Neerach

Strafanzeige provoziert Vorstoss

Nach der Strafanzeige der Schulpflege Neerach gegen Verantwortliche der eigenen Schule fragen zwei Kantonsräte per Vorstoss nach Details.

Die Neeracher Schulpflege hatte Strafanzeige gegen Verantwortungsträger der eigenen Schule eingereicht. Das hat bei den Kantonsräten Fragen aufgeworfen.

Die Neeracher Schulpflege hatte Strafanzeige gegen Verantwortungsträger der eigenen Schule eingereicht. Das hat bei den Kantonsräten Fragen aufgeworfen. Bild: Michi Caplazi

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Unkontrollierte Rechnungen, lückenhafte Anstellungsverträge, mangelnde Zeiterfassung und undokumentierte Nebenbeschäftigungen – Diese Punkte stehen auf der Liste der Missstände, die das Zürcher Volksschulamt bei der Prüfung der Primarschule Neerach aufgedeckt hatte. Das war im September 2018. Im Fokus stand dabei insbesondere der damalige Schulleiter, der diese Funktion gleichzeitig auch bei der Primarschule Dänikon-Hüttikon innehatte. Speziell: Die beiden Schulleiterposten zusammen ergaben addiert ein Pensum von mehr als 100 Stellenprozenten.

Im Zusammenhang mit der ausserordentlichen Prüfung durch das Amt löste der betroffene Schulleiter das Arbeitsverhältnis in Neerach auf und arbeitet inzwischen Vollzeit als Schulleiter in Dänikon-Hüttikon.

Die Primarschulpflege von Neerach setzt nach eigenen Angaben alles daran, die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen. An der Juni-Gemeindeversammlung hatte die Behörde dann bekanntgegeben, dass sie, in Absprache mit dem Dielsdorfer Bezirksrat, Strafanzeige «gegen verschiedene Verantwortungsträger der Primarschule» eingereicht habe. Auch an der Versammlung der Primarschulgemeinde Dänikon-Hüttikon zwei Tage später hatte dieses laufende Strafverfahren für Diskussionsstoff gesorgt. So hatten sich einzelne Votanten dahingehend geäussert, dass «das Vertrauen in die Schule angeschlagen» sei.

Jetzt schlägt die Angelegenheit auch ein-zwei Wellen am Limmatquai: Mit Datum vom letzten Montag haben der Niederglatter SVP-Kantonsrat Stefan Schmid und sein Ratskollege Christian Müller (FDP) aus Steinmaur eine diesbezügliche Anfrage eingereicht.

In insgesamt 14 Fragepunkten verlangen sie vom Regierungsrat detaillierte Ausführungen zur einstigen Vorgehensweise des Volksschulamts in der Causa des Doppelschulleiters, sowie Zahlen zu den Stellenprozenten, die dieser an beiden Schulen innehatte. Ferner wollen sie in Erfahrung bringen, ob dem Volksschulamt bekannt gewesen ist, dass der Schulleiter darüber hinaus über mehrere private Firmen verfüge, die Beratungsmandate und Personalvermittlungen anbieten.

Blacklist für Schulleiter

Nicht zuletzt geht es Schmid und Müller um die Frage, ob es im Kanton Zürich weitere Mehrfachanstellungen von Schulleitern gebe, die kumuliert pro betroffene Person ein 100-Prozent-Pensum überschreiten. «Wenn ja, wie stellt sich der Regierungsrat zu solchen Mehrfachbelastungen», heisst es im Vorstoss weiter, und: «Ab welchem Gesamtpensum sieht der Regierungsrat solche Anstellungen als kritisch?» Des weiteren wird angestossen, ob nicht auch in der Schulgemeinde Dänikon-Hüttikon eine ähnlich umfassende, unabhängige Untersuchung vorgenommen werden sollte. In der Frage Nummer 14 wird dann abschliessend ziemlich direkt gefragt:«Führt das Volksschulamt eine Blacklist von verurteilten Schulleitern – und teilt es diese Liste mit anderen Kantonen?»

Die Anfrage von Stefan Schmid und Christian Müller ist beim Regierungsrat hängig. Für die Beantwortung einfacher Anfragen hat die Kantonsregierung jeweils eine Frist von drei Monaten einzuhalten.

Erstellt: 10.07.2019, 17:56 Uhr

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