Umweltfreundlich zmörgelen?

In der Kolumne «ZUgespitzt»greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf. Redaktionsleiter Martin Liebrich war mit dem Velo an der Tanke.

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Tag der Arbeit. Ich unterwegs zur Arbeit. Per Velo. Jetzt noch schnell etwas zu essen kaufen – ab an die Tankstelle. Ein paar andere hattendie gleiche Idee. Vor mir in der Schlange vor der Kasse ein Mann, etwas älter als ich. «Wollen Sie ein ­Säckli?», fragt die Kassiererin ihn.

Es entsteht eine Diskussion über Raschelsäckli. Das sind jene Plastiksäckchen, die praktisch sind für kleine Einkäufe. Sie rascheln lustig. Die Umwelt findet den Plastik offenbar nicht so lustig. Und weil der kürzeste Weg zum Umweltschutz über das Porte­monnaie führt, sind sie kostenpflichtig. 5 Rappen pro Stück reichen zur Ausrottung.

Dieses Säckli, erklärt die Kassiererin und zeigt dem Mann ein ­Säckli, sei jedoch nicht aus Plastik. Sondern sogar kompostierbar. Und darum gratis. Dann nehme er doch gern eins, um sein Frühstück einzupacken, sagtder Mann. Das sei nun eine gute Nachricht. Jetzt könne er sein Zmorge sogar mit gutem Gewissen geniessen, adieu und einen schönen Sonntag.

Sprachs, nahm sein Zmorge in seinem kompostierbaren ­Säckli, stieg ins Auto und fuhr damit ­zurück zum heimischen Frühstückstisch. – «Wollen Sie ein ­Säckli für Ihre Sachen?», fragt die Kassiererin mich. – «Danke. Nein. Ich nehme sie gleich so mit.» Die nichtkompostierbare Menge an Verpackungsmaterial, die nach meinem Essen übrig blieb, war übrigens beachtlich? (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 02.05.2018, 17:24 Uhr

Martin Liebrich, ZU-Redaktionsleiter

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