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Gedanken zu Weihnachten

Franziska Driessen-Reding, Präsidentin Synodalrat der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich.

Maria, Josef, das Kind, alle drei in einem Stall, draussen auf freiem Feld, weggejagt aus der Stadt, Rayonverbot. Zivilstand der Eltern ungeregelt, Zukunft der Familie ungewiss. Die einzigen Begleiter sind Hirten, die Aussenseiter der damaligen Welt. Es zieht, es ist kalt und ungemütlich. Der «Heiligen Familie» gehts wirklich schlecht. Ausgerechnet hier wird Gott Mensch.

Die Kirchen haben dann goldene Paläste errichtet, in denen die Menschen Gott finden sollen. Natürlich, auch ich besuche gerne schöne Kirchen, lasse mich von Architektur und Kunst beeindrucken. Und mit mir ganz viele Menschen, die in Kirchenräumen Ruhe, Geborgenheit, Schutz und auch Gott finden. Aber mit dem Stall von Bethlehem haben unsere Kirchen nicht viel gemeinsam, die Krippe ist nur Dekoration zur Weihnachtszeit. Die Krippe von Bethlehem steht ausserhalb schützender Mauern, im rauen Wind gesellschaftlicher Niederungen.

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