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Augenschein im ImpfzentrumNach den Stüssis kamen die Promis dran

Der Auftakt zur grössten Impfaktion der Zürcher Geschichte wurde mit Prominenz medienwirksam inszeniert. Den ersten Stich erhielt aber ein Ehepaar aus Wetzikon.

Langes Warten auf kurzen Pieks: Das Ehepaar Stüssi aus Wetzikon sitzt im Referenz-Impfzentrum der Universität Zürich am Hirschengraben, wo am 4. Januar mit dem Impfen begonnen wurde.
Langes Warten auf kurzen Pieks: Das Ehepaar Stüssi aus Wetzikon sitzt im Referenz-Impfzentrum der Universität Zürich am Hirschengraben, wo am 4. Januar mit dem Impfen begonnen wurde.
Foto: Samuel Schalch

Vom Raumgefühl her wähnt man sich in einem Festzelt: Bretterboden, weisse Plastikplanen als Wände und Dach, dazu das Summen der Lüftung. Doch hier fliesst kein Bier, ertönt kein Schlager. Der Anlass ist ernst: Bei dem grossen Zelt am Hirschengraben in Zürich handelt es sich um das Referenz-Impfzentrum des Kantons, wo man sich seit Montag gegen Covid-19 impfen lassen kann.

Als Erstes an die Reihe kommt das Ehepaar Stüssi aus Wetzikon, 77 und 76 Jahre alt, ihre Vornamen gibt die Gesundheitsdirektorin nicht bekannt. Ausgewählt wurden die beiden, so erklärt es Regierungsrätin Natalie Rickli (SVP) später, weil sie sich schon früh per E-Mail nach Impfmöglichkeiten erkundigt hatten. Vor mehreren Dutzend Medienleuten sitzen sie jetzt nebeneinander da, Frau Stüssi schlüpft aus dem rechten Ärmel ihres Wollpullovers – doch halt, der linke Arm muss her: Geimpft wird in den Oberarm jener Seite, mit der man nicht schreibt. Beim Pieks verzieht die Seniorin keine Miene. Dann ist ihr Mann dran, auch er nimmt es stoisch. Zum Schluss umringen drei Regierungsrätinnen die beiden, um mit einer Mischung aus Freude und Besorgnis zu fragen: «Ist es gut gegangen?»

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