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Katze aus HöriKater Rocky wird seit Hausbrand vermisst

Ende Oktober brannte ein über 200-jähriges Bauernhaus in Höri komplett nieder. Die
frühere Bewohnerin Anna Di Fonzo sucht seither ihren getigerten Kater Rocky.

Anna Di Fonzo sucht seit dem Hausbrand in Höri ihren Kater Rocky.
Anna Di Fonzo sucht seit dem Hausbrand in Höri ihren Kater Rocky.
Foto: Barbara Stotz Würgler

Jeden Tag kehrt Anna Di Fonzo an den Ort zurück, wo sie zusammen mit ihrer Familie zwölf Jahre lang gelebt hat. Vom Riegelhaus an der Wehntalerstrasse 41 ist jedoch nicht mehr viel übrig. Es brannte in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober komplett nieder. Alle neun Bewohnerinnen und Bewohner schafften es gerade noch rechtzeitig, das Gebäude zu verlassen. Mit grosser Eigeninitiative und Unterstützung der Gemeinde Höri haben sie rasch neue Wohnungen beziehen können.

Seit kurzem wohnen Anna Di Fonzo, ihre Eltern, ihr Bruder sowie ihr Lebenspartner in Oberhöri. Dennoch ist die Familie noch nicht komplett: Rocky, der getigerte zehnjährige Kater, wurde zwar in der Brandnacht noch draussen gesichtet, doch dann verliert sich seine Spur. «Ich träume jede Nacht davon, dass ich Rocky wiederfinde», berichtet Anna Di Fonzo. Die 23-Jährige ist vom Erlebten noch sichtlich gezeichnet und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Umso mehr vermisst sie ihr Büsi, das sie seit ihrem 13. Lebensjahr begleitet hat.

So sieht Rocky aus.
So sieht Rocky aus.
Foto: Barbara Stotz Würgler

Während der Bruder von Rocky, Kater Charly, wohlauf ist, gibt es über den Aufenthaltsort von Rocky keinen Hinweis. Dabei lässt Anna Di Fonzo nichts unversucht. Sie hat bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale eine
Vermisstenanzeige aufgegeben. An zahlreichen Orten im Dorf hat sie Plakate mit Fotos von Rocky aufgehängt. Und auf Facebook hat sie eine Suchmeldung platziert, die zahlreich geteilt worden ist – doch bislang ohne Erfolg.

In Unterhosen auf die Strasse gerannt

«Er ist sehr anhänglich und verschmust», beschreibt Anna Di Fonzo Rockys Charakter, und ergänzt: «Und ziemlich verfressen.» Wenn sie jeweils nach Hause gekommen sei, habe sie als Erstes nach ihm gerufen. Auch am Abend des 24. Oktobers sei dies so gewesen, als sie mit ihrem Freund gegen halb zwölf Uhr nachts heimgekehrt sei. Das Paar machte es sich vor dem Fernseher gemütlich – und schlief dabei ein. Als sie um halb drei Uhr morgens erwachte, stieg ihr ein merkwürdiger Geruch in die Nase, berichtet Anna Di Fonzo.

Doch sie konnte keine Ursache für den Gestank, der rasch immer intensiver wurde, ausfindig machen. Im Schlafzimmer im oberen Stock angekommen, fand sie keinen Schlaf. Noch unruhiger wurde sie, als sie ein Geräusch wahrnahm, dass sich wie Regenprasseln anhörte. Und plötzlich erhellte eine orange Flamme das Zimmer. Sie habe zu schreien begonnen, ihren Freund geweckt, und sei, nur mit Unterhosen bekleidet und in eine Decke gewickelt, ins Elternschlafzimmer geeilt. Auch ihr Bruder konnte noch rechtzeitig geweckt werden, und die ganze Familie flüchtete auf die Strasse. Auch die weiteren drei Hausbewohner konnten sich in Sicherheit bringen.

Nachdem ihr ein Feuerwehrmann mitteilte, dass man ihren Kater ausserhalb des Hauses gesehen habe, sei sie erst einmal erleichtert gewesen. Doch das Haustier ist bis heute verschwunden. «Ich denke, Rocky hat einen riesigen Schock bekommen und versteckt sich irgendwo», mutmasst Anna Di Fonzo. Die Suche gibt sie auch
einen knappen Monat nach dem Brand nicht auf: «Ich weiss, dass er lebt.»

Wer Angaben über den Aufenthalt von Rocky machen kann, darf sich bei Anna Di Fonzo unter
Telefon 076 383 62 58 melden.