The Take

Der Frauenkampf auf der Leinwand

Als Einstimmung auf den Frauenstreik eine Liste mit Filmen, in denen Frauen um ihre Rechte kämpfen.

Die Frauen in ‹Die Göttliche Ordnung› haben eine klare Botschaft.

Die Frauen in ‹Die Göttliche Ordnung› haben eine klare Botschaft.

‹Die Göttliche Ordnung›

Das Jahr ist 1971. Die Frauen in der Schweiz haben das Stimmrecht noch immer nicht. Nora (Marie Leuenberger) hat damit kein Problem, bis zu dem Moment, als ihr Ehemann ihr verbietet zu arbeiten. Gemeinsam mit den anderen Frauen aus dem Dorf beschliesst sie für ihre Rechte zu kämpfen. Petra Volpes Film ist ein berührender Rückblick auf einen noch nicht so lange zurückliegenden Moment, als die Schweizerinnen sich einen Platz in der Demokratie eroberten.

‹#Female Pleasure›

Der Dokumentarfilm der Schweizer Regisseurin Barbara Miller zeigt, wie weibliche Sexualität im 21. Jahrhundert noch immer beschnitten wird. Er folgt fünf Frauen aus der ganzen Welt, die unter patriarchalen Systemen leiden, die ihre Sexualität — oft mit Gewalt — kontrollieren. Es geht um Fragen von Religion, Pornographie und Kunst. Letztes Jahr war ‹#Female Pleasure› der erfolgreichste Schweizer Dokumentarfilm.

‹Die Herbstzeitlosen›

Ältere Frauen sind im Kino häufig unsichtbar. In ‹Die Herbstzeitlosen› stehen sie hingegen im Mittelpunkt. Martha (Stephanie Glaser, damals 86 Jahre alt) eröffnet in ihrem Dorf mit der Unterstützung ihrer Freundinnen eine Lingerie-Boutique. Doch die konservativen Dorfbewohner, und vor allem Martas Sohn, sind skeptisch. Regisseurin Bettina Oberli gelang mit dieser Tragikomödie 2006 ein Publikumserfolg.

Die Herbstzeitlosen wurde 2012 vom Fernsehpublikum zum beliebtesten Schweizer Film gewählt.

‹Katoey — The Women We Are›

Katoey ist der thailändische Namen für Transfrauen. Drei Katoey aus dem ländlichen Thailand erzählen in diesem Film des Schweizer Regisseurs Stefan Jung vom Konflikt zwischen ihrem biologischen und mentalen Geschlecht. ‹Katoey — The Women We Are› läuft zurzeit im Kino.

‹Suffragette›

Im Jahr 1912 haben die Frauen in Grossbritannien genug von den leeren Versprechungen der Politiker, denn sie haben das Stimmrecht noch immer nicht erhalten. Die legendäre Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst (Meryl Streep) ruft zum zivilen Ungehorsam auf, und Frauen aus allen Gesellschaftsschichten folgen ihrem Aufruf. Auch Maud (Carey Mulligan), eine Wäscherin, fühlt sich in ihrem engen Leben erstickt und kämpft mit. Ihre Methoden werden immer radikaler. Eine inspirierende Geschichte, die zeigt, welche Opfer gebracht werden müssen, bis Gerechtigkeit erreicht ist.

‹Period. End of Sentence.›

Dieser Doku-Kurzfilm begleitet eine Gruppe Inderinnen, die dank einer neuen Maschine günstig Damenbinden herstellen können, die sie anschliessend an andere Frauen verkaufen. Sie rütteln damit am Tabu, das Menstruation in Indien noch immer umgibt. Der oscarprämierte Film ist auf Netflix zu sehen.

‹Legally Blond›

Dass der Kampf für Respekt keine stiere Angelegenheit sein muss, wird beim Anblick von Elle Woods (Reese Witherspoon) deutlich. Das Partygirl wird von ihrem Freund verlassen, weil er sie für dumm hält. Um ihm das Gegenteil zu beweisen, bewirbt sie sich in Harvard und wird prompt angenommen. Stets in Pink gekleidet, zeigt Elle Woods in dieser Komödie, dass Blondinen keine Dummköpfe sind.

‹Rafiki›

Zwei junge Mädchen verlieben sich in Nairobi ineinander. In Kenia ist Homosexualität jedoch verboten und somit begeben sich die beiden in Lebensgefahr. In Kenia hat die Zensur ‹Rafiki› verboten. Regisseurin Wanuri Kahiu musste bis ans höchste Gericht gehen, damit sie den Film in ihrem Heimatland zeigen durfte.

‹RBG›

Ruth Bader Ginsberg auch bekannt als RBG und Richterin am Obersten Gerichtshof in den USA ist in den letzten Jahre eine Ikone der jungen Frauen geworden. Dieser Dokumentarfilm gibt einen Überblick über das beeindruckende Leben der Juristin, von ihrem Kampf gegen Geschlechterdiskriminierung in den 70er-Jahren bis zu ihrem Engagement als oberste Richterin.

‹Knock Down the House›

Bei den Kongresswahlen 2018 in den USA traten so viele Frauen wie noch nie an, angespornt durch die Wahl von Donald Trump, dessen Gehabe sie etwas entgegensetzen wollten. Dieser Netflix-Dokumentarfilm folgt vier Frauen, allesamt Aussenseiterinnen, die sich auf die Vorwahlen vorbereiten, mit dem Ziel, das Establishment hinwegzufegen. Bekanntestes Gesicht ist Alexandria Ocasio-Cortez, die kürzlich als jüngste Abgeordnete aller Zeiten ins Repräsentantenhaus eingezogen ist.

‹Hidden Figures›

Als das Rennen um den Weltraum in den 60er-Jahren in die heisse Phase eintraten, waren Computer bei weitem noch nicht so weit entwickelt wie heute. Daher mussten die Berechnungen für die Flüge ins All von Hand gemacht werden. Diese Arbeit wurde von Frauen verrichtet. ‹Hidden Figures› erzählt die wahre Geschichte dreier Afro-Amerikanerinnen, ohne deren Beitrag kein Mann ins All geflogen wäre.

‹Hysteria›

Ende des 19. Jahrhunderts galten aufmüpfige Frauen schnell mal als hysterisch. Wenn sie deswegen nicht in eine Anstalt eingeliefert wurden, wurden sie mit Unterleibsmassagen behandelt. Zu diesem Zweck wurde der Vibrator erfunden. ‹Hysteria› zeigt auf witzige Weise, wie die sogenannte «New Woman» in England für Aufruhr sorgte und führt dabei das medizinische Establishment vor.

‹Wonder Woman›

Diana (Gal Godot) ist eine der legendären Amazonen, welche die verwunschene Insel Themyscira bewohnen. Sie betritt die Welt der Menschen, als der erste Weltkrieg tobt. Entsetzt vom Grauen, versucht die Kriegerin Frieden zu stiften. Wonder Woman ist eine warmherzige Superheldin, deren Leinwandabenteuer sie zum Vorbild für junge Mädchen auf der ganzen Welt gemacht haben.

‹Elizabeth›

Als Königin von England ist Elizabeth I (Cate Blanchett) natürlich privilegierter als die meisten Frauen. Doch im 16. Jahrhundert muss sie sich gegen ihre männlichen Berater durchsetzten und gleichzeitig versuchen ihre Rollen als Monarchin und Frau zu vereinen. Das opulente Kostümdrama zeigt ihre Verwandlung vom Mädchen zur jungfräulichen Ikone.

Diese Liste ist natürlich keineswegs vollständig, über Ihre Ergänzungen in den Kommentaren würde ich mich daher sehr freuen!

Erstellt: 12.06.2019, 21:40 Uhr

ZSZ-Mitarbeiterin Olivia Tjon-A-Meeuw liebt Kinosäle, steht zu ihrer Netflix-Sucht und hasst nichts so sehr wie Spoiler. An dieser Stelle bloggt sie über ihre Leinwand- und Streaming-Erlebnisse und bewertet Filme und Serien. ot_a_m auf Instagram.

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