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Nichts hält sie am Boden

Es ist wieder da und hebt diesmal richtig ab: Das Broadway-Variété zelebriert mit «La Rakete – Es gibt kein Zurück» ein galaktisches Spektakel.

«La Rakete – Es gibt kein Zurück!» – Das Broadway-Variété lässt nicht nur Gedanken fliegen.
«La Rakete – Es gibt kein Zurück!» – Das Broadway-Variété lässt nicht nur Gedanken fliegen.
zvg / Mischa Scherrer

Hat er, der quirlige und etwas freakige Direktor, die Haare wieder schön? Wie ausgefallen werden diesmal die Kostüme sein? Und wie wird der Soundtrack klingen? Neugierde ist unvermeidlich, wenn jeweils im Sommer das nostalgisch anmuntende Spiel- und Verzehrtheater auf dem Zürcher Kasernenareal gastiert. Nun sind sie wieder da, die jungen multitalentierten Artisten des Broadway-Variétés, und werfen mit «La Rakete – Es gibt kein Zurück» einen Blick in das unendliche Universum. Ein Programm zum Abheben, ohne dabei den Boden zu verlieren.

Ein Stück mit Speis und Spiel

Eines sei hier gleich verraten: Ja, Direktor Luca Botta hat die Haare wieder prächtig skulptiert, die Zähne passend zum Outfit gefärbt, die Piercings augenfällig platziert. Eine erste Augenweide an der Kasse, wo dem Besucher ein Boarding-Pass ausgehändigt wird, mit kleinstgedruckten AGBs, die zu lesen es sich durchaus lohnt.

Beim Apéro im Freien dann, auf den Einzug der Künstler wartend, fällt auf, dass sich auch einige Gäste in ein passendes Outfit gestürzt haben, etwa mit einem T-Shirt mit Nasa-Emblem. Endlich treffen die Astronauten mit Pomp und kreativ interpretiertem Mondfahrzeug ein und mischen sich unters Publikum, weisen es in Schranken, beziehen es in ihr Spiel mit ein. Die Aficionados lieben diesen Moment, der die eigentliche Show im Zelt eröffnet. Eine Show, die nach wie vor von einem kulinarischen Höhenflug begleitet und von der interstellaren Crew serviert wird.

Vertraut und doch ganz neu

Das Broadway-Variété setzt auf Vertrautes, und das ist gut so. So kann man sich von vornherein auf lieb gewonnene Elemente freuen, etwa auf die Musik, die Wortakrobatik oder gar auf die philosophische Schildkröte, die irgendwie immer mit dabei ist und einen genüsslich langsamen Kontrapunkt zum temporeichen Treiben setzt.

Aber klar: Für «La Rakete – Es gibt kein Zurück» hat sich die Truppe wiederum viel Neues einfallen lassen und präsentiert den irrwitzigen Flug ins All mit Verve, einer leicht exaltierten Clownin und einer feinsinnigen Violinistin. Letztere sorgt mit sphärischen, oft gar dissonanten Klängen für einen futuristischen Rahmen. Ein spannender Kontrast zur altmodischen Mechanik, die in der 70-jährigen Schaubude ansonsten zum Tragen kommt. Da wird noch gekurbelt und geschraubt, da werden Eisenstangen verschoben und Tische aufgebaut. Herrlich, bei den Umbauten live dabei zu sein!

Überhaupt wird die Liebe zum Detail überall sichtbar: Im Toilettenwagen etwa finden sich Spiegel mit galaktischen Inschriften, auf den Tischen liegen Fächer – welch’ aufmerksamer Gedanke in diesen warmen Nächten! – und die Kontakte zu den Gästen ergeben sich nur vermeintlich zufällig. Alles wird bedacht, niemand vergessen. Wohl auch deshalb gilt für viele Besucher dieser Perle der Kleinkunst: Einmal ist keinmal!

Broadway-Variété – «La Rakete – Es gibt kein Zurück» Bis 26. August, jeweils ab 18.30 Uhr. Kasernenareal, Zürich. Tickets: www.broadway-variete.ch.

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