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Als der Fünfmeterturm noch Männer machte

Wer ein richtiger Mann werden wollte, musste da runter: vom «Felsen» in der Badi. Unser Autor erinnert sich.

Er hat sich getraut: Ein Junge in der Todeszone auf fünf Meter über null. Foto: Keystone
Er hat sich getraut: Ein Junge in der Todeszone auf fünf Meter über null. Foto: Keystone

Der höchste Punkt, an dem ich jemals stand, war fünf Meter über null. Das mag nach wenig tönen. Aber nur, wenn man die Höhe in Metern misst. Und nicht in der flüchtigen Einheit für den Mut, den es braucht, um dort hinunterzuspringen.

Die Null war ein scheinbar handtuchgrosses Wasserbecken, dessen Oberfläche so glatt und hart war wie ein Spiegel. Die Fünf war der Sprungturm des Freibads in unserer Stadt. Wir nannten ihn den Felsen, wohl wegen seiner steinernen Schroffheit, mit der er sich weithin sichtbar abzeichnete. Und auch, weil sich dort oben die Halbstarken tummelten wie die Affen auf dem Felsen von Gibraltar: Sechzehnjährige in Palmenshorts und mit braunen Armen, an denen sich schon etwas bildete, was man damals Muckis nannte.

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