Winterthur

Erbs Familie verliert Schloss und Vermögen

Die Vermögenswerte, die Rolf Erb kurz vor seinem Konkurs auf Familienmitglieder übertragen hat, werden eingezogen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Familie abgewiesen.

Das Schloss Eugensberg wird bald nicht mehr der Familie Erb gehören. Ein Bild aus dem Buch «Eugensberg, ein Schloss und 2500 Jahre Geschichte», herausgegeben von Rolf Erb.

Das Schloss Eugensberg wird bald nicht mehr der Familie Erb gehören. Ein Bild aus dem Buch «Eugensberg, ein Schloss und 2500 Jahre Geschichte», herausgegeben von Rolf Erb. Bild: pd

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Die Zeit der Familie Erb auf Schloss Eugensberg ist abgelaufen. Das Bundesgericht hat eine Einsprache der Familie gegen den Einzug ihrer Vermögenswerte abgewiesen und damit einen Entscheid des Obergerichts vom Januar 2014 bestätigt. Demnach unterliegen die Vermögenswerte, die Rolf Erb kurz vor dem drohenden Privatkonkurs seiner Lebenspartnerin und seinen beiden Söhnen übertragen hatte, der Zwangsvollstreckung.

Familie muss Verwertung dulden

Zu den Vermögenswerten gehören nebst dem Schloss eine Autosammlung sowie Aktien und diverse Immobilien - darunter auch das Winterthurer Hochhaus Zentrum Töss, dessen Entwicklung durch das lange Gerichtsverfahren lange Zeit behindert wurde.

Die Lebenspartnerin und die beiden Söhne, die gegen das Obergerichtsurteil Beschwerde eingereicht hatten, sind nun verpflichtet, «die Vermögenswerte in die Konkursmasse einzubringen und deren anschliessende Verwertung zu dulden», wie es in einem Communiqué des Bundesgerichtes heisst. Der Zwangsvollstreckung unterliegen ferner mehrere Inhaberschuldbriefe, die im Rahmen des eingestellten Verfahrens gegen den Bruder Rudolf Erb beschlagnahmt wurden.

Sieben Jahre Haft

Grundlage des vom Obergericht gefällten Urteils zur Einziehung der Vermögenswerte war der juristische Tatbestand der Gläubigerschädigung, also der Umstand, dass Rolf Erb das Schloss, die Immobilien und die Sachwerte absichtlich und um sie dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen den Familienmitgliedern übertragen hatte.

Das Bundesgericht kommt zum Schluss, die von der Familie vorgebrachten Einwände seien nicht geeignet, die Würdigung des Obergerichts in Frage zu stellen und seinen Entscheid als willkürlich erscheinen zu lassen. So konstatiert das Bundesgericht: «Insbesondere ist davon auszugehen, dass die Gesellschaften der Erb-Gruppe in den Jahren 1998 bis 2002 überschuldet waren und Rolf Erb mit seinem Konkurs rechnen musste.»

Der Pleitier selbst war bereits Ende August vor Bundesgericht abgeblitzt. Er wehrte sich gegen das im Januar 2014 vom Obergericht ausgefällte Urteil, wonach er wegen mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt wurde. Das Bundesgericht hatte das Urteil am 27. August bestätigt.

Erstellt: 13.11.2015, 11:52 Uhr

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