Freienstein-Teufen

Schweizer Film überzeugt bei Vorpremiere

Im neuen Kino feierte am Freitag der Schweizer Film «Rider Jack» Vorpremiere. Die mit Liebe und Ironie erzählte Vater-Sohn-Geschichte berührte die Zuschauer.

Bewältigen auf ihrer Reise die gemeinsame Vergangenheit: Sohn Jack (Roeland Wiesnekker) und Vater Paul (Wolfram Berger).

Bewältigen auf ihrer Reise die gemeinsame Vergangenheit: Sohn Jack (Roeland Wiesnekker) und Vater Paul (Wolfram Berger). Bild: pd

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Jack (Roeland Wiesnekker) ist in seinem Leben gescheitert und träumt von einem Neuanfang im Ausland. Stattdessen muss er sich unverhofft um seinen verhassten Vater Paul (Wolfram Berger) kümmern, den er seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen hat. Paul hat Alzheimer und will mit seinem Sohn Frieden schliessen, solange er noch kann. Doch Jack hat mit Paul ganz andere Pläne. Zwei Welten prallen aufeinander, und aus einer Reise ins Tessin wird eine Odyssee in die verdrängte schmerzhafte Vergangenheit.

Anrührende Tragikomödie

Der Film geht ans Herz, da viele Zuschauer im Zerwürfnis und der langsamen Annäherung zwischen Jack und Paul Parallelen zu sich selbst oder ihrem Umfeld ziehen können. Die Alzheimererkrankung von Paul ist für die Handlung zwar bedeutend, doch bildet sie nicht das Hauptthema des Films. Im Vordergrund steht vielmehr die schwierige Bewältigung der Vergangenheit von Vater und Sohn. Dabei ist es den Machern eindrucksvoll gelungen, auch die humorvollen Momente innerhalb eines tragischen Lebensabschnitts darzustellen, ohne den Ernst der Geschichte aus den Augen zu verlieren. «‹Rider Jack› will den Zuschauern Mut machen, der Tragik des Lebens mit Humor entgegenzutreten und so vielleicht Konflikte zu lösen, an denen man ansonsten gescheitert wäre», äussert sich Regisseur This Lüscher dazu.

Von der Idee zum Filmprojekt

Als Zivilschützer kam Drehbuchautor André Küttel in einem Pflegheim mit Menschen, die an Alzheimer erkrankt waren, in Kontakt. Diese Erfahrungen führte er mit der Thematik um den Generationenkonflikt zusammen, und so entstand die Idee für den Film, mit welcher sich der Autor an This Lüscher wandte.

«Als André Küttel auf mich zukam, war ich fasziniert von der Grundidee», erklärt This Lüscher. In einem Park in Amsterdam, wo der Regisseur damals lebte, fand das erste Brainstorming statt. «Am Ende dieses Treffens hatten wir eine Parkbank, vollgeklebt mit Post-its und damit das Grundkonzept für die Story», erzählt André Küttel. Danach ging es an das Ausarbeiten des Drehbuchs und auf die Suche nach den passenden Produzenten, welche die beiden zu Langfilm führte.

Die Produktionsfirma Langfilm wurde 1980 von Bernard Lang gegründet und hat ihren Sitz in Freienstein. Die Dreharbeiten fanden ausser im Tessin auch im Raum Zürich statt, was insbesondere Kinobesucher aus der Region den einen oder anderen Schauplatz wiedererkennen lässt.

Hervorragende Besetzung

Durch die brillante schauspielerische Leistung von Roeland Wiesnekker und Wolfram Berger sind die Emotionen im Film nicht nur auf der Leinwand zu sehen, sondern finden den Weg zum Publikum. «Als es um die Besetzung der Rollen ging, war für uns sofort klar, dass Roeland Wiesnekker zusammen mit Wolfram Berger die bestmögliche Besetzung ist», sagt This Lüscher. «Die beiden Hauptdarsteller hatten auf Anhieb eine sehr gute Verbindung zueinander, und es entstand eine sehr produktive, wertvolle Zusammenarbeit.»

Anerkennung findet der Film auch international. This Lüscher gab bekannt, dass «Rider Jack» soeben für das Festival des Films du Monde in Montréal ausgewählt wurde. ()

Erstellt: 16.08.2015, 14:31 Uhr

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