Bassersdorf

Die offene Wunde im Ortsbild

Trotz Zeugenaufruf gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse zum Brand von Bassersdorf. Der betroffene Hausbesitzer redet derweil vom Baustart seines längst ausgesteckten Neubauprojekts.

Nur die Grundmauern und das Balkengerüst des angebauten Schopfs (hinten) sind noch übrig geblieben, nachdem am 4. August dieses Jahres ein Grossbrand im Innern dieses Hauses ausgebrochen war.  Foto: Paco Carrascosa

Nur die Grundmauern und das Balkengerüst des angebauten Schopfs (hinten) sind noch übrig geblieben, nachdem am 4. August dieses Jahres ein Grossbrand im Innern dieses Hauses ausgebrochen war. Foto: Paco Carrascosa

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Vor genau einem Monat hat mitten in Bassersdorf ein Feuer für viel Aufsehen gesorgt. Seither fehlt dem Bauernhaus an der Klotener­strasse 31 nicht nur der Scheunenteil, sondern auch der gesamte Dachstock. Nur eine verkohlte Ruine ist noch übrig vom Elternhaus des heutigen Eigentümers Urs Brunner.

Die Kantonspolizei hatte, noch während die Löscharbeiten im Gang waren, erste Ermittlungen aufgenommen und erwähnte in einer ersten Einschätzung nach der Feuersbrunst Brandstiftung als mögliche Ursache. Mehr kann die Medienstelle der Kapo auch einen Monat nach dem Ereignis nicht sagen. Dabei hatte man zusammen mit der Medienmitteilung auch einen Zeugenaufruf verbreitet, der bislang allerdings nur ein sehr dürftiges Echo ausgelöst habe, hiess es zuletzt.

Haus stand nicht unter Schutz

Was klar ist: Der alte Wohnteil stand nicht unter Schutz und war eh dem Abbruch geweiht. Die ­angebaute Scheune liess die ­Gemeinde einst aus Sicherheitsgründen abreissen. Seither klaffte an dieser Stelle gut sichtbar quasi eine offene Wunde im Ortsbild. Nun soll tatsächlich auch der Rest der Liegenschaft schon bald verschwinden. Das jedenfalls berichtet die aktuelle Ausgabe des Lokalblatts «Dorfblitz». Weil vor 22 Jahren bereits ein anderes Haus Brunners – direkt neben der jetzigen Brandruine – unter mysteriösen Umständen kurz nach der Unterschutzstellung abgebrannt war, spriessen im Dorf nun die kühnsten ­Gerüchte über die neuerliche Brandursache.

Höhere Entsorgungskosten

Der alteingesessene Bassersdorfer jedenfalls weist jegliche Mitbeteiligung oder gar Schuld am Brandausbruch vom 4. August dieses Jahres von sich. Er habe sich keine Entsorgungskosten sparen und auch keine Versicherungsgelder einstreichen wollen, wird der Grundeigentümer und potenzielle Bauherr zitiert. Im Gegenteil: So entstünden ihm nach dem Brand sogar noch mehr Entsorgungskosten, beklagt er sich gegenüber dem «Dorfblitz».

Seit bald einem Jahr verkünden hohe Baugespanne auf den ­beiden nebeneinanderliegenden Grundstücken Brunners den Bau zweier neuer Häuser. Baulich ist auf dem Areal in dieser Zeit allerdings nichts passiert, was auf einen nahen Baubeginn hindeuten würde. Aber nun lässt der Grundbesitzer verlauten, dass er fest überzeugt sei, im nächsten Frühling mit seinem Bauvorhaben beginnen zu können.

Bachabstände im Fokus

Schuld an der Verzögerung sollen neue Wasserbauvorschriften sein. Da ein unscheinbarer Bachlauf die Grundstücke mittig teilt, schaltete sich zuletzt auch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) ins Bewilligungsverfahren ein. Es gehe darum, dass aus Hochwasserschutzgründen beidseitig mindestens fünf Meter Platz freibleiben müsse, was Anpassungen an Eigentumsrechten und Verantwortlichkeiten mit sich gebracht habe.

Inzwischen soll man sich jedoch geeinigt haben, ist weiter zu erfahren. Das bestätigt im selben Bericht des Lokalanzeigers auch der Bassersdorfer Bauvorsteher Christian Pfaller (SVP), der schon lange auf ein bewilligungsfähiges Bauprojekt für diesen brachliegenden Flecken hofft. Aktuell ist die Rede von Schlussverhandlungen, was tatsächlich auf eine ­baldige Lösung hindeutet. Das gesonderte Wasserbauprojekt werde noch im September öffentlich publiziert, stellt Pfaller in Aussicht. Wenn keine Einsprachen erfolgen, könnte der Baustart bald in greifbare ­Nähe ­rücken. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.09.2018, 17:16 Uhr

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