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Eine Band fernab vom Mainstream

Die Band The Shattered Mind Machine, die von drei Schulfreunden gegründet wurde, hat in ihrem zweijährigen Bestehen einen individuellen Musikstil entwickelt. Nun hat sie eine eigene Single als Vinyl-Schallplatte veröffentlicht, die sie heute Abend in Kloten erstmals vor Publikum präsentieren wird.

Seit zwei Jahren machen The Shattered Mind Machine mit Simon Hirzel (Bass, Gesang), Simon Fehr (Gitarre, Gesang) und Kaya Guggenheim (Schlagzeug, von links) zusammen Musik. Heute Abend stellt die Band ihre erste Single im Bücheler–Hus in Kloten vor.
Seit zwei Jahren machen The Shattered Mind Machine mit Simon Hirzel (Bass, Gesang), Simon Fehr (Gitarre, Gesang) und Kaya Guggenheim (Schlagzeug, von links) zusammen Musik. Heute Abend stellt die Band ihre erste Single im Bücheler–Hus in Kloten vor.
Francisco Carrascosa

Gross ist der Verschleiss an Saiten und an Drum-Sticks – an ­jeder Probe vermag mindestens ein Materialstück der gewaltigen Ladung an Leidenschaft nicht standzuhalten. Es ist die dreiköp­fige Band The Shattered Mind Machine, die mit solcher Inbrunst einmal wöchentlich im Zentrum Schluefweg in Kloten probt und die mit derart viel Herzblut für ihre Musik lebt.

Nachdem sich die drei ehema­ligen Schüler der Kantonsschule Zürcher Unterland im 2015 formiert hatten und seitdem an zahlreichen Konzerten aufge­treten sind, haben sie nun eine eigene Single veröffentlicht.

Für Single Chance gepackt

«Mighty Crocodile» heisst der Song, den die Band im November in einem Studio aufgenommen hatte. «Wir befanden uns gerade in einer kleinen Identitätskrise, als wir zwei Studenten des School of Audio Engineering Institute in Zürich anfragten, für ein Projekt mit ihnen zusammen einen Song aufzunehmen», erzählt Simon Fehr, der 20-jährige Gitarrist und Backgroundsänger der Band. Schnell hatten sie den Song entwickelt, ein­studiert und dann professionell im Studio aufgenommen.

Alles andere als poppig oder glatt kommt er daher, sondern roh und expressiv, womit er deutlich die Handschrift von The Shattered Mind Machine trägt. Simon Hirzel, Bassist und Sänger, erklärt: «Man ­könnte den Stil als ‹Garage Rock› bezeichnen; nicht perfekt, aber individuell und authentisch soll unsere Musik klingen. Wir wollen aus der Normativität aus­brechen und keinesfalls massentauglich sein.»

Für den 18-jährigen Schlag­zeuger Kaya Guggenheim bleibt der Moment unvergesslich, in dem er die Schallplatte bei sich zu Hause einlegte, von denen die drei Vinyl-Nostalgiker zwanzig Stück produzieren liessen. Eine davon hängt nun an der Probewand im Schluefweg.

Die Chemie stimmte sofort

«Ein richtiges Produkt in den Hän­den zu halten und den eigenen Sound vom Plattenspieler zu hören: das war magisch», sagt Guggenheim. Magisch schnell zum Erfolg ging es von Anfang an. Nachdem Simon Hirzel und ­Simon Fehr im Rahmen eines Schüler-Bandprojekts erstmals zusammen gespielt hatten, produzierte Hirzel 2014 als Matu­ritätsarbeit ein eigenes Album.

Die beiden trafen sich weiterhin regelmässig im Schlagzeugraum der KZU zum gemeinsamen Musik­machen – bis Guggenheim eines Tages per Zufall vor dem Zimmer aufkreuzte. Spontan kam es zu einer Jamsession, die sich so fruchtbar und harmonierend gestaltete, dass es die drei nach einer Fortsetzung gelüstete.

Bloss zwei Wochen später ­gaben sie ihr erstes gemein­sames Konzert. «Blauäugig und ohne Erwartungen gingen wir da hin – und hatten einen Riesenspass», erinnert sich Hirzel. Kurz darauf nahm das Trio am Zürcher Nachwuchsband-Festival Band-it teil und wurde von der dortigen Jury an die Musikfestwoche in Winterthur eingeladen, der ­erste grosse Meilenstein. Seither spielten Hirzel, Fehr und Guggenheim zahlreiche Kon­zerte im ganzen Kanton Zürich.

Von Indie-Label gefördert

«Was uns dabei stets schade dünkt, ist der kom­mer­zi­elle Druck», sagt Hirzel. Aus diesem Grund haben sie sich vor kurzem dem Label «AuGeil Records» angeschlossen, welches von der Band Addicthead aus Frauenfeld gegründet wurde und sich zum Ziel setzte, regionale Bands zu unterstützen und zu vermarkten. «Ihre Idee eines Kollektivs gefällt uns sehr, deshalb möchten wir versuchen, ‹AuGeil› auch hier im Zürcher Unterland zu etablieren», erklärt Fehr. Heute Samstag, 13. Mai, findet das erste Konzert im Büecheler-Hus in Kloten statt.

Was am Probebesuch letzten Donnerstag vollumfänglich überzeugte und die Devise der Band unterstrich, waren die packende Authentizität und Intuition, mit welchen die drei spielten. Hirzel sagte: «Wir wollen vor allem eines sein: laut!»

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