Freienstein-Teufen

Eine vorerst einseitig geplante Fusion

Zu den Legislaturzielen 2018 ­– 2022 gehören Überlegungen für die Schaffung einer Einheitsgemeinde mit Rorbas. Dort ist man überrascht über den Gang an die Öffentlichkeit.

In Freienstein-Teufen strebt der Gemeinderat eine Fusion mit Rorbas an, die von der Nachbargemeinde nicht unterstützt wird.

In Freienstein-Teufen strebt der Gemeinderat eine Fusion mit Rorbas an, die von der Nachbargemeinde nicht unterstützt wird. Bild: Michael Caplazi

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Gemeinderat Freienstein-Teufen will in der Amtsperiode 2018 – 2022 eine Grundsatzabstimmung über einen Zusammenschluss mit der Politischen Gemeinde Rorbas ermöglichen. Gleichzeitig soll eine Einheitsgemeinde mit der Schulgemeinde Rorbas-Freienstein-Teufen entstehen. Die Abklärungen, um eine Urnenabstimmung durchzuführen, erfolgen unter partnerschaftlichem Einbezug der betroffenen Organe, wie es in einer Mitteilung des Gemeinderats heisst. Allerdings gibt es weder konkrete Ideen noch einen detaillierten Zeitplan, diese Idee umzusetzen. Gemäss Auskunft von Gemeindeschreiber Marco Suter sind die offiziellen Stellungnahmen von Rorbas und der Schulgemeinde noch ausstehend.

Letzte Abklärung ist länger als 25 Jahren her

Oliver Müller, Gemeindepräsident von Freienstein-Teufen, glaubt aufgrund von Gesprächen mit der Schulbehörde, dass diese einer Einheitsgemeinde nicht abgeneigt wäre. «Die Rorbaser Gemeindebehörde dagegen steht dem Vorschlag eher ablehnend gegenüber. Sie sind der Meinung, die Bewegung müsste aus der Bevölkerung kommen», sagt Müller. Im Gemeinderat von Freienstein-Teufen finde man jedoch, es sei jetzt an der Zeit, über das Thema Gemeindefusion und Einheitsgemeinde zu sprechen. «Es ist länger als 25 Jahre her seit der letzten Abklärung», sagt er. Deshalb erachte man es in seiner Gemeinde als an der Zeit, wieder einmal für einen Gemeindezusammenschluss zu diskutieren.

Für den Gemeindepräsidenten würde es Sinn machen, da die beiden Gemeinden ohnehin einen engen Lebensraum gemeinsam nutzten. Zuerst müsse aber die Bevölkerung einen Grundsatzentscheid fällen, ob eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht wird. Er wolle auf keinen Fall unbedingt eine Fusion «mit dem Turbo» durchzuziehen. «Aber die Ziele beschliesst man am Anfang der Legislatur und nicht am Schluss.» Man habe mit der Idee eine Gemeindefusion und Einheitsgemeinde die Diskussion anstossen wollen. «Ich kann aber auch gut damit leben, wenn keine weitergehenden Anstrengungen dazu unternommen werden», sagt Müller.

Irritation bei der Rorbaser Gemeindebehörde

Die Rorbaser Gemeinderätin und Vizepräsidentin Barbara Grüter dagegen ist etwas irritiert, dass das Thema Fusion über das Mitteilungsblatt an die Öffentlichkeit gelangt ist. «Der Gemeinderat Freienstein-Teufen hat seine geplanten legislaturziele uns gegenüber intern kommuniziert», sagt sie. Allerdings ist sie der Meinung, dass die Abklärung über eine mögliche Fusion von beiden Politischen Gemeinden und der Schule gemeinsam angegangen werden müsste. «Wir erachten es als äusserts wichtig, dass die Schul- und Gemeindebehörden in einen möglichen Prozess von Anfang an einbezogen sind.» Man schätze die bisherige gute Zusammenarbeit der beiden Gemeinden.

Ganz ausschliessen will sie eine Fusion mit Freienstein-Teufen zwar nicht, doch seien bisherige Anläufe in diese Richtung stets gescheitert. Gerade weil die nachbarliche Zusammenarbeit so gut funktioniere und sehr geachtet werde, brauche es die Fusion nicht. Als Zeichen der Bevölkerung, den autonomen Weg weiterzugehen und dort zusammenzuarbeiten, wo es sinnvoll ist, wertet Grüter die Abstimmung vom 23. September dieses Jahres. Damals hatte die Bevölkerung beider Gemeinden einem gemeinsamen Werkhof in Rorbas mit sehr hohem Ja-Stimmen-Anteil genehmigt. «Weder spürt der Gemeinderat aus seiner Einwohnerschaft einen Druck, noch erkennt er vordringliche Gründe, das Thema Fusion überhastet und künstlich zu forcieren.»

Erstellt: 16.10.2018, 17:04 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!