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Sporthalle Stighag KlotenKloten erhöht Beteiligung an privater Sporthalle

Die Bevölkerung von Kloten zeigt sich sportlich und sagt Ja zur Erhöhung der städtischen Beteiligung an der Sporthalle Stighag.

Die Sporthalle Heja in Kloten. Sie wurde dank privater Investoren realisiert und wird in 48 Jahren in den Besitz der Stadt Kloten übergehen. Jetzt wurde die Beteiligung der Stadt erhöht.
Die Sporthalle Heja in Kloten. Sie wurde dank privater Investoren realisiert und wird in 48 Jahren in den Besitz der Stadt Kloten übergehen. Jetzt wurde die Beteiligung der Stadt erhöht.
Foto: Christian Wüthrich

«Sehr erfreulich», war die erste Reaktion von Alt-Stadpräsident Bruno Heinzelmann (SVP). Das Finanzielle komme am Ende ja wieder der Stadt Kloten zugute. «Und es ist ein Bekenntnis zum Sport.» Das Finanzielle – das sind noch 455’000 Franken, welche die Klotener Stimmberechtigten am Sonntag der Stiftung Stighag zusprachen. Der Sport findet in der privaten Halle statt, die durch die Stiftung finanziert worden war. Nur: Bis das erste Training stattfand, war es ein weiter Weg, und nach dem ersten Training wurde im übertragenen Sinn nochmals ein neues Spiel angepfiffen. 56,4 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für die Anteilserhöhung aus, 43,6 dagegen. Oder in absoluten Zahlen: 2589 Ja- standen 2005 Nein-Stimmen gegenüber.

Ein langer Weg, Häme inklusive

Und eben: Heinzelmann war über das Ergebnis glücklich. Denn er und der andere grosse Investor der Heja genannten Sporthalle, Klotens bekannter Bauunternehmer Heinz Eberhard, hatten in den vergangenen Jahren einiges einstecken müssen. Nicht zuletzt Häme. Denn sie waren angetreten, um zu beweisen, dass eine Sporthalle, wenn sie privat finanziert ist, schnell und günstig erstellt werden kann. Der Bau der Dreifach-Turnhalle kam letztlich aber auf 5,1 Millionen Franken zu stehen statt wie vorgesehen auf 3,5 Millionen.

SVP-Gemeinderat Ueli Schlatter hatte von einem «Schildbürgerstreich» gesprochen, als das Geschäft im Dezember 2019 im Parlament verhandelt wurde. Die Perspektive der Bauherren war indes eine andere. Bei der Eröffnung der Halle freuten sie sich über den Beweis, wonach eine solche Halle auch unter zehn Millionen Franken erstellt werden kann. Was ihnen deutlich gelungen ist.

Der Teufel versteckte sich dann aber in den Details. Ursprünglich steuerte die Stadt Kloten 1,75 Millionen Franken bei, und das Land, auf dem die Halle steht. Nach 50 Jahren geht das Bauwerk dann gemäss Baurechtsvertrag in den Besitz der Stadt über. An der Halle wurden im Zuge des Baus Anpassungen vorgenommen. Und an dem dadurch entstandenen Aufwand, fanden Heinzelmann und Eberhard, sollte sich die Stadt beteiligen. 1,255 Millionen standen zur Diskussion, das Parlament kürzte den Betrag auf 455’000 Franken. Diese decken Erschliessungsgebühren und die Kompensation für das verlorene Ackerland.

Ob alle Abstimmenden diese Details genau durchschaut haben, spielt jetzt keine Rolle mehr. Die Heja wird unterstützt. Und das, sagt Heinzelmann, sei eben ein positives Zeichen für den Sport. «Der Bau der Halle wurde in Sportkreisen generell positiv aufgenommen.» Man habe das Projekt beispielsweise in Magglingen präsentieren können, denn der Halle kommt Pioniercharakter zu.

Die offene Frage

Bleibt die Frage, ob die Investoren auch nochmals eine solche Halle bauen würden. Heinzelmann lacht: «Bruno Heinzelmann wird in seinem Leben keine Dreifachturnhalle mehr bauen.» Dies aber nicht aus Verbitterung, sondern weil Kloten mit seinen Sporthallen – die Stadt verfügt auch noch über die Dreifachturnhalle am Ruebisbach, und dann steht ganz in der Nähe noch die alte Militärhalle – sehr gut aufgestellt ist. «Es hat Nerven und Zeit gekostet», gibt er zu. Der Prozess dauerte zehn Jahre von der Idee bis zum Erstellen der Halle, und man habe ab und zu wieder eines auf den Deckel bekommen. In beratender Funktion wäre er aber jederzeit bereit, beim Bau einer weiteren Halle zu helfen. «Sport hat mit Erfolg und Niederlagen zu tun. Man steht immer wieder auf und geht wieder ins Spiel.»

«Bruno Heinzelmann wird in seinem Leben keine Dreifachturnhalle mehr bauen.»

Bruno Heinzelmann

Abpfiff ist aber noch länger nicht. Denn die genaue Höhe der Heimfall-Entschädigung ist noch nicht geregelt. Diese wird fällig, wenn die Halle in 48 Jahren in den Besitz der Stadt übergeht. «Sie ist festgelegt auf Basis der Erstellungskosten.» Im Vertrag heisst es, dass Zusatzinvestitionen getätigt werden können. Das wurde gemacht und sollte nun dem Vertrag entsprechend geregelt werden. Um diese Regelung werden sich dereinst wohl seine Nach-Nachfolger kümmern müssen, mutmasst Heinzelmann. Erst einmal danke er jetzt aber den Stimmberechtigten für die Unterstützung.