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Trump zum Ende des Lockdown«Mit Abstand die grösste Entscheidung meines Lebens»

Die Frage, wann und wie die USA wieder zur Normalität zurückkehren könnten, macht US-Präsident Donald Trump Kopfzerbrechen.

«Ich möchte geleitet werden», sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. «Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird.»
«Ich möchte geleitet werden», sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. «Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird.»
Yuri Gripas/Reuters, 10. April 2020

«Das ist mit Abstand die grösste Entscheidung meines Lebens», sagte Trump am Freitag an einer Pressekonferenz im Weissen Haus zur Frage, wann und wie das Land wieder zur Normalität zurückkehren könnte. Er werde sie in Abstimmung mit «den klügsten Menschen» finden.

«Ich möchte geleitet werden», sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. «Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird.»

Trump kündigte an, voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorzustellen, das über die Öffnung des Landes beraten soll. «Ich möchte ihre Ansichten darüber, was sie denken», sagte Trump.

Teil des «Rats zur Öffnung unseres Landes», wie Trump die Arbeitsgruppe nannte, seien parteiübergreifende Experten aus verschiedenen Teilen des Landes. Trump machte erneut deutlich, dass er das Land so schnell wie möglich wieder öffnen wolle – und wies auf Gefahren des Zu-Hause-Bleibens hin: Auch das könne in der Coronavirus-Krise zum Tod führen – «vielleicht eine andere Art von Tod», warnte er.

In vielen Ländern wird inzwischen die Debatte darüber geführt, wie man aus dem Lockdown kommt, die Wirtschaft wieder hochfährt und gleichzeitig die Zahl der Ansteckungen im Griff hat (lesen Sie hier, wo die Schweiz diesbezüglich steht).

Mehr als 500’000 Infektionen

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es deutlich mehr bekannte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 als in jedem anderen Staat der Welt. Am Freitag waren es bereits über eine halbe Million. Weitaus am stärksten betroffen ist dabei New York (lesen Sie hier die eindrückliche «Magazin»-Geschichte «Stadt der Toten»). Die Zahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und einer hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Die Leichenhäuser in New York sind überfüllt: Tote werden vorübergehend auf dem Armenfriedhof auf der Insel Hart Island vor dem Stadtviertel Bronx begraben.
Die Leichenhäuser in New York sind überfüllt: Tote werden vorübergehend auf dem Armenfriedhof auf der Insel Hart Island vor dem Stadtviertel Bronx begraben.
REUTERS/Lucas Jackson

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien. Dort starben demnach rund 33 Menschen pro 100’000 Einwohner nach einer Infektion. In Italien waren es rund 30, in den USA waren es 5 Todesfälle pro 100’000 Einwohner

USA sollen Italien helfen

Trump hat seine Regierung am Freitag angewiesen, Italien im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. So solle etwa in Italien stationiertes Militärpersonal beim Bau von Feldlazaretten und dem Transport von Lebensmitteln helfen, hiess es in einem am späten Freitagabend veröffentlichten Memorandum. Nicht an Covid-19 erkrankte italienische Patienten könnten in medizinischen Einrichtungen des US-Militärs behandelt werden.

Wirtschaftsminister Wilbur Ross solle zudem US-Unternehmen ermutigen, benötigtes Material wie etwa medizinische Ausrüstung an Italien zu liefern, hiess es weiter. Mit seiner Hilfe reagiere Washington auf die Bitte der italienischen Regierung.

Italien hat nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität mit 18’849 bisher die höchste Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie weltweit verzeichnet. Die USA folgen an zweiter Stelle mit 18’758 gemeldeten Todesfällen bis Freitagabend.

84 Kommentare
    Pete Wellenberger

    Trump hat richtig abgewogen, ein zu früher Lockdown hätte einen Crash ergeben, dank der Einreisebeschränkungen uns allen Zeit verschafft, erlaubte die Anwendung von Hydrochlorquine – und rettete damit Tausenden Amerikanern das Leben.

    Die Auslagerungen der Medikamentenpropduktion ins Ausland wurde dank Obama und Kerry nun den USA zum Verhängnis. Trumps «America First» war und ist richtig. Chinas Politik ist uns allen zum Verhängnis geworden, Zuckerbrot und Peitsche: Italien musste die zuvor im Januar an China gespendeten Hilfslieferungen von Masken und Ausrüstungen gegen Geld von China auslösen. Eine Perversität ohne gleichen. Die Zahlen der COVID-19 Wuhan-Infektionen wurden unterschlagen, ähnlich wie in anderen Diktaturen wie Iran, Nord Korea und in der Türkei. Die wet-markets in China sind wieder geöffnet - als ob nichts gewesen wäre. Schändlich.