ZUgespitzt

Eine Attraktion fürs Unterland

Redaktor Flavio Zwahlen baut in Gedanken einen Freizeitpark in Rafz. So möchte er dem Unterland zu mehr Glanz verhelfen.

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Wasist der Wiedererkennungswert des Unterlands? Der Flughafen? Die Justizvollzugsanstalt Pösch­wies? Die paar Kilo­meter Rhein? Der Golfpark in Otelfingen? Zurecht sei diese Frage gestellt. Unserer Region fehlt es an einer Attraktion mit nationaler oder gar internationaler Ausstrahlung. Deshalb sind initiative Köpfe gefragt, die Mut beweisen und sich an ein zurzeit unvorstellbares Projekt heranwagen. Die Gemeinde Regens­dorf und Pascal Brotzer, Präsident des Vereins Waveup, gehen mit gutem Beispiel voran. Sie planen im Furttal einen künst­lichen See mit Wellenanlage. Surfen im Furttal: Na wenn das kein Wiedererkennungswert ist. Mehr von diesen Ideen!

Der Europa-Park in Rust war im letzten Jahr mit 5,6 Millionen Besuchern der am meisten besuchte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum und gehört ausserdem zu den 25 besucherstärksten Erlebnisparks der Welt. Was Rust, eine Gemeinde mit rund 4000 Bewohnern kann, können doch Unterländer Gemeinden auch. Eine ähnliche Bevölkerungszahl wie Rust haben wir zum Beispiel in Rafz. Ausreichend Platz ist dort ebenfalls vorhanden. Klingt verlockend, nicht? Wahrscheinlich nicht für alle. Ich habe bereits die Website der Interessengemeinschaft «Kein Freizeitpark im Rafzerfeld» vor Augen. Aber wie heisst die schöne Redewendung: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Bauen wir also mal eine erste Achterbahn.

Vielleicht ist diese Idee aber wirklich ein wenig abgehoben. Das Unterland muss ja nicht gleich ein Millionenpublikum anlocken. Sonst bricht uns noch der Verkehr zusammen.

Wir suchen also eine Attraktion, die keinen riesigen Ansturm auslöst und trotzdem eine gewisse Ausstrahlung hat. Wenn ich mich nicht irre, ist die Stadt Zürich – geplagt von Einsprachen und Sporthassern – verzweifelt auf der Suche nach einem geeigneten Standortfür ein Fussballstadion. Die Gemeinde Regensdorf wäre sicher bereit, neben ein paar Surfern auch Fussballfans zu empfangen. Ein Stadion mit 18 000 Plätzen reicht ja für die beiden Zürcher Super-League-Vereine völlig aus. Und auch den Cupfinal können die Angsthasen aus Bern getrost dem Unterland abgeben. Hier können die Fans nicht mehr viel Schaden anrichten.

Mir ist klar, dass meine Vorschläge für Kopfschütteln sorgen. Unterländer halt. Aber einen Trumpf kann ich noch ausspielen. Die Nagra. Knallen wir das Endlager für radioaktive Abfälle auf oder genauer in die Region. Dieses lockt zwar keine Besucher an. Dafür können wir prahlen, dass der gefährlichste Abfall der Schweiz bei uns ruht. Diese Attraktion hätte mit Sicherheit genügend Strahlkraft.
In der Kolumne «ZUgespitzt»greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.03.2018, 12:49 Uhr

Flavio Zwahlen, Redaktor Zürcher Unterländer

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