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ElektroplattformKoreas Antwort auf VW

Die Hyundai Motor Group startet ihre nächste Generation von Elektroautos auf der komplett neu entwickelten Plattform E-GMP. Die Architektur soll leistungsfähiger und schlauer sein als die von Volkswagen.

Mit dem dieses Jahr startenden Ioniq 5 schlägt Hyundai ein neues Kapitel in der E-Mobilität auf.
Mit dem dieses Jahr startenden Ioniq 5 schlägt Hyundai ein neues Kapitel in der E-Mobilität auf.
Hyundai

Es geht nicht ohne. Wer in der Autobranche beim Thema E-Mobilität in Zukunft ein gewichtiges Wörtchen mitreden will, braucht eine konsequent auf Elektroantrieb ausgelegte Fahrzeugarchitektur. Nur so lässt sich das Ganze effizient und wirtschaftlich umsetzen. Die Schlagworte heissen «modularer Aufbau» und «hohe Skalierbarkeit». Als erste Marke hat Volkswagen dieses Prinzip mit dem MEB (Modularer Elektrifizierungsbaukasten) im grossen Stil umgesetzt.

Einen ganz ähnlichen Plan legte jüngst die Hyundai Motor Group mit ihren Marken Hyundai, Ioniq, Kia und Genesis vor. Beim koreanischen Konzern heisst die neue Architektur E-GMP. Das Kürzel steht für Electric-Global-Modular-Platform. E-GMP wurde ausschliesslich für den batterieelektrischen Antrieb ausgelegt, zumindest vorläufig. Im Gespräch ist aber auch die Integration der Brennstoffzelle. Aussen vor bleiben jedoch auf jeden Fall Benziner, Diesel, Hybrid(-HEV) und Plug-in-Hybridantrieb (PHEV).

Flexibilität in allen Bereichen

E-GMP kann extrem flexibel eingesetzt werden. Unterschiedliche Radstände erlauben eine unterschiedliche Anzahl von Batteriemodulen. Maximal soll eine Reichweite von 500 Kilometern möglich sein. Auf der Antriebsseite setzt die Hyundai Group ebenfalls auf volle Variabilität. In der Basis hat E-GMP den Elektromotor und damit auch den Antrieb hinten. Bei einer Allrad-Variante sitzt ein E-Motor auch auf der Vorderachse. «Bis zu 600 PS verkraftet die neue Plattform», sagt Entwicklungschef Albert Biermann. Derart gerüstet, soll der Stromer in weniger als 3,5 Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen und eine Spitze von 260 km/h schaffen. Bei Hyundai wird es, analog zu den Verbrenner-Versionen, elektrische Performance-Modelle (N-Modelle) geben.

Welche Art der Karosserie letztlich wie ein Hut auf die Plattform gesetzt wird, hängt vom Nutzungsprofil der Kunden ab und davon, was gerade am meisten gefragt ist: Limousinen, SUV- und Crossover-Modelle, angefangen beim C-Segment (Golf-Grösse) bis hin zum E-Segment (Oberklasse). Sogar Vans sind im Gespräch. Stichwort Robo-Taxis. Schon im Mai will Hyundai mit dem Ioniq 5 sein erstes E-GMP-Modell in Europa auf den Markt bringen. Aus Korea ist zu hören, dass Kia noch 2021 mit einem elektrischen Crossover an den Start gehen will. Danach folgen diverse SUV. Genesis könnte zudem mit einer elektrischen Oberklasse-Limousine aufwarten, falls man die Marke wirklich in Europa etablieren will.

Grundlage für die E-Offensive der Koreaner ist die neue Elektroplattform E-GMP.
Grundlage für die E-Offensive der Koreaner ist die neue Elektroplattform E-GMP.
Hyundai

Eingebaut wird jeweils die neueste Batterie-Technologie. Gegenüber heutigen Akkus des Konzerns (Hyundai Ioniq, Hyundai Kona Elektro, Kia e-Soul, Kia e-Niro) wird eine zehn Prozent höhere Energiedichte versprochen, erreicht unter anderem durch eine bessere Kühlung. Wie BMW bei seinem Luxus-SUV iX fasst auch Hyundai beim E-GMP das Antriebssystem zu einer kompakten Baueinheit zusammen. Sie besteht aus Elektromotor, Getriebe und Wechselrichter (Inverter). Auf Augenhöhe zu Porsche und Audi begeben sich die Koreaner beim Hochvoltsystem. Man entschied sich ebenfalls für 800 Volt, um möglichst kurze Ladezeiten zu erzielen. In nur fünf Minuten können so 100 Kilometer Reichweite «nachgetankt» werden. Darüber hinaus lassen sich E-GMP-Fahrzeuge auch an 400-Volt-Ladesäulen anschliessen. Damit nicht genug: Selbst die Richtung des Stromflusses ist flexibel und damit dem MEB von Volkswagen in einem weiteren Punkt überlegen. «Wir können so externe Elektrogeräte mit 110- und 220-Volt-Wechselstrom versorgen oder bei Bedarf ein anderes E-Fahrzeug aufladen», sagt Albert Biermann.

Die Hyundai Group will ihren milliardenteuren E-GMP nicht als Heiligtum betrachten und allein für sich selbst nutzen. Man weiss um den grossen, weltweiten Bedarf an Hightechplattformen dieser Art und plant, sie anderen Herstellern zum Kauf anzubieten. Gleiches macht VW mit dem MEB. Die Wolfsburger konnten immerhin schon mit Ford einen Deal aushandeln. Deren nächstes Elektroauto (nach dem Mustang Mach-E) wird dann mit der Technik von Volkswagen fahren.

2 Kommentare
    Andreas Besti

    In 3,5 Sekunden von 0 auf 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von über 250kmh???? Vernunft??? Horlacher baute in den Achzigern ein Elektroauto mit einem Verbrauch von 3-4kWh / 100km, mit Bleiakkumalutoren. 35 Jahre später wird gerade einen Verbrauch vom von 15-25kWh / 100km zum Standart??? Energie-und Ressourcenverschwendung in Perversion. Hauptsache die Menschheit fährt den Planeten mit Vollgas an die Wand!!!