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Wohnungen und Büros durchsuchtManager von Siemens und Alstom wegen Bestechung in Haft

Die italienische Justiz hat im Zusammenhang mit einem millionenschweren Bestechungsfall mehrere Personen festgenommen. Auch gegen die beiden Unternehmen selbst wird ermittelt.

Das Logo von Siemens ist vor dem Hauptsitz des Konzerns in München zu sehen.
Das Logo von Siemens ist vor dem Hauptsitz des Konzerns in München zu sehen.
Foto: Michaela Handrek-Rehle/Getty Images

In Italien wurden bei Ermittlungen in einem Bestechungsfall bei millionenschweren U-Bahn-Aufträgen in Mailand 13 Personen von der Steuerpolizei verhaftet – darunter Führungskräfte von Siemens und Alstom. Dies teilt die Staatsanwaltschaft in Mailand am Dienstag mit.

Auch gegen die Unternehmen selbst wird ermittelt. Sie können nach italienischem Recht für Straftaten ihrer Manager haftbar gemacht werden. Im Zusammenhang damit wurden Wohnungen und Büros in 15 Städten durchsucht, wie die Ermittler erklärten. Konkret geht es um Bestechungsgelder über 125.000 Euro, die von Oktober 2018 bis Juli 2019 für acht Aufträge im Gesamtwert von 150 Millionen Euro geflossen sein sollen.

In Haft sitzen auch zwei Beamte des kommunalen Nahverkehrsbetreibers in Mailand, ATM, sowie des IT-Dienstleisters Engineering Informatica. Die Verhafteten stünden unter anderem im Verdacht der Bestechung, der Störung einer Ausschreibung und des Amtsmissbrauchs.

Alstom und Siemens bestätigten die Ermittlungen und sagten zu, mit den Behörden zu kooperieren. Auch Geschäftsräume von Siemens Mobility seien durchsucht worden, sagte ein Sprecher in München. «Unsere Maxime lautet: Keinerlei Toleranz gegenüber Korruption, Wettbewerbsverstössen sowie anderen Verstössen gegen anwendbares Recht.»

SDA