Zum Hauptinhalt springen

Als die Drachen flogen

Weltweit erscheint heute George Martins neues Buch «Feuer und Blut» – die Vorgeschichte zu «Game of Thrones». Hier sind die ersten Kritiken.

George Martins neuer Roman dreht sich um die Drachenreiter-Dynastie der Targaryens.
George Martins neuer Roman dreht sich um die Drachenreiter-Dynastie der Targaryens.

Seit Jahren warten Fans des Fantasy-Epos «Das Lied von Eis und Feuer» auf «The Winds of Winter», das neue und zweitletzte Buch der Reihe. Doch Autor George Martin hält sie hin. Unter anderem, weil er ein anderes Buch geschrieben hat, das heute erschienen ist. Vor der Publikation hatte Martin die Kommentarspalte auf seiner Website deaktiviert, wahrscheinlich, weil er den Zorn der Fans fürchtet.

«Feuer und Blut» ist eine 896-seitige Familiengeschichte über die Targaryens, die Drachenreiter-Dynastie, die Fans der TV-Serie «Game of Thrones» wohlbekannt ist. Taugt «Feuer und Blut» als Ersatz für die sehnlichst erwartete Fortsetzung von «Das Lied von Eis und Feuer»? Hier sind die ersten Kritiken von Rezensenten, die das Presse-Exemplar in den letzten zwei Tagen durchgelesen haben:

  • Überlässt man sich dem sonoren Gleichklang der Genealogien, schreibt die «Welt», die auf einen einbranden wie die Wellen am Strand von King’s Landing, all den Lord Finsterlyns von Dämmertal, Lord Massies von Steintanz, Lord Türmens von Harrenhal ... wird man irgendwann ganz diesig im Kopf. Derart weich geklopft überlässt man sich quasi automatisch dem Breitformat, das Martin ausgestaltet hat. Er liefert sozusagen nur die Umrisse, ausmalen müssen wir uns die Geschichten schon selber.
  • Für den «Independent» ist der Stil des Buchs emotionslos und matt. Die schiere Grösse und die erschöpfenden Details in «Feuer und Blut» lassen beim Leser das Gefühl aufkommen, dass ihm ein langweiliges Stück Hausaufgaben zugewiesen wurde.
  • Die «Sunday Times» veröffentlichte eine enthusiastische Kritik und nannte sie «ein Meisterwerk der populären historischen Fiktion». Martins Text pulsiere mit Einflüssen aus der Plantagenet-Ära Grossbritannien und darüber hinaus. Die Geschichte von Ägon dem Eroberer sei eine wunderbar pervertierte, aufgepumpte Darstellung der normannischen Eroberung Englands, während König Jaehaerys I. und seine Ehefrau-Schwester Alysanne, eine grandiose Nachbearbeitung von Heinrich II. und Eleanor von Aquitanien seien.
  • Die «Times» wiederum zerreisst das Werk komplett:«Das Schlimmste ist, dass es am Ende immer noch anderthalb Jahrhunderte hinter dem ‹Thrones›-Anfang liegt, was bedeutet, dass noch ein weiterer Band dieses endlosen, selbstverliebten Mistes kommen wird.»
  • Auch «Publishers Weekly» ist kritisch und schreibt: «Martins suggestiver Erzählstil und die Gabe, mit seinen Plots zu fesseln, fehlen in dieser trockenen Geschichte weitgehend.»

Feuer und Blut – Erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros. Penhaligon-Verlag, 2018. 896 Seiten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch