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Roboterhunde im US-MilitärSieht so der Krieg der Zukunft aus?

Im Rahmen einer grossangelegten Militärübung haben US-Soldaten modernste Technologien ausgetestet. Zum ersten Mal kamen auch die Roboterhunde des Unternehmens Ghost Robotics zum Einsatz.

Bald der beste Freund des Soldaten?  Das US-Militär testet neue Technologien, unter anderem Roboterhunde zur Sicherung von potenziell gefährlichen Territorien.
Bald der beste Freund des Soldaten? Das US-Militär testet neue Technologien, unter anderem Roboterhunde zur Sicherung von potenziell gefährlichen Territorien.
Foto: Sgt. Cory Payne/USAF
Die Roboterhunde von Ghost Robotics sind modular aufgebaut, das heisst, Einzelteile lassen sich austauschen.
Die Roboterhunde von Ghost Robotics sind modular aufgebaut, das heisst, Einzelteile lassen sich austauschen.
Foto: Sgt. Cory Payne/USAF
Die Roboter sind für Aufgaben wie Aufklärungsmissionen, Überwachung oder Ferninspektionen konzipiert worden.
Die Roboter sind für Aufgaben wie Aufklärungsmissionen, Überwachung oder Ferninspektionen konzipiert worden.
Foto: Sgt. Cory Payne/USAF
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Die Luke zum Frachtraum des Fliegers öffnet sich, hinaus schreiten zwei vierbeinige Roboter mit Antennen auf dem Rücken. Dies ist nicht der Anfang eines Science-Fiction-Films, sondern Teil einer gross angelegten Übung des US-Militärs. Vorläufig noch als Experiment gedacht, könnte dieses einen Ausblick auf die Kriegsführung der Zukunft geben.

Bei diesem viertägigen Einsatz übten verschiedene Truppengattungen des US-Militärs mit dem sogenannten Advanced Battle Management System, kurz ABMS. Dabei handelt es sich um ein komplexes System unterschiedlichster Methoden und Technologien, welche Daten sammeln, auswerten und mit anderen Akteuren innerhalb des Systems teilen. Gesammelt werden die Daten über Sensoren oder Waffensysteme, ausgewertet werden sie mittels künstlicher Intelligenz. Das Ziel ist es, Entscheidungen in Echtzeit treffen zu können, wie die US Air Force in einer Medienmitteilung erklärt.

Teil dieser digitalen Infrastruktur sollen dereinst auch die Roboterhunde mit dem Modellnamen Vision 60 werden. Erstmals getestet wurden sie auf der Nellis Air Force Base, einem Luftwaffenstützpunkt im Bundesstaat Nevada. Ihre Aufgabe war es, den Flugplatz nach der Landung zu sichern, ehe Unterstützung eintraf und die Soldaten sich um das Tanken und Wiederaufrüsten der Flieger kümmern konnten. «Die Hunde geben uns einen Überblick über das Gebiet, während die Verteidigungstruppen näher beim Flugzeug bleiben können», wird Master Sergeant Lee Boston in der Mitteilung zitiert.

Als «unaufhaltsam» preist der Hersteller Ghost Robotics seine Produkte an. Derzeit hat das US-amerikanische Robotik-Unternehmen zwei verschiedene Modelle im Angebot. Die Roboter sind modular aufgebaut, Einzelteile lassen sich nach Angaben des Herstellers vor Ort und innert weniger Minuten austauschen. Bedient werden sie über eine Fernbedienung, einzelne Aktionen können sie aber offenbar auch autonom ausführen. Auf Demonstrationsvideos ist zu sehen, wie die Vierbeiner Treppen erklimmen, den Tritten ihrer Entwickler standhalten und – sobald sie das Gleichgewicht verlieren – wieder von selbst aufstehen.

Welche Aufgaben die Roboterhunde in Zukunft sonst noch für das Militär übernehmen werden, ist unklar. Wie das auf militärische Themen ausgerichtete Magazin «The War Zone» schreibt, seien sie für Aufgaben wie etwa Aufklärungsmissionen, Überwachung oder Ferninspektionen konzipiert worden. Viele banale, physisch anspruchsvolle, aber auch gefährliche Aufgaben könnten laut dem Magazin künftig auf die Roboter übertragen werden. Auch das australische Militär führt bereits Tests mit den «Hunden» durch.

Für die US-Luftstreitkräfte war es die bereits zweite Übung mit dem ABMS, allerdings die erste mit den Roboterhunden. Laut «The War Zone» hätten diese beim ersten Versuch im Dezember aufgrund von Problemen mit der Bandbreite nicht zum Einsatz kommen können. Diese Tatsache deute darauf hin, dass die Roboterhunde wohl datengebunden seien und mit anderen Systemen kommunizieren könnten, so das Magazin.

sho