleinen Becken nur fünf Personen gleichzeitig schwimmen dürfen, muss man sich im Voraus telefonisch bei den Bademeistern anmelden. Für die Schwimmer stehen zwischen 9 und 17 Uhr jeweils einstündige Zeitfenster zur Verfügung.

Ähnlich sieht es in der Rorbaser Badi Töss Side aus. Im Schwimmbecken wird in unterteilten Bahnen geschwommen. Zugelassen sind Kinder ab 10 Jahren und nur zum Sportschwimmen. Die Liegewiese und die Garderoben bleiben geschlossen. Dusche und WC haben geöffnet.

Im Freibad Sandhöli in Niederweningen dürfen im grossen Becken maximal 10 Personen und im kleinen Becken maximal 5 Personen gleichzeitig schwimmen.
Im Freibad Sandhöli in Niederweningen dürfen im grossen Becken maximal 10 Personen und im kleinen Becken maximal 5 Personen gleichzeitig schwimmen.
Foto: Michael Caplazi
Im Freibad Töss Side in Rorbas kann man zwar schwimmen, die Garderoben und die Liegewiese bleiben jedoch geschlossen.
Im Freibad Töss Side in Rorbas kann man zwar schwimmen, die Garderoben und die Liegewiese bleiben jedoch geschlossen.
Foto: Michael Caplazi
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Eröffnungsfest und Tag der offenen Tür futsch

Das Hallenbad Bruggwiesen in Opfikon wird zurzeit totalsaniert. Auch das dazugehörige Freibad wird auf den neusten Stand gebracht. Betriebsleiter Peter Pfluger sagte im vergangenen September: «Für die nächste Sommersaison werden wir rechtzeitig bereit sein.» Zudem rechnete er für die ersten beiden Monate nach Wiedereröffnung mit einem Besucheranstieg von bis zu 50 Prozent. Nun kommt alles anders. «Wegen des Coronavirus kam es zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten», sagt Pfluger. Das grosse Eröffnungsfest und den Tag der offenen Tür könne man nun vergessen. Statt auf den 30. Mai ist die Eröffnung nun auf Mitte Juli und damit auf den Start der Sommerferien geplant. «Da in diesem Sommer nicht so viele Leute verreisen werden wie sonst, würden die Badis natürlich davon profitieren.» Je nach Corona-Massnahmen nützt dies aber nichts.