Küsnacht

Wie sich Tina Turner in ihr Haus am Zürichsee verliebt hat

Seit 1997 lebt Tina Turner mit ihrem Mann Erwin Bach in Küsnacht in einer Villa am See. Nun hat der Weltstar eine Autobiografie veröffentlicht, in welcher er über seine Einbürgerung, aber auch über seinen Gesundheitszustand spricht.

Tina Turner im Jahr 1995, kurz nachdem sie in die Schweiz gezogen ist: Nur kurz wohnte sie in der Stadt Zürich, bevor sie nach Küsnacht zog.

Tina Turner im Jahr 1995, kurz nachdem sie in die Schweiz gezogen ist: Nur kurz wohnte sie in der Stadt Zürich, bevor sie nach Küsnacht zog. Bild: Keystone

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Eine Schweizer Fahne, ein Holzchalet am Wasser und im Hintergrund das altehrwürdige Haupthaus: Das sieht, wer mit seinem Boot am Château Algonquin vorbeifährt. Hier in Küsnacht am See lebt ein Weltstar: Tina Turner und ihr Mann Erwin Bach bezogen das Anwesen im Jahr 1997. «Und dann eines Tages fuhren wir durch das Tor des Château Algonquin», schildert die amerikanische Sängerin in ihrer neuen Autobiografie ihre Erinnerungen. «Es war dasselbe Gefühl, das mich überwältigt hatte, als ich Erwin das erste Mal begegnete.»

Am Montag kam Tina Turners Autobiografie «My Love Story», welche sie mithilfe der Autoren Deborah Davis und Dominik Wichmann zu Papier gebracht hat, in den Handel. Darin schildert die heute 78-Jährige ihr Leben von ihrer Kindheit in Tennessee bis in die Gegenwart. So beschreibt sie, wie ihr erster Mann Ike in einem Club auf ihre Stimme aufmerksam wurde und sie als Sängerin engagierte, bevor die beiden ein Paar wurden und heirateten. Auch die Gewalt in dieser Ehe wird im Buch thematisiert. Während Ike seiner Kokainsucht frönte, kümmerte sie sich um die Söhne.

Bei ihrem Einzug 1997 bewohnte Tina Turner nur die beiden unteren Stockwerke der Villa in Küsnacht. Im obersten Stockwerk wohnte damals der Besitzer der Liegenschaft, der Kunsthändler Kaspar M. Fleischmann. Archiv: Keystone.

Aus Liebe kam sie nach Europa

Nicht zuletzt schreibt sie über musikalische Erfolge und die Zusammenarbeit mit Stars wie David Bowie oder Mick Jagger. Eine Ahnung vom Menschen Tina Turner gibt eine Beschreibung von Keith Richards, Jaggers Bandkollegen. Keith Richards habe dies ganz treffend beschrieben, als er in einem Interview mit dem Magazin «Vanity Fair» erzählt habe, er würde sie als «Lieblingstante» oder «gute Fee» betrachten, da sie sich auf den Tourneen stets um die anderen gekümmert habe. «Von Natur aus bin ich jemand, der die Menschen bemuttert, die mir am Herzen liegen», sagt Tina dazu.

Offensichtlich wird in «My Love Story» die Zweiteilung ihres Lebens in eine amerikanische sowie eine europäische Zeit. Die Motivation für ihren Umzug in die Alte Welt war ihre Liebe zum Kölner Musikmanager Erwin Bach, mit dem sie seit mehr als 30 Jahren zusammen und seit fünf Jahren verheiratet ist. Nach Stationen in London und Köln zog Turner schliesslich in die Schweiz. In «My Love Story» schwärmt sie von ihrer Wahlheimat. «Was mir an der Schweiz gefiel? Alles!», macht sie ihrer Begeisterung Luft. So nennt sie die Landschaft, den Wechsel der Jahreszeiten, aber auch dass die Regeln unmissverständlich seien. An Küsnacht mag sie etwas ganz besonders: «Bei uns im Dorf haben wir einen Eislaufplatz, der anmutet wie ein Postkartenmotiv.» Sie dürfte damit wohl die Eisbahn des Seehotels Sonne meinen.

Tina Turner erzählt in ihrer Autobiographie auch von der Hochzeit in ihrem Küsnachter Haus. Hier ist sie in ihrem Hochzeitsoutfit mit ihrem Mann Erwin Bach zu sehen. Foto: Private Collection Tina Turner/Penguin Verlag.

Mit Bassstimme eingebürgert

Amüsant mutet Turners Beschreibung ihrer Einbürgerung an. «Wissen Sie, dass Sie die Landessprache sprechen müssen, ehe Sie die Einbürgerung beantragen?», habe sie ein Mann mit einer tiefen Bassstimme gefragt, erinnert sie sich an ihren Termin bei der Bürgerrechtskommission. Das Buch spielt offensichtlich auf den damaligen Präsidenten der Kommission und Küsnachter Sicherheitsvorsteher Arnold Reithaar (SVP) an. Die Kommission gab Turners Einbürgerung ihren Segen. Ob es wohl auch daran gelegen hat, dass sie auf Deutsch zum Schweizerpsalm referierte? Spekulationen, ihre Einbürgerung habe steuerliche Gründe gehabt, tritt sie im Buch klar entgegen. «Meiner Meinung nach hat man ausreichend Anlass, ein Land seine ‹Heimat› zu nennen, wenn man dort 17 Jahre gelebt hat.»

Die letzten Jahre waren für die Sängerin aus gesundheitlichen Gründen schwierig. So rettete ihr vor anderthalb Jahren eine Organtransplantation das Leben: Erwin Bach spendete eine Niere für seine Frau. Zuvor musste sie regelmässig zur Dialyse ins Spital Zollikerberg. Zusätzlich war sie von einem Schlaganfall und Darmkrebs gechwächt. «Ich glaube, die Schwestern mochten mich. Offenbar hatten sie von Tina Turner Starallüren erwartet, dass ich hochnäsig und verwöhnt wäre», erinnert sie sich. «Doch als ich nichts von alldem zeigte, meinten sie überrascht: ‹Ach Sie sind ja so normal!›» Die Passage über ihre Krankheiten zeigt indes nicht nur ihr Bodenständigkeit, sondern vor allem, welch starke und optimistische Frau Tina Turner ist.

«Tina Turner: My Love Story. Die Autobiografie» ist im Penguin-Verlag erschienen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.10.2018, 20:24 Uhr

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