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Weltbekannter Magier ist totSiegfried stirbt 81-jährig

Acht Monate nach seinem Partner Roy ist nun auch Siegfried gestorben. Das Duo wurde weltberühmt mit seinen Tiger-Auftritten in Las Vegas.

Hat den Kampf gegen Krebs verloren: Siegfried Fischbacher (rechts) und sein Freund Roy Horn mit einem ihrer weissen Tiger in einer Aufnahme aus dem Jahr 2008.
Hat den Kampf gegen Krebs verloren: Siegfried Fischbacher (rechts) und sein Freund Roy Horn mit einem ihrer weissen Tiger in einer Aufnahme aus dem Jahr 2008.
Foto: Getty Images

Jetzt können sie ja im Himmel zusammen zaubern, werden die Fans denken, die so gläubig sind wie Siegfried Fischbacher es war: Siegfried und Roy, das weltberühmte Magierduo, ist nun im Tod vereint. Kurz nach Bekanntwerden einer Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb Fischbacher mit 81 Jahren in seinem «Little Bavaria» in Las Vegas, wie seine Schwester der «Bild»-Zeitung sagte – nur acht Monate nach seinem Partner Roy Horn.

Siegfried war der Zauberer, Roy der Dompteur, so lässt sich das als Einheit aufgetretene Duo doch in zwei Teile trennen. Während der im Mai 2020 nach einer Covid-19-Erkrankung gestorbene Uwe Ludwig Horn bei seinem Onkel, dem Mitbegründer des Bremer Zoos, die Liebe zu den Raubtieren entdeckte, hatte die Zauberergeschichte von Siegfried Fischbacher noch etwas Mythenhafteres an sich.

Der am 13. Juni 1939 in Rosenheim als zweites von drei Kindern geborene Siegfried suchte seine Freiräume in einem durch den Alkoholismus des Vaters schwierigen Elternhaus. Mit acht Jahren soll er in einer Buchhandlung ein Zaubereibuch entdeckt haben, das aber fünf Mark kostete. Die Eltern konnten das Geld nicht erübrigen. Der Legende nach soll Siegfried dann auf der Strasse einen Fünfmarkschein gefunden, sich das Buch gekauft und es intensiv studiert haben.

Ob die Geschichte so stimmt oder nicht, Siegfried wollte immer nur Zauberer werden. 1959 heuerte er als Steward auf dem Kreuzfahrtschiff «Bremen» an – eine schicksalhafte Entscheidung.

Wie Siegfried und Roy zusammenfanden

Siegfried unterhielt neben seinem Job mit einem Zauberprogramm die Gäste. Auf dem Schiff heuerte bald auch Horn an, sah sich Siegfrieds Programm an und provozierte diesen dann. «Um ganz ehrlich zu sein, ist die ganze Zauberei doch sehr vorhersehbar», habe Roy gesagt, berichtete Siegfried später. Er sei wütend gewesen. «Für mich war er nur ein kleiner Spinner, der keine Ahnung hatte.»

Doch die Provokation ging weiter – ob er denn ausser Kaninchen und Vögeln auch einen Geparden verschwinden lassen könne? Roy hatte tatsächlich einen Geparden an Bord geschmuggelt. Nur wenige Tage, nachdem Roy ihm das Raubtier gezeigt hatte, standen die beiden gemeinsam auf der Bühne des Schiffs – und Siegfried zauberte unter Jubel des Publikums mit dem Raubtier.

Über 5000 Shows

Ein Auftritt 1966 in Monte Carlo vor Fürstin Gracia Patricia brachte dem Duo den internationalen Durchbruch. Sie spielten im Lido in Paris, in Hollywood, in Japan. Der Höhepunkt wurde ab 1989 ihr festes Engagement im neuen Mirage-Hotel in Las Vegas.

5750 Shows absolvierten Siegfried und Roy im für sie gebauten Hoteltheater, allein die Tickets spielten anderthalb Milliarden Dollar ein – die beiden Magier machten ein Millionenvermögen. Dabei war Hotelbetreiber Steve Wynn kein Träumer: «Die Entscheidung hatte nichts mit den Illusionen ihrer Show zu tun – es war eine rein geschäftliche Entscheidung, sie waren die Nummer eins in der Stadt.»

Die fatale Tiger-Attacke gegen Roy

Wie aus dem Ei gepellt präsentierten sich die Magier stets. Wie es hinter der Fassade aussah, drang erst nach dem Jahr 2003 etwas mehr nach aussen, als der weisse Tiger Montecore Roy am Genick packte und dieser aufgrund schwerer Verletzungen nie mehr auf die Bühne zurück konnte.

Die Showzeit war damit vorbei, und Siegfried und Roy blieben anders im Gespräch. 2007 etwa erschien eine Biografie, in der die als offenes Geheimnis geltende Homosexualität der beiden bestätigt wurde. Demnach waren sie lange ein Liebespaar, ab 1998 allerdings getrennt. Auch von einer jahrelangen Medikamentenabhängigkeit der beiden wurde damals berichtet.

Bis zum Ende blieben Siegfried und Roy eng vereint. Fischbacher glaubte auch an ein Wiedersehen. «Roy ist jetzt drüben angekommen und bereitet dort alles für mich vor – das hat er mir so versprochen», sagte er im vergangenen Jahr der «Bild»-Zeitung.

AFP/lif

6 Kommentare
    Andreas Bollner

    Jede Show geht einmal zu Ende, auch wenn sie überaus gut ist. Die von Sigfried und Roy war sogar noch etwas besser.