ABBA-Hits

«Mamma Mia!»: Griechisches Flair am Thunersee

ABBA-Hits erklingen in der Bergwelt von Eiger, Mönch und Jungfrau. Sängerin Gigi Moto lässt als Rosiin der schweizerdeutschen Fassung von «Mamma Mia!» verführerisch die Hüfte kreisen.

Rosi (Gigi Moto) zu Bill (Eric Hättenschwiler): «Wie wärs mit üs zwöi?»

Rosi (Gigi Moto) zu Bill (Eric Hättenschwiler): «Wie wärs mit üs zwöi?» Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Gigi Moto, einerseits sind Sie mit unverkennbar soulig-rauer Stimme seit Jahren eine feste Grösse der Schweizer Musik­szene, andererseits haben Sie noch nicht ganz so lange die Theaterbühnenbretter entdeckt. Schlagen da zwei Herzen in Ihrer Brust?
Gigi Moto: Absolut. Im Jahr 2002 kam ich erstmals mit dem Theater in Berührung. Seither stehe ich regelmässig auf Schweizer Theaterbühnen. Es sind aber immer Rollen, die mit Gesang zu tun haben. Und oft verkörpere ich lustige Charaktere. Das sagt mir sehr zu. Auch Rosi in «Mamma Mia!» ist eine witzige Figur mit trockenem Humor und wenig Sinn für Mode. Eine schöne Her­aus­forderung für mich.

Mit «Mamma Mia!»-Regisseur Dominik Flaschka arbeiten Sie ja schon seit einiger Zeit am Theater Hechtplatz in Zürich zusammen. Ihr wisst, wie der andere funktioniert. War es dennoch eine andere Art der Zusammenarbeit, eine neue Erfahrung?
Ich arbeite sehr gerne mit ihm zusammen. Er hat mir damals meine erste Theaterrolle gegeben. Seine schrägen, abstrakten und witzigen Stücke mag ich sehr, und seine Art, mit uns Darstellern zu arbeiten, sagt mir zu. Natürlich ist die Zusammenarbeit bei jedem neuen Stück wieder anders – hier bei den Thunerseespielen ist es natürlich auch besonders, dass die Open-Air-Bühne gross ist und das Ensemble 50 Leute umfasst. Da ist die Vorgehensweise beim Erarbeiten der Produktion eine andere als für eine kleinere Bühne.

Welches sind Ihre (Jugend-)Erinnerungen an die Abba-Mania und hat deren Musik doch irgendwie Ihr musikalisches Schaffen beeinflusst?
Ich bin mit den Songs von Abba aufgewachsen. Als Teenager habe ich die Lieder mitgeträllert, später fand ich die Band eher etwas «stier». Heute weiss ich durch die intensive Auseinandersetzung meines Mannes mit den Abba-Songs und vielen Diskussionen darüber, dass Björn Ulvaeus und Benny Andersson sehr schlau getextet, die Songs clever komponiert und phonetisch wirklich sensationell ausgearbeitet haben. Echte Musiker halt.

Als Musikerin haben Sie am einen oder anderen Open-Air-Festival gesungen. Hier wirken Sie bei Ihrem ersten Open-Air-Theater mit. Wie fühlt sich das an?
Die Bühne ist riesig, das Ensem­ble auch. Alles ist live. Es macht wirklich grossen Spass mit dem tollen Team. «Mamma Mia!» ist ein sehr dynamisches Musical und Rosi eine tolle, vielseitige Rolle. Diese in der ersten schweizerdeutschen Fassung und in der Neuinszenierung der Thunerseespiele prägen zu dürfen, freut mich natürlich.

Sie verkörpern als Mitgliedder Girlgroup Dynamos die Rosi. Das tönt irgendwie ­energie-geladen . . .
Das Tempo und die Energie sind wirklich beeindruckend. Ausserdem habe ich jeden Tag so viele talentierte Menschen um mich herum. Ein wirklich tolles Gefühl, das mich richtig beflügelt, selbst auch das Beste aus mir und der Rolle herauszuholen.

Die Rosi sei eine reife Geniesserin. Was macht Sie in dieserRolle zum Genuss und was in dieser Geschichte für Sie persönlich?
Rosi ist eine sehr lebendige Frau. Das kommt gerade in der schweizerdeutschen Fassung sehr gut zur Geltung. Ihren trockenen Humor mag ich besonders. Und dass sie pragmatisch ist. Das entspricht mir. Auch vom Alter her ist sie mir nah. Ansonsten habe ich privat aber nicht so viel mit ihr gemein.

Haben Sie als Kind auch mit dem Föhn vor dem Spiegel gestanden und Stars imitiert?
Wer hat das nicht? (grinst) Musik hat mich damals schon fasziniert, und da habe ich mich hie und da natürlich schon in Pose geschmissen.

Wie fühlt es sich so nahe am Wasser mit griechischem Flair an, ein wenig wie Urlaub? Haben Sie Griechenland schon selber bereist?
Ich war tatsächlich schon mal in Griechenland. Unser Bühnenbild und der türkisfarbene Thunersee versetzen einen in dieses wunderbare Ferienparadies. Donnas Taverne ist absolut authentisch, und die warmen Spielabende lassen einen manchmal fast ver­gessen, dass man in Thun ist und nicht am Mittelmeer.

Ihr spielt rund 30 Aufführungen. Was motiviert Sie, Abendfür Abend Ihr Bestes zu geben, und wie halten Sie sich fit?
Was mich motiviert, ist das tolle Team, das hinter dieser Produktion steckt. Meine Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne ­geben jeden Abend alles. Das steckt an. Ausserdem macht «Mamma Mia!» einfach gute Laune. Obwohl wir mehr als zwei Stunden durchpowern, gibt uns das Stück so viel zurück. Es ist toll, jeden Abend mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause fahren zu können.

Kürzlich ist der neue Kinofilm «Mamma Mia! Here We Go Again» gestartet. Schauen Sie den Streifen an oder bevorzugen Sie eher andere Genres?
Ich habe ihn tatsächlich schon gesehen. Wir waren an einem freien Sonntag mit dem Ensemble im Kino. Der Ausflug hat Spass gemacht, und der Film ist wirklich sehenswert.

Was nehmen Sie vom Musicalsingen in die etwas kleineren Konzertlokale (Clubs) mit? Sie haben ja eben Ihre neue CD «Local Heroes» veröffentlicht . . .
Es sind eher die Gegensätze der kleinen Konzertlokale und der grossen Theaterbühne, die ich mag. Ob ich von der einen Welt ­etwas in die andere mitnehme, weiss ich nicht. Bei meinen Konzerten bin ich mich selbst, im Theater schlüpfe ich in eine andere Rolle. Natürlich verbindet das Künstlerische meine Musicalrollen und Gigi Moto. Wichtig ist für mich, dass beide Arten von Kunst echt gelebt sind. Und das sind sie für mich.

Was, denken Sie, bleibt von diesem «Seeabenteuer»?
Sicherlich bleibt die Erinnerung an einen wunderschönen Sommer. Und ich bin wieder um eine Erfahrung reicher. Trotzdem freue ich mich auch darauf, Ende August wieder zu meiner Familie und nach Hause zurückzukehren.


Thunerseespiele – «Mamma Mia!»
Bis 30. August. Seebühne Thun. Tickets: www.starticket.ch,
Telefon 0900 325 325 (1.19 Fr./Min.).
Daten: www.thunerseespiele.ch. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.08.2018, 11:47 Uhr

Mamma Mia

Erzählt wird die Geschichte von Sophie und ihrer alleinerziehenden Mutter Donna. Sophie möchte demnächst ihre grosse Liebe Sky heiraten – aber nicht ohne ihren Vater. Das Problem: Sie weiss nicht, wer ihr Vater ist. Also stöbert sie in den alten Tagebüchern ihrer Mutter und lädt die drei infrage kommenden Lover­ von damals auf die Insel ein, ohne Donna einzuweihen. «Mamma Mia» – das kann ja heiter­ werden – die Hochzeit droht zum «Waterloo» zu werden. Hoffentlich finden Sophie und Sky zwischen den vielen Hit-Songs wie «Chiquitita», «SOS» und «Dancing Queen» noch ihr Happy End. red

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!