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Freienstein fordert Postauto «ohne Halt in Lufingen»

Die Freiensteiner wollen einen Schnellbus, der via Embrach direkt zum Flughafen fährt. In Lufingen hat man keine Freude an dem Begehren.

Der Gemeinderat von Freienstein-Teufen wünscht sich den Schnellbus zum Flughafen zurück.
Der Gemeinderat von Freienstein-Teufen wünscht sich den Schnellbus zum Flughafen zurück.
Balz Murer / Archiv ZU

Bis zum letzten Fahrplanwechsel verkehrte zwischen Freienstein und dem Flughafen ein sogenannter Schnellbus. Dieser verdankte seinem Namen nicht etwa dem Umstand, dass er besonders schnell fuhr. Vielmehr liess er auf dem Weg nach Kloten mehrere Haltestellen aus und brachte die Freiensteiner so um einige Minuten schneller zum Tor zur Welt. Beim letzten Fahrplanwechsel nahm Postauto den Sprinter aber aus dem Programm.

Zu spät am Flughafen

Der Gemeinderat von Freienstein-Teufen wünscht sich nun den Schnellbus zurück, und zwar so schnell wie möglich. Für die Fahrplanauflage 2017/2018 stellt die Behörde das Begehren, dass der Kurs wieder eingeführt wird. So soll die Linie 521 ab der Haltestelle Embrach, Gemeindehaus ohne Halt bis zur Haltestelle «Zum Wilden Mann» in Kloten durchfahren – und die Haltestellen in Lufingen links liegen lassen.

Weil der Bus seit dem Fahrplanwechsel sämtliche Haltestellen bediene, könne der Fahrplan nur im Ausnahmefall eingehalten werden, argumentiert der Gemeinderat in einer Publikation auf der gemeindeeigenen Internetseite. Die Zuganschlüsse am Flughafen Richtung Zürich könnten heute zu den Stosszeiten nicht konsequent gewährt werden.

«Lufingen hat mit dem neuen Fahrplan genügend neue Verbindungen zum Flughafen erhalten», erklärt Freienstein-Teufens Gemeindepräsident Oliver Müller. So sei extra ein Kurs eingeführt worden, der von Oberembrach via Lufingen zum Flughafen fahre. «Wenn in Lufingen einer der zahlreichen Busse, die durchfahren, einmal nicht anhält, ist das zu verkraften», sagt Müller.

Lufingen wächst und wächst

Anders sieht man das in Lufingen. «Wir haben zwar Verständnis für das Anliegen von Freienstein-Teufen», erklärt Gemeindeschreiber Kurt Renk. Das Lufingen aber Busverbindungen verliere, sei absolut nicht möglich. So sei das Dorf seit dem Einführen der Zusatzbusse bereits wieder gewachsen. Im Bereich der alten Ziegelei würden in naher Zukunft zusätzliche 178 Wohneinheiten entstehen. «Wenn der Bus 521 bei uns wegfällt, bringen wir die Leute nicht mehr zum Flughafen», sagt Renk.

Eine Wiedereinführung des Schnellbusses sei für Lufingen deshalb nur denkbar, wenn dieser auch in Lufingen und Augwil anhalten würde. «Ansonsten müsste man die beiden anderen Linien 520 und 524 weiter ausbauen.» Dies hat die Gemeinde Lufingen auch so beim Zürcher Verkehrsverbund deponiert. Der Lufingen Gemeinderat geht sogar noch weiter und beantragt, dass man den Fahrplan in der Gemeinde ab dem Fahrplanwechsel 2018/2019 noch weiter verdichtet.

Schnellbus nicht bewährt

Bei Postauto Schweiz steht man dem Anliegen Freienstein-Teufens ebenfalls nicht besonders wohlgesinnt gegenüber. «Das Prinzip, an Unterwegs-Haltestellen vorbeizufahren, um ein bisschen schneller zu sein, hat sich im ZVV-Busnetz nicht bewährt», erklärt Mediensprecher Urs Bloch. So könnten pro Haltstelle lediglich zwölf Sekunden eingespart werden. «Demgegenüber ist der Ärger bei der Bevölkerung, die im Einzugsgebiet einer nicht berücksichtigten Haltestelle wohnt, viel zu gross», sagt Bloch.

Die Busse 520 und 521 würden sich heute im oberen Embrachertal optimal ergänzen und von der höheren Taktdichte würden viel mehr Menschen profitieren, als von einem beschleunigten Kurs.

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