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Gartenarbeit macht lustig

In der Kolumne «ZUgespitzt»greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

Irgendetwas mache ich falsch. Bei der Gartenarbeit komme ich regelmässig ins Schwitzen. Diese Plackerei fährt ganz schön in die Knochen, seis beim Jäten, Rasenmähen, Stauden schneiden. Ich schwitze und ächze und stöne. Und am nächsten Tag schmerzen Gelenke und Rücken und der Muskelkater hat sich jeder Faser bemächtigt.

Irgendetwas mache ich falsch. Das zeigt mir jedes Werbeplakat für Gartenartikel, jeder Gartenprospekt in aller Deutlichkeit. Denn schauen Sie sich einmal diese Werbungen an: alle, die mit Gartenarbeit beschäftigt sind, lachen und lächeln. Scheinbar vor Glückseligkeit und Freude. Der Mann schiebt den Rasenmäher vor sich hin und lacht überglücklich. Die Frau schneidet die Hecke und grinst die Thuja an. Oder dann der Mann des Typs Hausbesitzer jung, gesund, erfolgreich und dynamisch: beugt sich tief über das Beet, bettet die Setzlinge in die Erde – und lacht, als hätte er einen guten Witz gehört.

Alle lachen wie verrückt. Sogar die beiden kleinen Mädchen, die auf den Gartenplatten sitzen (warum eigentlich nicht im Rasen daneben?) und nichts tun als lachen. «Intelligente Lösungen für den Garten», heissts da oder «Gartenarbeit ohne Mühen» oder «Gartengenuss pur». Werber sind Zyniker.

In der Werbung für die Grillparty («Alles für den Grill») mag die Lächlerei ja noch angehen. Das Bier in der Hand und das Lachen im Gesicht, das passt. Aber sicher nicht bei der Gartenarbeit. Diese ist nämlich erst schön, wenn sie erledigt ist. Sie ist ein Krampf, eine Geissel Gottes. Im «Schweisse deines Angesichts», heissts auch schon in der Bibel.

Also, liebe Werbeleute, greift einmal zur Schaufel statt zum Stift und ihr werdet Botschaften verbreiten wie «Gartenarbeit – wir leiden mit» oder noch besser «Gartenarbeit? Sicher nicht! Lassen Sie ihren Garten wuchern!»

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