The Take

Meine 5 ... liebsten Marvel Filme

‹Avengers: Endgame› schliesst ein Kapitel Filmgeschichte ab. Unsere Autorin schaut aus diesem Anlass auf ihre liebsten Marvel-Filme zurück.

Am 24. April kommt ‹Avengers: Endgame› ins Kino. Für alle Fans des Marvel Cinematic Universe (MCU) dürfte dies der Höhepunkt des Kinojahres werden. Es ist der vorläufige Abschluss einer epischen Geschichte, die über 11 Jahre und bald 22 Filme hinweg erzählt wurde. Die Filme haben eine riesige Fangemeinschaft gewonnen und bis jetzt etwa 18.5 Milliarden Dollar eingespielt.

Dabei ist Marvel Studios gelungen, woran andere Filmemacher immer wieder scheitern: Sie haben ein Filmuniversum geschaffen, das sich über Dutzende Filme erstreckt. Jeder Film baut auf den vorherigen auf, egal ob es eine direkte Fortsetzung ist, oder auf einem parallelen Gleis weiter läuft. Der rote Faden ist sind die sogenannten Infinity Steine, Objekte unglaublicher Macht.

Als langjähriger Fan des MCU freue ich mich schon seit ewigen Zeiten auf ‹Avengers: Endgame›. Wenn eine Geschichte zu Ende geht, richtet sich der Blick aber auch automatisch zurück. Darum hier eine Liste mit meinen Top fünf MCU Filmen (inklusive Spoiler)

5. ‹Iron Man 3›

Iron Man, auch bekannt als Tony Stark (Robert Downey Jr.), ist quasi der Gründervater des MCU, schliesslich wurde der Grundstein zum Universum im ersten Iron Man Film gelegt. In seinem (vorerst) letzten Soloabenteuer ist die Persönlichkeit des immer sarkastischen Playboys aber arg angeschlagen. Nach den Ereignissen des ersten Avenger Films leidet Tony unter Panikattacken. Seine Iron Man Rüstung wird immer mehr zur Krücke, ohne die er nicht mehr durch den Alltag kommt. Um so schlimmer, als er plötzlich ohne ihre Unterstützung dasteht, nachdem er sich mit dem berüchtigten Terroristen ‹Der Mandarin› angelegt hat.

Regisseur und Drehbuchautor Shane Black (‹The Nice Guys›, ‹Lethal Weapon›) ist bekannt für seine unsentimentalen, bissigen Drehbücher. Dies kommt trotz der ernsten Themen auch hier wieder zu tragen. So fühlt man zwar mit Tony mit, doch der Film rutscht nie ins Rührselige ab. Am Ende des Filmes weiss Tony, was die Zuschauer schon immer gewusst haben (und wie er an anderer Stelle selbst sagt): Er kann auch ohne Rüstung bestehen, schliesslich ist er ein Genie, Milliardär, Playboy und Philanthrop.

4. ‹Avengers: Infinity War›

Ein Schock von dem ich mich noch immer nicht erholt habe: Am Ende dieses Films löst sich die Hälfte des gesamten Universums — dass heisst die Hälfte unserer Helden — in Staub auf. Ein kleiner Schnippser und der Titan Thanos — ein Alien — hat dank den Infinity-Steinen sein Ziel erreicht: Er hat Gleichgewicht ins Universum gebracht, wie er verkündet. (Es ist immer noch unklar, warum er nicht einfach mehr Ressourcen kreiert hat. Aber er wird ja nicht umsonst auch der wahnsinnige Titan genannt.)

Dabei haben sich ihm Superhelden aus dem gesamten MCU entgegengestellt. Genützt hat es nichts, aber es war immerhin sehr unterhaltsam. Zudem ist den Drehbuchschreibern ein Kranz zu winden: Sie schaffen es, in der Masse der Figuren, jedem Charakter seinem Moment zu geben. Auch in den Kampfszenen, die leicht repetitiv werden könnten, kann jeder Held seinen persönlichen Stil durchscheinen lassen. Nun hoffe ich also auf ‹Avengers: Endgame›, und die Wiederauferstehung einiger Superhelden.

3. ‹Captain America: Civil War›

Während ‹Iron Man 3› den Konsequenzen eines Superheldenlebens auf persönlicher Ebene nachgeht, geht es in ‹Captain America: Civil War›, wie der Titel schon erahnen lässt, um die Folgen auf gesellschaftlicher Ebene. Nachdem die Avengers in ‹Avengers: Age of Ultron› die Nivellierung eines ganzen Landes zu verantworten hatten, will die Weltgemeinschaft die Helden nicht mehr länger unkontrolliert walten lassen. Stattdessen sollen sie unter die Kontrolle der Vereinten Nationen gestellt werden. Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.) wird vom schlechten Gewissen geplagt und will sich den neuen Regeln unterwerfen. Steve Rogers/Captain America (Chris Evans) hingegen setzt auf die Eigenverantwortung der Avengers, da er Organisationen nicht traut. Statt ihre Meinungsverschiedenheiten zivilisiert auszutragen, schlagen sich die beiden samt ihren Anhängern bald die Köpfe ein.

Der Film ist einerseits tragisch, weil Charaktere, die wir schon lange kennen, sich auf einmal feindlich gegenüberstellen. Man kann förmlich zusehen, wie Tonys Herz bricht, als er realisiert, dass seine Freundschaft mit Steve vorbei ist. Anderseits lädt der Film zu endlosen Diskussionen ein, wer den nun Recht hat. Darum die Warnung: Dieser Film kann Freundschaften gefährden! (Und Tony hat ganz klar recht).

2. ‹Thor: Ragnarok›

Dass in Chris Hemsworths Thor ein gewisses Potential schlummerte, das war schon immer klar. Aber erst in seinem dritten Soloabenteuer kann sich es sich voll entfalten. Hemsworth hat eine komödiantische Ader, die hier voll zum Tragen kommt. Der ausserirdische Prinz versucht eigentlich Ragnarok, also die nordische Version der Apokalypse, auf seinem Planeten zu verhindern. Weil aber sein Bruder Loki (Tom Hiddleston) wieder einmal Unsinn angestellt hat, müssen sich die beiden stattdessen mit einer Schwester (Cate Blanchett) herumschlagen, die aus guten Grund weggesperrt war. Immerhin ist sie die Todesgöttin.

Klingt super ernst, aber Regisseur Taika Waititi bringt eine anarchische Energie in die Grossproduktion. Der Neuseeländer sprenkelt immer wieder absurde Momente ein und kreiert Bilder, die in Erinnerung bleiben. Bestes Beispiel: Der Moment als Thor seine vollen Kräfte ausspielt und gleichzeitig ‹The Immigrant Song› von Led Zeppelin spielt. Mehr oder weniger im Hintergrund klingt zudem Kritik an imperialistischen Projekten an. Und da ist noch der immer entzückende Jeff Goldblum in einem fancy Bademantel.

1. ‹The Avengers›

Der erste Avengers Film war ein grosses Wagnis, der erste Höhepunkt im MCU. Würde sich das Publikum auf die Vision eines geteilten Filmuniversums einlassen? Die Antwort war ein lautstarkes Ja. Zu verdanken ist das vor allem dem Drehbuch von Joss Whedon, der auch Regie führte. Der ‹Buffy›-Erschaffer schöpfte sein Talent für spritzige popkulturelle Dialoge voll aus, sodass die Figuren im besten Licht erscheinen. Diesen Film kann man endlos zitieren. Alle Hauptfiguren werden nochmals eingeführt, nur für den Fall, dass man sich nicht erinnern kann, gleichzeitig werden aber auch die neuen Dynamiken erkennbar.

Im Gegensatz zu den meisten anderen MCU Filmen hat ‹The Avengers› auch einen grossartigen Bösewicht: Loki, gespielt von Tom Hiddelston. Der ausserirdische Trickster möchte die Erde mithilfe einer Horde Aliens erobern, nachdem es ihm misslungen ist, seinen Bruder Thor auf ihrem Heimatplaneten zu entmachten. Er war damals schon eine tragische Figur, sodass er mit seiner Mischung aus beinahe wahnsinniger Arroganz und Sehnsucht nach Anerkennung sowie seinen fiesen verbalen Pieksern immer ins Schwarze — die Herzen des Publikums — trifft.

Erstellt: 12.04.2019, 19:13 Uhr

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