ZUgespitzt

Sisyphus für den Fiskus

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf. Fabian Boller sucht nach der richtigen Briefmarke.

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Da hatte ich es doch tatsächlich geschafft und endlich meine Steuererklärung ausgefüllt. Doch die letzte Hürde stand noch bevor und sie gestaltete sich höher als angenommen. «Bitte ausreichend frankieren» stand oben auf dem Couvert. Da ich so gut wie nie Briefe per Post verschicke, hatte ich natürlich keine Briefmarken zuhause.

Zum Glück gibt es die SMS-Briefmarke, dachte ich mir. Also schnell «MARKE» an die 414 geschickt und schon erhielt ich einen Code, den ich auf den Umschlag schreiben konnte. Doch Moment: Eine Marke reichte nicht aus für das dicke Couvert! Also nochmals nachbestellt und eine zweite SMS-Marke auf den Brief «geklebt». Aber darf man die Marken überhaut kummulieren?

Ein kurzer Blick ins Internet half weiter: Veflixt, man darf nicht! Zwei Franken waren futsch. Da blieb nur noch der Gang zur Poststelle, doch die hatte bereits zu. Und die Münzautomaten, wo man früher Marken beziehen konnte, hat die Post leider auch wegrationalisiert. Der Ausflug wurde auf den Samstag verschoben: Rein in die Filiale und Nümmerchen ziehen.

Vorausgesagte Wartezeit: 15 Minuten. Doch siehe da! Weiter hinten beim «Postshop» brauchte man keine Nummer. «Verkaufen Sie Marken?». «Nein, da müssen sie an den Schalter.» Ich verkniff mir die Frage, weshalb es dann «Postshop» heisst. Nach zwanzig Minuten war ich endlich an der Reihe und konnte meinen Brief abschicken. Diesen Aufwand kann ich leider nicht von den Steuern abziehen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 23.05.2018, 17:26 Uhr

Fabian Boller, Redaktor

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