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Herber Rückschlag gegen ZugJetzt beginnt bei den ZSC Lions das grosse Zittern

Das 2:6 gegen Zug zeigt, wie fragil die Zürcher sind. Coach Rikard Grönborg ist so verärgert, dass er Dan Tangnes beschimpft.

Schon wieder muss Ludovic Waeber einen Puck passieren lassen – es ist das fünfte Tor der Zuger.
Schon wieder muss Ludovic Waeber einen Puck passieren lassen – es ist das fünfte Tor der Zuger.
Foto: Marc Schumacher (freshfocus)

Die Phase, in der sie fünf Gegentore kassierten, hatten die ZSC Lions hinter sich gewähnt. Doch ein EV Zug in Spiellaune hat sie zurückgeworfen in schlechte Zeiten. Die Zürcher lagen gegen ihren ungeliebten Rivalen nach nur 16 Minuten 0:4 zurück und verloren 2:6.

Damit beginnt bei ihnen wieder das grosse Zittern um die direkte Playoff-Qualifikation. Der Siebte Biel ist wegen seiner Quarantäne momentan zwar zur Untätigkeit verurteilt, doch wenn die Zürcher weiter verlieren, könnte ihr Punkteschnitt unter jenen der Bieler sinken. Zwei weitere Spiele ohne Punkte, und es ist so weit.

Eine Woche zuvor hatten die ZSC Lions in Zug noch 2:1 gewonnen, Trutmann schoss das Siegestor in der 57. Minute. Damals waren die Zuger gerade aus der Quarantäne zurückgekehrt und noch personell arg dezimiert. Inzwischen ist das Team wieder in Schwung geraten, und vier Stammspieler (Diaz, Schlumpf, Senteler, Zehnder) sind zurück. Da konnte es sich Dan Tangnes leisten, Stammgoalie Genoni zuschauen zu lassen und dem 20-Jährigen Robin Meyer von der EVZ Academy das National-League-Debüt zu ermöglichen.

Meyer wurde lange kaum getestet, die Zuger schnürten die ZSC Lions in den ersten 20 Minuten fast durchgehend in ihrer Zone ein. Und da waren diese immer wieder überfordert. Es kam dazu, dass für einmal auch das Boxplay der Zürcher nicht funktionierte: Ihre ersten zwei Strafen nutzten Shore (7.) und Klingberg (16.) zu Toren. Später kam ein weiterer Powerplay-Treffer des Schweden dazu und noch einer Sentelers. Beide wurden bei ihren Toren vom genialen Spielmacher Kovar bedient.

Der Schwalbenvorwurf

Die Ausländer sind bei den Zugern in Topform, auch Shore und Abdelkader, die während der Saison dazustiessen, haben ihre Rollen gefunden. Ganz anders bei den ZSC Lions, die wegen des Suter-Abgangs in die NHL zwar mit fünf Ausländern spielen dürfen, bei denen aber einige wie Lasch oder Rautiainen gar keinen Einfluss aufs Spiel haben. Und dass man in Zürich so lange brauchte, um zu erkennen, dass man eigenen Spielern wie Riedi eine Chance geben könnte, ist doch erstaunlich.

Das Zug-Spiel zeigte wieder einmal, wie wenig es braucht, um diese ZSC Lions aus der Balance zu bringen. Dies hinterliess auch Spuren beim sonst so beherrschten Rikard Grönborg. Der Zürcher Coach rief seinem Gegenspieler Dan Tangnes beim Herauslaufen in der zweiten Pause übers Eisfeld zu, dessen Spieler würden sich mit Schwalben versuchen. Tangnes liess dies nicht auf sich sitzen, brüllte auf Schwedisch zurück und erntete von Grönborg Kraftausdrücke. Die Nerven liegen blank beim strauchelnden Spitzenclub.

Die weiteren Spiele

Spektakulär endete das Berner Derby, pro Drittel fielen drei Tore, am Ende gewann der SC Bern 5:4 gegen die SCL Tigers. Dabei lag das Heimteam bei Spielhälfte nach einem Treffer von Flavio Schmutz noch 3:2 vorne, just vor der Pause konnten die Gäste aber durch Ramon Untersander ausgleichen. Erst danach ging der SCB das zweite Mal an diesem Abend in Führung, Inti Pestoni und Jesper Olofsson trafen, den Tigers gelang nur noch das 4:5 in der 57. Minute.

Wer nun denkt, das wäre nicht zu übertreffen, der irrt. 5:5 stand es nach der regulären Spielzeit zwischen dem HC Davos und dem HC Lugano, alleine sieben der zehn Tore fielen im Mitteldrittel. Dagegen passierte im letzten Abschnitt mit dem einen Tor von Enzo Corvi zum Ausgleich für Davos verhältnismässig wenig. Weil in der Verlängerung niemandem mehr ein Treffer gelang, wurde das Spiel im Penaltyschiessen entschieden, Marc Wieser scheiterte als letzter Davoser mit seinem Versuch, das Spiel endete somit 6:5 für Lugano.

Genf verlor zu Hause gegen Fribourg-Gottéron 2:3. Das Spiel begann schon schlecht für die Gastgeber, in der zweiten Minute traf Jordann Bougro zum 1:0 und kaum hatte das zweite Drittel angefangen, legte David Desharnais nach. Die Genfer konnten noch zweimal hoffen, als sie den Anschluss schafften, am Ende aber blieb es bei der Niederlage. Auch in Ambri gab es einen Auswärtssieg, dank zwei Toren Kevin Clarks im Schlussdrittel, eines ins leere Tor, siegten die Rapperswil-Jona Lakers 4:2. (mro)

4 Kommentare
    Jonas Siegenthaler

    Einzige Hoffnung - immer wenn der Z in der RS schlecht war hats in den PO geklappt. Ich bin deshalb sehr entspannt...