Kilchberg

Wachstumsschub für Lindt & Sprüngli

Lindt & Sprüngli hat den Umsatz im ersten Halbjahr 2015 kräftig gesteigert. Der führende Hersteller von Premiumschokolade hat vor allem von der Expansion in den USA profitiert.

Dem starken Franken zum Trotz: Die Firma Lindt&Sprüngli hat ein gutes Geschäftsjahr 2014 hinter sich.

Dem starken Franken zum Trotz: Die Firma Lindt&Sprüngli hat ein gutes Geschäftsjahr 2014 hinter sich. Bild: Archiv ZSZ

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Die Strategie von Lindt & Sprüngli, verstärkt auf den grössten und wichtigsten Schokolademarkt der Welt in Nordamerika zu setzen und hier mit Zukäufen weitere Marktanteile zu gewinnen, trägt Früchte. Trotz rekordhoher Rohstoffpreise und starkem Schweizer Franken stieg der Umsatz beim Hersteller von Goldhasen und Lindorkugeln in den ersten sechs Monaten vor allem akquisitionsbedingt um 17,4% auf 1,409 Mrd. Franken.

Die Integration von Russell Stover habe im laufenden Jahr oberste Priorität, teilte Lindt & Sprüngli am Dienstag mit. Die grösste Akquisition der Firmengeschichte verlaufe nach Plan und werde zügig vorangetrieben. Aber auch organisch, also aus eigener Kraft, wuchs Lindt & Sprüngli mit einem Plus von 9,4% schneller als der nur leicht wachsende oder sogar stagnierende Gesamtmarkt.

Währungseinfluss begrenzt

Der negative Währungseinfluss auf den Umsatz von Lindt & Sprüngli aufgrund des starken Frankens betrug im ersten Halbjahr 7,5%. Auf Anfrage wies CEO und VR-Präsident Ernst Tanner darauf hin, dass das Unternehmen über eigene Produktionsstandorte in der Schweiz, in Europa sowie in den USA verfüge. Diese produzierten für die eigenen Märkte unter weitgehend lokalen Rahmenbedingungen. Unter diesem Gesichtspunkt habe die Stärke des Schweizer Frankens in den europäischen und nordamerikanischen Märkten grundsätzlich nur einen begrenzten Einfluss auf das organische Wachstum von Lindt & Sprüngli.

Mit dem weltweiten Konzernsitz und der Schokoladefabrik in Kilchberg sowie mit dem Kakaoverarbeitungszentrum in Olten und der Logistikdrehscheibe in Altendorf bekenne sich Lindt & Sprüngli ganz klar zum Standort Schweiz und werde dies auch weiterhin tun, erklärte Tanner. So würden auch weiterhin grosse Investitionen in den Standort in Kilchberg fliessen, darunter eine Grossanlage von rund 20 Mio. Franken. Entlassungen gibt es nach Angaben von Tanner aufgrund des SNB-Entscheides mit der Aufhebung des Mindestkurses zum Euro vom Januar keine.

Position in USA gestärkt

Die grossen Schlüsselmärkte in der Schweiz und in Europa werden von Lindt & Sprüngli zwar als weitgehend gesättigt bezeichnet. Dennoch hat der Hersteller von Edelschokolade mit überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten in dieser Region zusätzliche Marktanteile gewonnen. Vor dem Hintergrund solcher Herausforderungen mache sich das eigene Geschäftsmodell besonders bezahlt. Dank hohen Investitionen in die Marke und in die Produktionskraft sei es möglich, die Preiserhöhungen zumindest teilweise zu verkraften und bei Premiumprodukten einzelne Preiserhöhungen durchzuführen. In Nordamerika, wo Lindt & Sprüngli mittlerweile fast die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, ist das Unternehmen im ersten Semester zweistellig gewachsen und hat seine Position als Nummer drei auf dem grössten Schokolademarkt der Welt ausgebaut. Unter Einbezug des in der Berichtsperiode 2015 erstmals konsolidierten Umsatzanteils des US-Pralinenproduzenten Russell Stover beträgt das Wachstum (in Lokalwährungen) in Nordamerika 24,9%. Die Übernahme liess sich Lindt & Sprüngli vor einem Jahr rund 1,4 Mrd. Dollar kosten.

Der Ausblick für das zweite Halbjahr fällt verhalten optimistisch aus: Lindt & Sprüngli hält am Ziel fest, den Umsatz aus eigener Kraft jährlich um 6 bis 8% zu steigern. Am 18. August berichtet das Unternehmen detailliert über den Halbjahresabschluss.

Erstellt: 14.07.2015, 08:12 Uhr

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