Regensdorf

Ein offenes Ohr für alle Hörprobleme

Firmenporträt. Peter ­Däscher sorgt im Hörzentrum Regensdorf seit zehn Jahren dafür, dass Menschen jeden Alters akustisch die Welt ­verstehen. Die Technologie im Ohr hat sich im Lauf der letzten Jahrzehnte markant entwickelt – zum Positiven.

Hörgeräteakustiker Peter Däscher?berät und hilft in Regensdorf Menschen in jedem Alter, dass sie mit technischer Hilfe wieder besser hören können.

Hörgeräteakustiker Peter Däscher?berät und hilft in Regensdorf Menschen in jedem Alter, dass sie mit technischer Hilfe wieder besser hören können. Bild: Renato Cecchet

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Hörgeräte gehörten lange in die gleiche Kategorie wie Zahnspangen oder Brillen. Wer eine Korrekturhilfe auf der Nase oder im Mund benötigte, war als Kind vielfach dem Spott der Mitschüler ausgesetzt. Hörschwache Menschen wiederum kapselten sich von der Umwelt ab oder mussten sich daran gewöhnen, ein klobiges Unding von einem Hörgerät zu tragen.Peter Däscher umschreibt die humanen Handicaps in Sachen Wahrnehmung mit einem Zitat des deutschen Philosophen Immanuel Kant – und gewichtet sie auch leicht: «Nichts hören trennt von den Menschen, nichts sehen von den Dingen.» Wer schlecht oder nichts höre, fühle sich vom Leben ausgeschlossen, erklärt Däscher. «Verstärkt wird dieses Gefühl, weil das Umfeld von Betroffenen auf Schwerhörigkeit vielfach gereizt reagiert, wenn es lauter sprechen oder Gesagtes wiederholen muss.»

Seit 22 Jahren hilft Däscher Menschen, besser zu hören. Gelernt hat er Radio- und TV-Elektroniker. «Vom Schleppen der Fernseher kriegte ich aber nur lange Arme», sagt er im Scherz. Auf dem zweiten Bildungsweg sattelte er dann auf Hörakustik mit eidgenössischem Fachausweis um. Seine Berufserfahrung sammelte er acht Jahre in der Hörmittelzentrale St. Gallen als Hörgeräteakustiker und Geschäftsleiter. Seit zehn Jahren ist er selbstständig und bietet im Hörzentrum Regensdorf, das im örtlichen Einkaufscenter zu Hause ist, seine Kenntnisse an. Dies im 1. Stock in den Praxisräumen.

Höhere Akzeptanz

«Es hat ein Umdenken stattgefunden», meint Däscher und spricht damit die Entwicklung von Hörhilfen im Laufe der Zeit einerseits und die damit verbundene höhere Akzeptanz bei Betroffenen andererseits an. Brillen sind zum modischen Accessoire geworden, Zahnstellungskorrekturen nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen zur Selbstverständlichkeit. Ähnlich verhalte es sich bei Hörgeräten, sagt Däscher. «Die Computerisierung, die Entwicklung in der Mikroelektronik ist auch in unsere Branche geflossen. Die Geräte sind qualitativ besser und gleichzeitig kleiner, farbiger und peppiger. Inzwischen werden Hörverluste vieler Art korrigiert.»

In der heutigen Zeit, in der viele freiwillig ein Bluetooth-Headset am Ohr hätten, rücke das Mobiltelefon auch bei der Hörtechnologie immer mehr in den Mittelpunkt, erklärt Däscher weiter. «Viele Hörhilfen werden heutzutage mit dem Handy gesteuert, Anrufe oder Musik direkt ins Hörgerät umgeleitet. Hightech macht auch unsere Produkte zur Trendsache.»

Peter Däscher ist kein Ohrenarzt, sondern Hörgeräteakustiker. Er unterscheidet die Berufe klar voneinander. «Wenn ein medizinisches Problem im Ohr vorliegt, schicke ich Kundschaft von mir zum Ohrenarzt. Umgekehrt überweisen die Ärzte Kunden zu mir, die eine technische Korrektur benötigen oder wünschen. Gegen eine Innenohrschwerhörigkeit gibt es keine Medizin, da kann nur Technik helfen und diese muss individuell angepasst werden. Diese Anpassung ist die Kernkompetenz des Hörgeräteakustikers.»

Däscher gibt in diesem Zusammenhang interessante Einblicke in den Zeitgeist. «Wer weniger gut hört, der verspürt nicht immer nur Nachteile, sondern kann sich aus der Hektik des modernen Lebens in eine gewünschte Ruhe flüchten.» So berät Däscher auch Kundschaft, die sich lärmisolierende, aber sprachdurchlässige Gehörschütze nach Abformung anfertigen lassen. Es gebe inzwischen auch Geräte, die durch eine Illusion helfen würden, sagt Däscher. «Menschen, die an einem Tinnitus leiden, erhalten ein Minihörgerät, aus dem sanftes Meeresrauschen erklingt. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun nicht mehr nur auf das störende Ohrenpfeifen, sondern zusätzlich auf dieses schönere Meeresrauschen. Dies entkräftet den Tinnitus und lässt die Aufmerksamkeit auf Wichtigeres im Alltag richten. Diese Habituationstherapie ist recht erfolgreich.»

Hörgeräte für Kleinkinder

Peter Däscher hat sich zusätzlich zum Pädakustiker ausbilden lassen. Er ist spezialisiert auf die ­Behandlung von hörbehinderten Kindern von deren Geburt bis circa zum 7. Lebensjahr. «Kleinkinder mit Hörschwächen laufen Gefahr, dass sie nach der primären Lallphase den nächsten Schritt zum Hören und Erlernen der Muttersprache nicht vollziehen können.» Es gebe bereits Hörgeräte für 4 bis 6 Monate alte Babys, ab dem 1 Jahr kämen sogenannte Cochlea-Implantate zum Einsatz. In diesen jungen Jahren entstehen die Nervenverbindungen für das Hören. Ohne Stimulation entstehen diese wichtigen Nervenverbindungen nicht und können auch später nicht in dieser Qualität nachgeholt werden.

Däscher betreibt das Hörzentrum Regensdorf als Einzelfirma, zwei Arztsekretärinnen unterstützen ihn. «Die Infrastruktur und das Einzugsgebiet sind in Regensdorf ideal, im Furttal finde ich gleichzeitig Ruhe und Erholung in der nahen Natur», sagt er. In seinem Beruf sei es wichtig, immer dazuzulernen. Es gebe im Hörgerätesektor immer mehr Anbieter und die Industrie entwickle immer noch modernere Produkte, die in der heutigen Zeit auch Eingang in die TV- und Pressewerbung gefunden hätten.

Apropos Werbung: Optiker tragen zu diesem Zweck auch Brillen, auch wenn sie eigentlich gar keine benötigen. In seiner Branche sei das noch nicht so, sagt Peter Däscher zum Abschluss nicht ganz im Ernst: «Vielleicht ist es dann so weit, wenn es Geräte gibt, die man so einstellen kann, dass man nur noch das hört, was man hören will.»


www.hoer-regensdorf.ch

Erstellt: 28.06.2016, 13:54 Uhr

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