ZUgespitzt

Kauderwelsch aus dem Computer

In der Kolumne «Zugespitzt» ­greifen Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

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Das Dokument, das wir im spanischen Hotel unterschreiben sollten, war total unverständlich. Es handle sich um eine Erklärung zum Datenschutz, setzte uns der nette Herr von der Réception ins Bild. Er habe es vom gratis zugänglichen Internetdienst Google Translate übersetzen lassen. Wir machten keine grossen Umstände und setzten unsere Namen darunter.

Für grosse Erheiterung sorgte am Abend dann die Speisekarte im Hotelrestaurant. Auch diese liess der Réceptionist täglich mit dem gleichen Programm vom Spanischen ins Deutsche übersetzen. Bei der «Suppe der Tomate mit Crutones und des Käses» war ja noch einigermassen klar, was uns erwarten würde. Kryptischer wurde es bei den «Garnelen von dem Bügeleisen» oder dem «Fleisch mit der Zierleisten».

Dass sich ein kleineres Hotel in Spanien keine professionellen Übersetzer leisten kann, ist nachvollziehbar. Etwas mehr gestaunt habe ich vor ein paar Jahren, dass dies anscheinend auch ein nationales Unternehmen wie die Poste France nicht für nötig hält. Als ich an einem Postomaten in Frankreich Geld bezog, erschien auf dem Bildschirm die Mitteilung: «Bitte warten Sie. Wir vorbereiteren Ihr Geld.»

Dabei soll es unterdessen intelligente Übersetzungsprogramme geben, bei denen man nicht bemerke, dass der Text maschinell verfasst wurde. Dies hatte mir der Mediensprecher einer grossen Softwarefirma mit Sitz im Unterland unlängst versichert, und ebenso habe ich es in dieser Zeitung wiedergegeben.

Zu derart fortgeschrittener künstlicher Intelligenz hat aber anscheinend auch unser Hausdienst im Redaktionsgebäude keinen Zugang. Darauf lassen zumindest die diversen Hinweisschilder in der Toilette schliessen. Wie unter Zwang muss ich die zweisprachigen Anweisungen bei jedem Aufsuchen des stillen Örtchens lesen: «Use it sparingly to the existing toilet paper to», werden Englischsprachige angewiesen, und: «Leaving you only want the toilet facility as you found it.»

Ob die fremdsprachigen Mitarbeiterinnen einer grossen Biotechnologie-Firma, welche dieselben Toiletten benutzen, wohl verstehen, dass sie sparsam mit dem WC-Papier umgehen und die Toilette so verlassen sollen, wie sie sie anzutreffen wünschen? Falls nicht, dürfte immerhin ein weiteres Schild eindeutig sein in seiner Aussage: Dort wird mit einem Bild erklärt, welche Position man auf der Toilettenschüssel einnehmen soll: sitzen statt mit den Füssen auf den Toilettenrand stehen.

Erstellt: 07.02.2019, 14:22 Uhr

Andrea Söldi, Redaktorin ZU

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