Winterthur

Kirche Rosenberg wird zur Asylunterkunft

Keinen Monat nach Ablehnung der Kulturkirche ist die neue Nutzung der reformierten Kirche Rosenberg klar. Für vorerst zwei Jahre wird sie zur Notunterkunft für 70 Flüchtlinge.

Wird doch nicht leer stehen: Die Stadt und die Kirchgemeinde wollen die Kirche Rosenberg während den nächsten zwei Jahren als Asylunterkunft nutzen.

Wird doch nicht leer stehen: Die Stadt und die Kirchgemeinde wollen die Kirche Rosenberg während den nächsten zwei Jahren als Asylunterkunft nutzen. Bild: Marc Dahinden

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Stadtrat Nicolas Galladé (SP) und Vertreter der Kirchgemeinde Veltheim haben heute an einer gemeinsamen Medienkonferenz dargelegt, wie die Kirche Rosenberg für mindestens zwei Jahre genutzt werden soll: Als Asylunterkunft für 70 Flüchtlinge.

Im Kirchenraum und in einem Saal einen Stock tiefer werden insgesamt 14 kleine Aluminium-Häuschen aufgebaut, wie sie weltweit als Flüchtlingsunterkunft dienen. Darin ist Platz für je fünf Personen mit Betten, Tisch und Stühlen. Ob mehrheitlich Familien nach Winterthur zugewiesen werden oder Einzelpersonen, sei noch nicht klar. Man rechnet aber bei der Stadt auch mit Kindern.

Auf dem Kirchenvorplatz werden Condecta-Container platziert, die mittels provisorischem Dach mit der Kirche verbunden sind. Darin werden Kochgelegenheiten, Duschen und WCs eingerichtet, höchstwahrscheinlich auch Aufenthaltsräume für Kinder und Schulungen. Ein Baugesuch im verkürzten Anzeigeverfahren läuft bereits, denn schon Mitte Januar sollen erste Flüchtlinge im Rosenberg oben wohnen.

Kirchenraum bietet Schutz

Der Veltheimer Pfarrer Arnold Steiner sagte an der Medienkonferenz: «Der Kirchenraum ist nach reformiertem Verständnis ein Schutzraum, wo Menschen Geborgenheit erleben und regenerieren können.» Er erachte es als ein starkes Zeichen, diesen Raum im Rosenberg nun Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen. Stadtrat Galladé bedankte sich bei Pfarrer Steiner und der Kirchenpflege für das Angebot: «Wir nehmen das gerne an, das hilft uns in der jetzigen Situation sehr.» Galladé erinnerte daran, dass der Kanton die Zuweisungsquote kürzlich erhöht hat; Winterthur muss demnach nicht mehr 530, sondern 750 Asylsuchende aufnehmen.

Per 1. Dezember hat die Stadt in der Zivilschutzanlage unter dem Schulhaus Mattenbach ein kantonales Durchgangszentrum eingerichtet für bis zu 100 Personen, ausschliesslich Männer. In der Kirche Rosenberg wird es eine städtische Unterkunft sein. Die Behörden gehen davon aus, dass relativ viele Flüchtlinge, die dort wohnen werden, länger in der Schweiz bleiben, möglicherweise als Flüchtlinge anerkannt werden und integriert werden müssen.

Nach dem Nein gings schnell

Nach den bisherigen Plänen der Kirchgemeinde hätte die Kirche Rosenberg als Kulturkirche weiter genutzt werden sollen. Die Reformierten der ganzen Stadt lehnten den Kredit für einen Pilotbetrieb am 22. November aber ab. Dann ging es schnell: Die Kirchenpflege bot der Stadt die Kirche als Notunterkunft an. Während dieser Nutzung werden Orgel, Kanzel und das farbige Fenster geschützt.

Erstellt: 15.12.2015, 14:00 Uhr

Informationsveranstaltung für Anwohnende

Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers findet eine Informationsveranstaltung statt am Dienstag, 12. Januar 2016, um 19.30 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus Veltheim, Feldstrasse 6, 8400 Winterthur.
Die Verantwortlichen der Stadt Winterthur und der reformierten Kirche informieren und stehen der Bevölkerung Rede und Antwort.

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