ZUgespitzt

Oh du Inbegriff der Hässlichkeit

In der Kolumne «Zugespitzt» ­greifen Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

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Wahre Worte muss man schreiben, auch wenn sie schmerzen. Du, den ich Tag für Tag passiere, bevor ich mich in die Redaktion flüchten und mich dir entziehen kann, dir seien diese Zeilen gewidmet; du, der mich täglich daran erinnert, welch abhängige Wesen wir Menschen sind, abhängig von dir und deinem immer gleichen Konsumangebot der Grossverteiler, von Grosis Hacktätschli und der Buure-Bratwurst; von den immer gleichen Autos, die zur Schnellstrasse dröhnen und mich dabei in der Sonne blenden; und vom miefigen Benzin, ohne das all dies nicht möglich, aber auch nicht nötig wäre.

Ablenkung von deiner architektonischen Trostlosigkeit bietet im besten Falle der ausgedünnte Bach, der von dir aus in Richtung Innenstadt tröpfelt, und die zwei Bänke, die ihn zieren; doch ansonsten vergeht mir bei deinem Anblick die Lust auf so Vieles.

Freilich ist ganze Ausmass deiner faden Fratze erst dann entblösst, wenn all die Autos, das Gehupe und Gedröhne dich verlassen haben und die Beobachterin erahnen kann, welch gesunde Magerwiese du mit deinem Parkplatz verdrängt haben musst. Am Sonntag nämlich, wenn du höchstens noch zur Durchfahrt taugst; wenn alle Läden ruhen, und du kein Konsum-Ort, nicht mal mehr Nutz-Ort, sondern zum Nicht-Ort geworden bist. Wahrlich: Du bist nur dann noch trostloser, wenn die Menschen dich verlassen haben.

Deshalb werde ich dich, den ich zum Schluss beim Namen nennen muss, nie mögen: Bülach Süd – du bist fürwahr der Inbegriff der Hässlichkeit.

Erstellt: 24.07.2019, 13:45 Uhr

Sharon Saameli, Redaktorin Zürcher Unterländer

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