Rapperswil-Jona

Jugendherbergen werden zu Asylzentren

Die Zahl der Asylsuchenden ist im Kanton St. Gallen seit Frühling stark angestiegen. Zur Entlastung werden Flüchtlinge in Jugendherbergen in Rapperswil-Jona und St. Gallen untergebracht.

In den Wintermonaten soll die Jugendherberge Rapperswil-Jona bis zu 58 Asylsuchende aufnehmen.

In den Wintermonaten soll die Jugendherberge Rapperswil-Jona bis zu 58 Asylsuchende aufnehmen. Bild: Google Maps

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Der Kanton St.Gallen muss zurzeit wöchentlich rund 60 Asylsuchende aufnehmen. Weil die bestehenden Zentren ausgelastet sind, ist der Kanton auf zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten angewiesen, teilt die St. Galler Staatskanzlei heute mit. In Absprache mit den jeweiligen Stadtbehörden werden während dem Winter deshalb Asylsuchende zusätzlich in den Jugendherbergen von Rapperswil-Jona und St.Gallen untergebracht . Wie in den Vorjahren wird die Jugendherberge Busskirch in Rapperswil-Jona während vier Monaten als Asylzentrum genutzt. Bis zu 58 Personen fänden dort Unterkunft, heisst es in der Mitteilung. Neu diene auch die Jugendherberge in St.Gallen als Asylzentrum. Von Mitte November bis Ende März stehen dort Betten für höchstens 85 Personen zur Verfügung.

Beide Städte bietet der Bevölkerung die Gelegenheit, anlässlich eines Besuchstages einen Einblick in das Leben eines Asylsuchenden in den Jugendherbergen zu erhalten.

Die Jugendherbergen werden nicht als eigenständige, voll ausgerüstete Zentren für Asylsuchende betrieben. Die fachliche Leitung wird jeweils über bestehende kantonale Zentren sichergestellt. Die Betreuung erfolgt unter Mitwirkung von erfahrenen Mitarbeitenden, die bereits heute in Asylzentren tätig sind. Zusätzlich werden sie von Mitarbeitenden der Jugendherbergen und privaten Sicherheitsdiensten unterstützt.

Kanton und Gemeinden arbeiten zusammen

Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden ist nach dem kantonalen Sozialhilfegesetz grundsätzlich Aufgabe der Gemeinden, heisst es in der Mitteilung weiter. Zur Entlastung der Gemeinden führe das kantonale Migrationsamt seit Jahren Kollektivunterkünfte, in denen die Asylsuchenden auf die Rückkehr in ihr Herkunftsland oder auf ein möglichst selbständiges Leben in den Gemeinden vorbereitet werden. Im Anschluss an den Aufenthalt in einem kantonalen Zentrum werden die Asylsuchenden den politischen Gemeinden zugeteilt, nach einem Verteilschlüssel, den die Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten festgelegt hat.

Zahl der Asylgesuche stark gestiegen

Die Zahl der Asylsuchenden, die vom Staatssekretariat für Migration dem Kanton St.Gallen zugewiesen werden, ist seit dem Frühling stark angestiegen. Gleichzeitig liegen die Anerkennungen von Flüchtlingen bei 27,7 Prozent und die Erteilungen von vorläufigen Aufnahmen bei 32,3 Prozent. Somit bleiben 60 Prozent aller Asylsuchenden dauerhaft oder zumindest längerfristig in der Schweiz. Deshalb seien die Unterbringungsmöglichkeiten sowohl in den kantonalen Zentren wie auch in den politischen Gemeinden praktisch ausgeschöpft sind, so die Erklärung des Kantons.

Der Kanton St.Gallen muss 5,4 Prozent aller Asylsuchenden, die in die Schweiz kommen, übernehmen. Das seien derzeit jede Woche rund 60 Personen. Nach Einschätzung des Staatssekretariats für Migration werden die Gesuchzahlen weiterhin hoch bleiben. Die bestehenden Asylzentren in Oberbüren, Necker, Eggersriet und Mols sowie die befristeten Einrichtungen in Wil, Weesen und St.Gallen, die vom kantonalen Migrationsamt betrieben werden, sind momentan voll ausgelastet, teilweise sogar überbelegt. Es müssen daher zusätzliche Unterbringungsplätze geschaffen werden. (far)

Erstellt: 06.10.2015, 11:37 Uhr

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